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Ärzte protestieren gegen die Pläne der Regierung

"Die Koalition macht sich mit diesen vollkommen faktenfreien Beschlüssen nicht nur unglaubwürdig, sie nimmt auch die komplette Überlastung unserer Praxen billigend in Kauf", beklagte Blumenthal-Beier.

Alle Statistiken und Untersuchungen belegten zweifelsfrei, dass die telefonische Krankschreibung nicht zu mehr Krankschreibungen geführt habe. Es handele sich nur um einen statistischen Effekt, weil durch die elektronische Erfassung mehr Krankschreibungen in der Statistik auftauchten, so der Verbandschef.

Die Krankschreibungspflicht ab Tag eins werde dazu führen, dass Millionen zusätzliche Menschen in die Arztpraxen kommen müssten, nur um sich eine Krankschreibung abzuholen, "ohne dass das medizinisch irgendeinen Sinn ergibt (...) Die Folgen werden längere Wartezeiten für die Patientinnen und Patienten sein, die wirklich unsere medizinische Hilfe brauchen."

Hausärzteschaft kritisiert Pläne als Fehlentscheidung

Die Hamburger Hausärzteschaft äußert Kritik an den Plänen der Koalition, Krankschreibungen strenger zu regeln und zu erschweren. Auch die Vorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Hamburgs, Jana Husemann, kritisiert der dpa zufolge: "Ich halte das für eine nicht nachvollziehbare Fehlentscheidung." Im Praxisalltag müsse sie kranke Patienten eher drängen, zu Hause zu bleiben. "Ein Missbrauch ist die Ausnahme", betont Husemann.

Sie kritisiert auch die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Die Hausärzte kennen Husemann zufolge die Patienten und können einschätzen, ob ein Besuch in einer Praxis notwendig ist.


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