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AI-Slop: Youtube verschärft Kennzeichnung von KI-Videos

Youtube platziert Warnhinweise für KI-Inhalte künftig direkt im Sichtfeld der Nutzer und führt eine automatische Erkennung ein.
/ Nils Matthiesen
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Youtube verschärft das KI-Labeling deutlich. (Bild: Youtube / Screenshot Golem.de)
Youtube verschärft das KI-Labeling deutlich. Bild: Youtube / Screenshot Golem.de

Die Videoplattform Youtube reagiert auf die wachsende Zahl synthetischer Medien und platziert Warnhinweise für fotorealistische KI-Inhalte künftig deutlich sichtbarer. Wie das Unternehmen in seinem offiziellen Blogbeitrag(öffnet im neuen Fenster) mitteilt, rückt die Kennzeichnung bei regulären Videos direkt unter den Player. Bei den kurzen Hochformat-Clips namens Shorts wird der Hinweis als sichtbares Overlay über das Bild gelegt.

Bisher befand sich die Information in der Videobeschreibung, wo sie von vielen Nutzern übersehen wurde. Bei offensichtlich unrealistischen, animierten oder leicht veränderten Inhalten verbleibt der Hinweis weiterhin nur in der Videobeschreibung. Die Verbreitung und Monetarisierung der betroffenen Inhalte wird durch die Labels laut Youtube nicht beeinflusst.

Automatisches System prüft Uploads

Youtube verlässt sich bei der Moderation auch nicht mehr ausschließlich auf die freiwilligen Angaben der Ersteller. Ein neues System analysiert Uploads automatisch auf fotorealistische KI-Eingriffe und versieht das Material bei einem Treffer mit dem entsprechenden Label. Kanalbetreiber können fälschliche Markierungen im Youtube Studio anpassen. In bestimmten Fällen ist eine Entfernung des Labels jedoch ausgeschlossen. Das betrifft Inhalte, die mit plattformeigenen Werkzeugen wie Veo oder Dream Screen erstellt wurden.

Auch wenn die Datei C2PA-Metadaten der Coalition for Content Provenance and Authenticity enthält, bleibt die Markierung dauerhaft bestehen. Die Allianz zur Herkunftsprüfung digitaler Medien wird unter anderem von Microsoft, Intel und Adobe unterstützt. Zudem nutzt das Erkennungssystem das unsichtbare Wasserzeichen SynthID von Google, das direkt in die Pixel oder Tonspuren eingebettet ist. Einige entsprechende Kanäle hat die Plattform wegen der Flut an KI-generierten Videos bereits gelöscht.

Vorbereitung auf den AI Act

Die Umstellung auf die automatisierte Lösung erfolgt vor dem Hintergrund des AI Act der Europäischen Kommission, der im August 2026 in Kraft tritt. Das Gesetz verlangt von großen Plattformen eine maschinenlesbare Kennzeichnungspflicht für synthetische Medien, um die Verbreitung von Falschinformationen einzudämmen.

Durch die starke Weiterentwicklung von Generatoren wie Sora oder Midjourney gestaltet sich die Content-Moderation für Anbieter zunehmend schwierig. Besonders bei Deepfakes von Personen des öffentlichen Lebens besteht das Risiko, dass manipulierte Videos innerhalb weniger Stunden Millionen von Aufrufen erzielen, bevor eine manuelle Überprüfung stattfinden kann. Das Erkennungssystem muss daher kontinuierlich trainiert werden.


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