Aerospike-Antrieb: Bundeswehr ordert Hyperschall-Drohne - vielleicht

Wie das Start-up Polaris aus Bremen via Linkedin bekannt gegeben hat(öffnet im neuen Fenster) , hat es mit dem Beschaffungsamt der Bundeswehr einen Vertrag zum Bau eines wiederverwendbaren Hyperschallfluggeräts geschlossen. Das zweistufige System soll auf einer Startbahn abheben können und vollständig wiederverwendbar sein.
Weil es als Hyperschallflugzeug präsentiert wird, müsste es mindestens die fünffache Schallgeschwindigkeit erreichen, was in etwa 6.000 km/h entspricht. Sollen damit, wie bereits angekündigt, irgendwann sogar Satelliten in die Umlaufbahn gebracht werden, müsste die Geschwindigkeit noch einmal vervierfacht werden.
Ein Auftragsvolumen für das autonome Fluggerät, das so groß wie ein Kampfjet werden und bereits Ende 2027 startbereit sein soll, ist nicht bekannt.
Sehr langer Weg ins All
In jedem Fall handelt es sich um ein höchst ambitioniertes Vorhaben. Polaris(öffnet im neuen Fenster) beschäftigt lediglich 60 Menschen und sammelte nach eigenen Angaben bisher 12 Millionen Euro an Kapital ein. Das Start-up arbeitet schon länger mit der Bundeswehr zusammen.
Seit mehreren Jahren finden Testflüge über der Ostsee von der Startbahn in Peenemünde aus statt. Der aktuelle Demonstrator wiegt 120 kg, ist 8 m lang und soll damit bereits die endgültige Größe der zweiten Stufe aufweisen. Insgesamt fanden etwas mehr als 100 Flüge statt, auch eine autonome Luftbetankung war darunter.
Von Geschwindigkeiten im Hyperschall-Bereich oder der Fähigkeit, wie von der Bundeswehr angekündigt(öffnet im neuen Fenster) schließlich bis zu 1 Tonne Fracht in den Orbit zu befördern, ist die Technik jedoch noch weit entfernt.
Antrieb soll alles verändern
Polaris gibt an, dass der eigens entwickelte und bereits in der Praxis erprobte Aerospike-Antrieb(öffnet im neuen Fenster) den entscheidenden Unterschied ausmache. Ein solches Triebwerk ist in der Theorie leichter, effizienter und anpassungsfähiger als konventionelle Düsenantriebe.
Weil es auch bei wechselnden atmosphärischen Bedingungen, die bei einem schnellen Aufstieg auftreten, stets optimalen Schub leisten kann, lassen sich entsprechend hohe Geschwindigkeiten erreichen. Die zweite Stufe, die schließlich sogar in den Orbit gelangen soll, wird dagegen ausschließlich einen klassischen Raketenantrieb besitzen.
Noch aber befindet sich der Antrieb in der Entwicklung. Entsprechend finden sich auch unter den offiziellen Meldungen(öffnet im neuen Fenster) immer wieder Fehlversuche. Gleichzeitig ist allein die Aussicht auf ein europäisches Hyperschallflugzeug mit eigens entwickelten Antriebskonzept wohl reizvoll genug, um ein paar Milliarden Euro zu investieren.