AfriNIC: Millionenfache Manipulation von IPv4-Adressen in Afrika

Medienberichten zufolge soll ein Verantwortlicher des AfriNIC mittels Manipulationen und Briefkastenfirmen mehrere Millionen IPv4-Adressen für eigene Zwecke gehortet haben. Der Marktwert der Adressen beläuft sich auf mehr als 50 Millionen US-Dollar.

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Millionen IPv4-Adressen in Afrika haben wohl nicht ganz rechtmäßig den Besitzer gewechselt.
Millionen IPv4-Adressen in Afrika haben wohl nicht ganz rechtmäßig den Besitzer gewechselt. (Bild: Pixabay)

Mit zunehmender Verteilung der noch verfügbaren IPv4-Adressen werden die Geschäfte rund um den Handel mit den Adressen offenbar immer zwielichtiger. Ein Verantwortlicher des AfriNIC (African Network Information Center) soll sich über mehrere Jahre hinweg vermutlich illegal den Besitz extrem vieler IPv4 verschafft haben, wahrscheinlich mit dem Ziel, diese gewinnbringend weiterzuverkaufen.

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Das geht aus verschiedenen Medienberichten hervor, die sich unter anderem auf Berichte des Technik-Magazins Mybroadband.co.za aus Südafrika und Recherchen des Forschers Ron Guilmette stützen. Für den dort als "Diebstahl" bezeichneten Vorgang wird Ernest Byaruhanga verantwortlich gemacht. Er war bis vor wenigen Wochen als Policy Coordinator für das AfriNIC zuständig. Das AfriNIC mit Sitz in Mauritius ist eine der sogenannten Regional Internet Registrys und unter anderem für die Verwaltung und Vergabe von IP-Adressen in Afrika zuständig.

Manipulationen und Briefkastenfirmen

Den Berichten zufolge ist die öffentliche Datenbank mit den Zuweisungen von IP-Adressblöcken manipuliert worden. Das soll etwa Blöcke von Unternehmen betreffen, die nicht mehr existieren. Deren IP-Adressen sollen dann unter anderem einigen Briefkastenfirmen zugewiesen worden sein - ohne das dafür sonst übliche Verfahren. Jene Firmen stehen den Untersuchungen von Guilmette zufolge in Verbindung mit Byaruhanga.

Der zurzeit angenommene Marktpreis für eine IPv4-Adresse liegt um 15 US-Dollar. Byaruhanga soll sich so mehr als 50 Millionen US-Dollar erschlichen haben. Dem Journalisten Brian Krebs sagte der Forscher Guilmette: "Dieser Typ hat IP-Adressen aus der Hintertür geschaufelt und auf der Straße verkauft", und weiter: "Zu sagen, dass er einen offensichtlichen Interessenkonflikt hatte, wäre eine grobe Untertreibung".

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Das AfriNIC hat eine unabhängige Untersuchung der Vorgänge beschlossen und damit die Schwesterorganisation APNIC (Asia-Pacific Network Information Center) betraut. Einige der Anschuldigungen würden demnach bestätigt. Das AfriNIC hat darüber hinaus die Polizei des Staates Mauritius eingeschaltet.

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