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AGL dient derzeit vor allem als Grundlage für das IVI-System in Autos.
AGL dient derzeit vor allem als Grundlage für das IVI-System in Autos. (Bild: Automotive Grade Linux/CC-BY 4.0)

Gute Zusammenarbeit mit Kernel-Hackern

Einen weiteren für Updates relevanten Aspekt der Kernelentwicklung stellt Michael Fabry heraus, Produktmanager bei dem Unternehmen Microchip. AGL hilft demnach intensiv dabei, Treiber für Embedded-Hardware, die im Automotive-Bereich zum Einsatz kommt, in den Mainline-Kernel zu übernehmen. So sollen mittelfristig die teils sehr lax gepflegten Hersteller-Kernel durch Mainline-Kernel abgelöst werden. Fabry, der die Entwicklung von Linux-Treibern für seinen Arbeitgeber verantwortet, zeigt sich darüber begeistert: "Es ist faszinierend, wie schnell und zielführend die Integration unserer MOST-Treiber in den Kernel vonstattenging, nachdem Walt Miner [von AGL] den Kontakt zu Greg Kroah-Hartmann hergestellt hatte."

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Dennoch bleibt die Frage nach der praktischen Umsetzung von Updates spannend. Egal, ob es eine LTS-Variante geben wird oder Pkw-Hersteller und Zulieferer für Updates sorgen. Während Smartphones und Tablets durchschnittlich nach etwa zwei Jahren ausgetauscht und sogar Router eher fünf bis sechs Jahre eingesetzt werden, liegt das Durchschnittsalter von Pkw in Deutschland derzeit bei 9,2 Jahren. Nutzungsdauern von 12 bis 15 Jahren sind demnach keine Seltenheit. Bislang konnte kein anderes mit Linux betriebenes Gerät derart lange Einsatzzeiten vorweisen. Aber: Linux-basiertes IVI ist seit etwa zwei Jahren Realität im Pkw, die Sicherheitsbilanz derzeit eher durchwachsen, das Update-Konzept schlecht bis schlicht nicht vorhanden, die Fragmentierung soft- und hardwareseitig enorm. Schlimmer werden kann es mit AGL immerhin nicht.

Autonomes Fahren? Wenn gewünscht!

Besonders kritisch werden diese Überlegungen vor allem mit dem Blick auf autonomes Fahren. Auf die Frage, ob es schon Ansätze dazu bei AGL gebe, antwortete Cauchy, dass derzeit keine konkreten Diskussionen geführt würden, dass aber "alles, was mit Linux im Auto zu tun habe, bei AGL richtig aufgehoben sei". Derzeit habe aber die Vervollständigung des Grundsystems und die Erweiterung um "Headup Display" und "virtuelles Cockpit" Vorrang. Beides soll bis zum nächsten Release zur CES 2017 im Grundsystem integriert und im aus echten Komponenten aufgebauten Simulator enthalten sein.

Bei der Version 3.0 spricht Cauchy von einem wichtigen Meilenstein, der "den Grad an Komplettheit erreiche, der benötigt werde, um von Pkw-Herstellern als Basis akzeptiert" zu werden. Aus der von Cauchy eingangs erwähnten Halbierung der Entwicklungszeit folgt damit, dass die Entwicklungen der nächsten Monate bereits einen sehr präzisen Ausblick auf die Infotainmentsysteme des Modelljahres 2019 geben.

Die Stimmung bei den beteiligten Automobilherstellern und Zulieferern ist entsprechend sehr gut. Die gemeinsame Basis verspricht eine schnellere Entwicklung, dennoch bleibt viel Platz für eine individuelle Konfiguration. Von der billigen 7-Zoll-Touchscreen-Lösung im Kleinstwagen bis hin zur Oberklasselimousine mit virtuellem Cockpit und Entertainment-System für die Rücksitze. Dennoch behalten Hersteller - und zu einem geringeren Grad auch Fahrzeugnutzer - mehr Autonomie über Datenströme und Ausgestaltung des Systems.

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg dürfte jedoch die Tatsache sein, dass viele beispielsweise mit Qt für andere IVI-Systeme entwickelte Anwendungen mit wenig Portierungsaufwand auf AGL-basierte Systeme übernommen werden können. Das stärkt die Position von AGL insbesondere im Vergleich zu Android Auto. Denn kein Pkw-Hersteller kann auf ein Portfolio von Android-Apps beispielsweise zur Sitzverstellung zurückgreifen, AGL hingegen hält den Portierungsaufwand von bestehenden Anwendungen gering, Cauchy hierzu: "Schauen Sie sich Densos Demo an. Sie haben es in gut drei Monaten geschafft, ihre kompletten proprietären Anwendungen auf AGL zu portieren!"

Für einen Blick auf den aktuellen Entwicklungsstand von AGL stehen auf der Webseite des Projekts unter anderem Images zum Betrieb mit Qemu bereit. Der Raspberry Pi gehört mittlerweile zu den "Community Single Board Computers", die generell mit Build-Rezepten unterstützt werden, aber noch nicht mit vollständigen Images.

 Sicherheit wird großgeschrieben

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bofhl 26. Sep 2016

Das eigentliche Problem stellt hier aber weniger die Software dar! Das Hauptproblem ist...

bofhl 26. Sep 2016

Laut eigener Aussage - war auch hier bei Golem zu finden - ist das nur mehr ein reines...

mainframe 20. Sep 2016

+1 Genau daran hatte ihc gerade auch gedacht :-)

DebugErr 19. Sep 2016

Dein Sinn für Humor auch.

maxule 18. Sep 2016

Oder gleich den Stern aus China, gefertigt von BYD.



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