Tesla baut einen Supercomputer und einen Roboter

Über tausend Angestellte von Tesla sind damit beschäftigt, immer wieder Situationen auszuwerten, die vom Autopiloten falsch erfasst wurden und zu falschem Verhalten führten. Aber sie werten nicht nur Kameraaufnahmen von Hand aus, wenn etwas schiefgelaufen ist, sondern kennzeichnen auch andere Vorgänge, die von der Software richtig oder falsch erkannt wurden.

Stellenmarkt
  1. Softwareentwickler / Entwickler OSS (m/w/d)
    M-net Telekommunikations GmbH, München, Augsburg, Nürnberg
  2. Security Manager Analyse und Konzeption (w/m/d)
    EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe
Detailsuche

Auf diese Weise sollen qualitativ gute Daten gewonnen werden, mit denen die neuronalen Netzwerke der künstlichen Intelligenz trainiert werden. Dabei liegt der Fokus vor allem auf dem Training mit schwer oder falsch erfassten Szenen. Je besser der Autopilot wird, desto schwieriger wird das allerdings, weil es zu immer weniger Fehlern kommt und damit das notwendige Trainingsmaterial ausgeht.

Deshalb wird Verkehrsgeschehen aufwendig in einem Prozess simuliert, der ähnlich wie bei Computerspielen funktioniert. Das ist insbesondere wichtig für den Umgang mit Fußgängern und gefährlichen Situationen, die zwar sehr selten sind, aber im Ernstfall unbedingt eine korrekte Reaktion des Autopiloten erfordern. So kann auch mal ein Elch über den Fußgängerüberweg spazieren. Beim Training wird sowohl von Hand als auch mit vollautomatisch per Software erstellten Szenarien gearbeitet. Die Algorithmen sollen dabei vor allem den Autopiloten vor möglichst große Herausforderungen stellen, Fehler provozieren und beim Lernen korrigieren.

Tesla baut Supercomputer zum Autopilotentraining

Der notwendige Hardwareaufwand zur Simulation und zum Training der neuronalen Netzwerke ist immens. Etwa 10.000 GPUs sind damit beschäftigt und Tesla will die Rechenleistung noch deutlich erhöhen. Deshalb hat das Unternehmen eigene spezialisierte Chips mit hochintegrierter Hardware in Auftrag gegeben, die nicht mehr viel mit Lösungen durch GPUs zu tun haben. Daraus soll der Exapod-Supercomputer entstehen. Dahinter steht das Projekt Dojo, benannt nach den japanischen Kampf- und Denksportschulen.

Golem Akademie
  1. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  2. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
  3. Online-Sprachkurse mit Golem & Gymglish
    Kurze Lektionen, die funktionieren
Weitere IT-Trainings

Die so trainierten neuronalen Netzwerke sollen die Grundlage dafür bilden, dass die in ihrer Rechenkraft viel beschränkteren Bordcomputer der Tesla-Autos in angemessener Zeit ihre Umgebung erfassen und mit ihr interagieren können. Wie gut das wirklich funktionieren wird, bleibt abzuwarten. Zumindest deuten die gezeigten Verbesserungen an, wo die Schwächen der bisherigen Software und die Ursachen ihrer Fehlfunktionen liegen.

Autopilot kommt zuerst für die USA

Eine wichtige Schwäche des neuen Systems wurde bei einer Frage im Anschluss an die Demonstration angesprochen: Bislang wird es fast ausschließlich mit Daten aus den USA betrieben und für amerikanische Straßen optimiert, weil sie für Tesla direkt vor der Tür verfügbar sind. Während grundlegende Funktionen wie die Erfassung von Fahrbahn, Gegenständen, Personen und Autos überall funktionieren, gibt es in der Bauweise der Straßen und bei den Verkehrsregeln in jedem Land anderes zu beachten.

Insane Mode - Die Tesla-Story: Wie Elon Musk die Automobilbranche auf den Kopf gestellt hat und stellen wird

Es wird also länger als in den USA dauern, bis die Software auch in Europa einsatzfähig ist. Dann allerdings soll der Autopilot nicht nur Tesla-Fahrzeuge bewegen, sondern auch an andere Hersteller lizenziert werden, so dass auch Fahrer anderer Marken von der Arbeit profitieren könnten.

Nach rund 100 Minuten Präsentation des neuen Autopilotensystems, die in der Vorstellung des Exapod-Supercomputers gipfelte, hatte Elon Musk nach einer kurzen Showeinlage noch eine Überraschung zu zeigen. Auf der Grundlage der Objekterfassung des Autopiloten und dessen Fähigkeit, eine Simulation seiner gesamten Umgebung zu erstellen, soll auch der Prototyp eines humanoiden Roboters entwickelt werden. Der soll zunächst nur grundlegende Fertigkeiten haben und seine Möglichkeiten ausgelotet werden. Ein Geschäftsmodell gibt es dafür noch nicht. Dennoch konzentrierte sich 95 Prozent der Berichterstattung auf diese 5 Prozent der Präsentation.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 AI Day: Teslas Autopilot soll besser werden und auch Roboter steuern
  1.  
  2. 1
  3. 2


MrTridac 23. Aug 2021 / Themenstart

Ich fasse es nicht: [...] im Zeitverlauf auswerten können. Jetzt? JETZT?? Jetzt kommen...

xSureface 23. Aug 2021 / Themenstart

Industrieroboter sind beschränkt tauglich und müssen millimetergenau geteacht werden...

Sensei 23. Aug 2021 / Themenstart

Der Roboter stand nie im Fokus von Tesla. Das ist nur ein Side-Project. Eine nette...

Cavaron 22. Aug 2021 / Themenstart

Und... ähm... der... ähm... Cybertruck? :D

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Venturi-Tunnel
Elektro-Motorrad mit Riesenloch auf der Teststrecke

White Motorcycle Concepts testet sein Elektromotorrad WMC250EV, bei dem der Fahrer auf einem riesigen Tunnel sitzt. Später soll es 400 km/h erreichen.

Venturi-Tunnel: Elektro-Motorrad mit Riesenloch auf der Teststrecke
Artikel
  1. Elektroauto: Cadillac Lyriq nach 19 Minuten weg
    Elektroauto
    Cadillac Lyriq nach 19 Minuten weg

    Einen der ersten Cadillac Lyriq zu reservieren, glich mehr einer Lotterie als einem Autokauf. In wenigen Minuten waren alle Luxus-Elektroautos vergriffen.

  2. SpaceX Inspiration 4: Laien-Astronauten nach Reise ins Weltall zurück auf der Erde
    SpaceX Inspiration 4
    Laien-Astronauten nach Reise ins Weltall zurück auf der Erde

    Die Weltraumtouristen der Dragon-Ramkapsel von SpaceX waren weiter weg von der Erde als die Besatzung der Internationalen Raumstation (ISS).

  3. Autos, Scooter und Fahrräder: Berlin reguliert Sharing-Mobilitätsangebote
    Autos, Scooter und Fahrräder
    Berlin reguliert Sharing-Mobilitätsangebote

    Die Nutzung des öffentlichen Raums durch Autos, Scooter und Fahrräder von Sharing-Unternehmen wird in Berlin reguliert.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Nur noch heute: MM-Club-Tage (u. a. SanDisk Ultra 3D 2 TB 142,15€) • Corsair Vengeance RGB PRO 16-GB-Kit DDR4-3200 71,39€ • Corsair RM750x 750 W 105,89€ • WD Elements Desktop 12 TB 211,65€ • Alternate (u. a. Creative SB Z SE 71,98€) • ASUS ROG Crosshair VIII Hero WiFi 269,99€ [Werbung]
    •  /