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AfD und Elektroautos: "Herr, lass Hirn vom Himmel regnen!"

Der AfD-Abgeordnete Marc Bernhard hat im Bundestag gegen die Elektromobilität gewettert. In seiner Rede war kein einziger Satz richtig.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Marc Bernhard lehnt Elektromobilität ab.
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Marc Bernhard lehnt Elektromobilität ab. (Bild: Wolfia/CC-BY-SA 4.0)

Der Bundestag hat in der vergangenen Woche ein Gesetz zum verpflichtenden Einbau von Leitungsinfrastruktur auf Stellplätzen in größeren Wohngebäuden beschlossen. Abgesehen davon, dass Deutschland wegen einer EU-Richtlinie zu einem solchen Gesetz verpflichtet ist, lehnt die Fraktion der AfD die Förderung der Elektromobilität ab. Wir dokumentieren die komplette Rede des Abgeordneten Marc Bernhard laut Sitzungsprotokoll und zeigen, dass sie fast vollständig auf fragwürdigen oder falschen Behauptungen basiert.

Inhalt:
  1. AfD und Elektroautos: "Herr, lass Hirn vom Himmel regnen!"
  2. Wo soll der benötigte Strom herkommen?
  3. Vernichtet Elektromobilität Arbeitsplätze?

Marc Bernhard: "Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Wenn man der Begründung des Gesetzentwurfs glaubt, dann werden auf die Bürger nicht mehr Kosten zukommen als die berühmte Kugel Eis des Herrn Trittin für die Energiewende. Erste Berechnungen zeigen jedoch bereits, dass die von der Regierung genannten Kosten deutlich zu niedrig sind, so wie eben auch bei der Energiewende, die jede vierköpfige Familie bis zum Jahr 2025 25.000 Euro gekostet haben wird."

Im Gesetzentwurf (PDF) heißt es: "Für die Wirtschaft, einschließlich der Privatpersonen, die ihre Immobilie oder ihr Wohnungseigentum vermieten, ergibt sich ein jährlicher Erfüllungsaufwand in Höhe von ca. 30,7 Millionen Euro." Das entspricht weniger als einem Euro pro Haushalt.

Die Zahl von 25.000 Euro pro Haushalt für die Finanzierung der Energiewende beruht auf einer 2016 erschienenen Studie der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) wies die Berechnungen damals als unseriös zurück, weil sie keine Referenzszenarien enthielten.

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Die Bundesregierung ergänzte dazu: "Sofern sich aus einem solchen Vergleich Mehrkosten ergäben, müssten diese zudem noch mit den Folgekosten verglichen werden, die ohne Energiewende durch stärkere Umweltverschmutzung, Beeinträchtigungen der Gesundheit und langfristigen Folgen eines ungebremsten Klimawandels entstünden." Der errechnete Wert wird jedoch von der AfD immer wieder herangezogen, um die zu hohen Kosten für eine klimafreundliche Stromerzeugung anzuprangern.

Bernhard: "Es ist doch offensichtlich, dass die Kosten für den Bau der Ladesäulen und das Verlegen der Stromleitungen und vor allem der enorme Verwaltungsaufwand am Ende zu einer erheblichen Steigerung der Mieten führen werden - (...)"

Das Gesetz sieht lediglich vor, dass Leerrohre zu den einzelnen Stellplätzen verlegt werden müssen. Nur bei größeren Gewerbeimmobilien ist vorgesehen, einen der Stellplätze tatsächlich zu elektrifizieren. Daher ist weder von Kosten für Ladesäulen und Stromleitungen noch von einem enormen Verwaltungsaufwand auszugehen. Eine "erhebliche Steigerung der Mieten" ist nicht zu erwarten.

Bernhard: "(...) und das Ganze, obwohl Sie ganz genau wissen, dass es die exorbitanten Strommengen für Ihre geplanten 10 Millionen E-Autos gar nicht gibt. Schon das Aufladen von nur 5 Millionen E-Autos würde für zehn Stunden den gesamten in Deutschland zur Verfügung stehenden Strom benötigen - wohlgemerkt: die gesamte in Deutschland zur Verfügung stehende Strommenge."

Elektromobilität: Theorie und Praxis zur Ladeinfrastruktur (de-Fachwissen)

Nicht alle Elektroautos laden gleichzeitig

Das geht von der irrigen Annahme aus, dass 5 Millionen Elektroautos gleichzeitig mit durchschnittlich 16 kW Strom tanken würden. Dann würde in der Tat die aktuelle Spitzenlast von 81 Gigawatt erreicht, die allerdings noch deutlich unter der installierten Leistung von mehr als 210 Gigawatt liegt. Doch ein solches Szenario mit einem Gleichzeitigkeitsfaktor von 1 ist völlig unrealistisch. Es passiert auch eher selten, dass alle 48 Millionen Pkw in Deutschland gleichzeitig an die Tankstelle fahren.

Aktuelle Studien gehen davon aus, dass selbst bei 10 Millionen Elektroautos nur ein Energiebedarf erforderlich ist, der einem Bruchteil des jährlichen Nettostromverbrauchs in Deutschland entspricht. Für die Ladeinfrastruktur seien einige Zehntausend Schnelllader und mehrere Hunderttausend schwächerer Ladepunkte erforderlich. Studien gehen nicht davon aus, dass das Stromnetz dadurch übermäßig belastet wird.

Bernhard: "Das heißt, alles andere müsste abgeschaltet werden."

Ja, ganz bestimmt.

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Wo soll der benötigte Strom herkommen? 
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Cerdo 25. Feb 2021 / Themenstart

Du hast zwar recht, aber ich glaube die Wähler bestimmter Parteien bräuchten den Text...

Lukuko 24. Feb 2021 / Themenstart

Wie wärs mal Beispielen für deine Aussagen. Nach meinen Wissen wollte MLK nur die...

smonkey 23. Feb 2021 / Themenstart

Mit den 4,4 Mio. bezog ich mich auf die obige Rechnung: Die Fahrgemeinschaft swaren da...

PanicMan 23. Feb 2021 / Themenstart

Unterschreibe ich hiermit!

PanicMan 23. Feb 2021 / Themenstart

Wobei dabei noch gar nicht berücksichtigt ist, dass die Solar-Einspeisung nach EEG bei...

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