Abo
  • Services:

AGL-Meeting in München: Einheitliches Linux im Auto hilft den Herstellern

Bereits heute setzen viele Pkw-Hersteller auf Linux. Mit dem AGL-Projekt möchte die Linux-Foundation helfen, den fragmentierten Markt zu vereinheitlichen sowie Kosten und Entwicklungszeiten zu sparen. Golem.de war auf dem Herbsttreffen vom 7. bis 8. September 2016 in München dabei.

Ein Bericht von Mattias Schlenker veröffentlicht am
AGL dient derzeit vor allem als Grundlage für das IVI-System in Autos.
AGL dient derzeit vor allem als Grundlage für das IVI-System in Autos. (Bild: Automotive Grade Linux/CC-BY 4.0)

"39 Monate", gibt Dan Cauchy auf dem vergangenen Treffen des Projekts Automotive Grade Linux (AGL) in München zu bedenken, "in dieser Zeit kommen drei Smartphone-Generationen auf den Markt!". Doch solange dauere derzeit die Entwicklung eines In-Vehicle-Infotainment-Systems (IVI) von der finalen Spezifikation bis zum ausgelieferten Fahrzeug. Cauchy, der Koordinator des Projekts bei der Linux Foundation, möchte diese Zeit jedoch mehr als halbieren. Nur noch 18 Monate bis zum fertigen Produkt soll die Zeitspanne künftig betragen.

Inhalt:
  1. AGL-Meeting in München: Einheitliches Linux im Auto hilft den Herstellern
  2. Grundlage Tizen ist Segen und Fluch zugleich
  3. Sicherheit wird großgeschrieben
  4. Gute Zusammenarbeit mit Kernel-Hackern

Bekannte Firmen der Automobilbranche sind bereits Mitglied in der AGL-Arbeitsgruppe, etwa Toyota, Mazda, Ford, Honda, Nissan, Tata-Jaguar-Land-Rover, Mitsubishi, Subaru, Continental oder auch Visteon. Zudem delegieren viele weitere Zulieferer, Pkw-Hersteller und Elektronikkonzerne ihre Entwickler und Entscheider zu den Treffen der AGL. Oft nutzen diese bereits Linux, sind aber mit der mangelnden Flexibilität und Aktualität der häufig mit proprietären Komponenten durchmischten Embedded-Systeme unzufrieden.

Gemeinsame Basis für die Automobilindustrie

Ziel der AGL ist es daher, eine gemeinsame Linux-Basis, ein Framework für Apps und eine Sicherheits- und Update-Infrastruktur zu schaffen. Hacks wie beim Jeep Cherokee im vergangenen Herbst, der übrigens auch ein Linux-System nutzt, sollen damit deutlich erschwert, Updates im Falle von Sicherheitslücken erleichtert und deren Auswirkungen minimiert werden.

  • AGL Demonstrator von Microchip mit senkrechten Display, Aktoren und Lautsprechern. (Bild: Microchip GmbH)
  • Demoanwendung von IoT.BzH für die Anwendungsschicht des neuen App-Frameworks (Bild: iot.bzh)
  • Älteren Demo-Apps ist die Tizen-Abstammung deutlich anzusehen, sie dienen der Demonstration der Funktionen des Unterbaus. (Bild: Automotive Grade Linux, CC-BY 4.0)
  • Die erste Navigations-Demo-App nutzt offensichtlich noch Google Maps - verschiedene Kartendienste sollen folgen. (Bild: Automotive Grade Linux, CC-BY 4.0)
Älteren Demo-Apps ist die Tizen-Abstammung deutlich anzusehen, sie dienen der Demonstration der Funktionen des Unterbaus. (Bild: Automotive Grade Linux, CC-BY 4.0)

Als kleinen Bonus arbeitet AGL an einem Sortiment von Demo-Apps für Komfortfunktionen wie Klimaanlage, Heizung, Radio, Connectivity, Rückfahrkamera oder Mediaplayer. Cauchy erwartet, dass einige der in der Gruppe vertretenen Hersteller die Standard-Apps austauschen werden, andere lediglich Skins anpassen. Zumindest unter den anwesenden Entwicklern ist aber Konsens, dass einfache Schnittstellen wie für die Klimaregelung nicht ohne Not und zusätzlichen Mehrwert durch eigene ersetzt werden sollten.

Stellenmarkt
  1. ASK Chemicals GmbH, Hilden
  2. Bosch Gruppe, Magdeburg

Bereits die Demos der im Juli vorgestellten Version 2.0 "Brilliant Blowfish" machen einen weit fortgeschrittenen Eindruck, doch beim näheren Hinsehen, beim Besuch von Vorträgen und dem Gespräch mit Entwicklern fallen Baustellen auf und wichtige APIs, die noch in der RFC-Phase diskutiert werden, beispielsweise für Navigation oder Text-to-Speech. So steht das Treffen in München ganz im Zeichen der Arbeit an der zur CES 2017 geplanten Version 3.0 Charming Chinook und es entsteht der Eindruck, dass die zur CES geplante dritte große Veröffentlichung tatsächlich das Zeug dazu hat, von ersten Automobilherstellern als Grundlage eigener Systeme adaptiert zu werden. Doch bis dahin müssen noch einige Probleme gelöst werden.

Grundlage Tizen ist Segen und Fluch zugleich 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5.  


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 4,25€
  2. 9,99€
  3. (Prime Video)

bofhl 26. Sep 2016

Das eigentliche Problem stellt hier aber weniger die Software dar! Das Hauptproblem ist...

bofhl 26. Sep 2016

Laut eigener Aussage - war auch hier bei Golem zu finden - ist das nur mehr ein reines...

mainframe 20. Sep 2016

+1 Genau daran hatte ihc gerade auch gedacht :-)

DebugErr 19. Sep 2016

Dein Sinn für Humor auch.

maxule 18. Sep 2016

Oder gleich den Stern aus China, gefertigt von BYD.


Folgen Sie uns
       


Ark Survival Evolved für Smartphones - angespielt

Wir spielen Ark Survival Evolved auf einem Google Pixel 2.

Ark Survival Evolved für Smartphones - angespielt Video aufrufen
Always Connected PCs im Test: Das kann Windows 10 on Snapdragon
Always Connected PCs im Test
Das kann Windows 10 on Snapdragon

Noch keine Konkurrenz für x86-Notebooks: Die Convertibles mit Snapdragon-Chip und Windows 10 on ARM sind flott, haben LTE integriert und eine extrem lange Akkulaufzeit. Der App- und der Treiber-Support ist im Alltag teils ein Manko, aber nur eins der bisherigen Geräte überzeugt uns.
Ein Test von Marc Sauter und Oliver Nickel

  1. Miix 630 Lenovos ARM-Detachable kostet 1.000 Euro
  2. Qualcomm "Wir entwickeln dediziertes Silizium für Laptops"
  3. Windows 10 on ARM Microsoft plant 64-Bit-Support ab Mai 2018

Razer Huntsman im Test: Rattern mit Infrarot
Razer Huntsman im Test
Rattern mit Infrarot

Razers neue Gaming-Tastatur heißt Huntsman, eine klare Andeutung, für welchen Einsatzzweck sie sich eignen soll. Die neuen optomechanischen Switches reagieren schnell und leichtgängig - der Geräuschpegel dürfte für viele Nutzer aber gewöhnungsbedürftig sein.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Huntsman Razer präsentiert Tastatur mit opto-mechanischen Switches
  2. Razer Abyssus Essential Symmetrische Gaming-Maus für Einsteiger
  3. Razer Nommo Chroma im Test Blinkt viel, klingt weniger

Raumfahrt: Großbritannien will wieder in den Weltraum
Raumfahrt
Großbritannien will wieder in den Weltraum

Die Briten wollen eigene Raketen bauen und von Großbritannien aus starten. Ein Teil des Geldes dafür kommt auch von Investoren und staatlichen Investitionsfonds aus Deutschland.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Chang'e 4 China stellt neuen Mondrover vor
  2. Raumfahrt Cubesats sollen unhackbar werden
  3. Landspace Chinesisches Raumfahrtunternehmen kündigt Raketenstart an

    •  /