Analyse-Tools gibt es im Netz

Die Bilder und Videos aus dem Netz werden nicht nur mit Gesichtserkennungssoftware ausgewertet, sondern auch bildforensisch untersucht, um Hinweise auf Verstecke der Taliban-Gegner zu erhalten. Dazu werden eigene Auswertungswerkzeuge genutzt, aber auch im Netz frei verfügbare Tools.

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Metadaten von Videos und Bildern werden mit Fotoforensics.com oder Jeffrey's Exif Viewer ermittelt. Ortsanalysen erfolgen mit Google Earth oder Maps. Für die reverse Bildersuche erfreut sich die russische Suchmaschine yandex.com großer Beliebtheit. Daneben werden auch die Dienste von tineye.com und Google sowie der Data Viewer von Amnesty genutzt.

Die Taliban nutzen eben das gesamte Arsenal, das im Netz für die Faktenprüfung zur Verfügung steht. Dazu gehören auch Wunderground und WolframAlpha zur Abfrage von Wetterdaten, um einen Aufnahmeort verifizieren zu können. Auch über die Berechnung von Sonnenstand und Schattenwurf können Orte und damit Verstecke verifiziert werden, zum Beispiel mit www.suncalc.org, Findmyshadow.com oder shadowcalculator.eu.

Informatiker in Diensten der Taliban

In die Methoden der Bildanalysekette des FBI haben Ausbilder des pakistanischen Geheimdienstes ISI die Taliban-Spezialkräfte eingewiesen. Die Führungskräfte der IT-Abteilung von Al Qaida waren zudem gut ausgebildete Informatiker mit Abschlüssen amerikanischer und deutscher Hochschulen. Allerdings dürfte inzwischen auch ein Generationenwechsel stattgefunden haben.

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Spezielle Analysesoftware haben die Taliban laut Analytikern des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes am freien Markt eingekauft. Auf jeden Fall liegen Anzeichen vor, dass über den südostasiatischen Al-Qaida-Ableger AQIS Fachkräfte aus Sicherheitskreisen Indonesiens und Malaysias für Schulungszwecke der Taliban-Spezialfachkräfte in Sachen Informationstechnik gewonnen werden konnten. Dazu dürfte auch die Bildforensik zählen.

Bei der Identifizierung von Gegners per Gesichtserkennungssoftware und biometrischer Daten hilft nach Berichten des amerikanischen Verteidigungsministeriums zudem der pakistanische Geheimdienst ISI aus. Zuletzt war das in größerem Umfang der Fall, als die Taliban biometrische Analysegeräte namens Handheld Interagency Identity Detection Equipment des US-Militärs erbeuteten.

Pakistan hilft gern mit Know-how

Sie konnten mit dem Gerät nicht umgehen und benötigten Trainings und Handbücher. Beides wurde prompt aus Islamabad geliefert. Damit verfügen die Taliban jetzt über Identifizierungsmöglichkeiten für einen Großteil der ehemaligen Ortskräfte des US-Militärs. Ob in diesem Datenbestand auch biometrische Daten von Ortskräften der Bundeswehr vorhanden sind, ist bislang nicht geklärt.

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Deshalb mahnen auch Medienwissenschaftler wie Sabine Schiffer zur Vorsicht beim Veröffentlichen von Videos und Fotos von afghanischen Ortskräften und Aktivistinnen. "Was soll dieser Steckbrief?", fragte die Medienwissenschaftlerin zum Beispiel auf Twitter, nachdem T-Online ein Video mit unverpixelten Aufnahmen eines untergetauchten afghanischen Journalisten veröffentlicht hatte.

Die Debatte, die daraufhin stattfand, zeigt deutlich: Für einen umfassenden Quellen- und Informantenschutz muss bei Journalistinnen und Journalisten hierzulande in vielen Fällen erst noch ein Bewusstsein geschaffen werden. Und es muss vor allen Dingen viel mehr Wissen über Bildforensik und Methoden der Bildinhaltsanalyse vermittelt werden, damit in den Redaktionen eine seriöse Gefahrenabschätzung getroffen werden kann.

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 Afghanistan: Taliban jagen ihre Gegner auch via Netz
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franzropen 23. Aug 2021 / Themenstart

Vielleicht nutzen die Geheimdienste die Informationen von Twitter, um Informationen über...

M.P. 22. Aug 2021 / Themenstart

Während über Generationen vererbter Reichtum mir jeder nachkommenden Generation zu mehr...

Grimreaper 22. Aug 2021 / Themenstart

Es ist genau wie hier seit den 1960er Jahren die Migration läuft (komischerweise wollte...

Knuspermaus 21. Aug 2021 / Themenstart

In diesem Falle nicht... da waren wir nur Mitläufer. Die Amerikaner hatten mit den...

nuclear 20. Aug 2021 / Themenstart

Tja das ist leider immer ein Problem. Sieht man auch immer wieder wenn es z.B. um...

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