Aeromobil: Das Auto hebt ab

Das Auto der Zukunft fährt nicht nur, es soll auch fliegen können. Das slowakische Unternehmen Aeromobil präsentiert auf der IAA sein serienreifes Flugauto.

Artikel veröffentlicht am ,
Aeromobil 4.0: Starten von der Straße ist nicht erlaubt.
Aeromobil 4.0: Starten von der Straße ist nicht erlaubt. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Es fährt, es fliegt und es kann bestellt werden: Das slowakische Unternehmen Aeromobil hat ein serienreifes Flugauto gebaut. Wenn es zertifiziert ist, kommt es in zwei Jahren auf den Markt. Aeromobil präsentiert das Flugauto auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt.

Stellenmarkt
  1. Mitarbeiter (w/m/d) IT-Service
    The Boston Consulting Group GmbH, Frankfurt am Main
  2. Team Lead Devops / Product Owner (m/w/d)
    BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH, Weiherhammer
Detailsuche

Aeromobil 4.0 nennt das slowakische Unternehmen Aeromobil sein Hybrid aus Pkw und Kleinflugzeug. Als Auto ist es 5,9 Meter lang, 2,2 Meter breit und 1,5 Meter hoch und fährt ganz normal auf der Straße. Der Antrieb ist elektrisch, die zwei Motoren mit zusammen 80 Kilowatt sitzen an der Vorderachse und können das Fahrzeug in weniger als 10 Sekunden aus dem Stand auf 160 Kilometer in der Stunde beschleunigen.

Die Tragflächen fahren automatisch aus

Um aus dem Gefährt ein Flugzeug zu machen, werden die Tragflächen ausgefahren - die Spannweite beträgt dann 8,8 Meter -, und der Propeller wird ausgeklappt. Ersteres funktioniert automatisch, letzteres muss der Fahrer/Pilot per Hand machen. Die Richtlinien verlangen, dass der Pilot für Checks um ein Kleinflugzeug herumgeht. So ist sichergestellt, dass er dieser Aufgabe nachkommt.

  • Ein fliegendes Auto, ein fahrendes Flugzeug? Das Aeromobil 4.0 auf der IAA 2017 (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Mittelding aus Flugzeug und Auto ist serienreif und muss nur noch von den Behörden zertifiziert werden. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Es dauert drei Minuten, das Aeromobil vom Flugzeug... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... in ein Straßenfahrzeug umzuwandeln. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Transformation erfolgt automatisch. Nur die Propellerflügel werden von Hand eingeklappt. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Ein fliegendes Auto, ein fahrendes Flugzeug? Das Aeromobil 4.0 auf der IAA 2017 (Foto: Martin Wolf/Golem.de)

Drei Minuten dauere es, von einem Modus in den anderen zu gelangen, sagt Aeromobil-Chefingenieur Simon Bendrey im Gespräch mit Golem.de. Gestartet werde von einem Flugplatz aus. Dafür müsse der Flug zunächst 15 Minuten vor dem Start bei der Luftaufsicht angemeldet werden. Das könne der Fahrer auf dem Weg am Telefon erledigen. Vor Ort sei genug Zeit, das Auto in den Flugmodus zu transformieren.

Der Propeller wird von einem Verbrennungsmotor angetrieben

Das Aeromobil ist laut Bendrey dann startbereit, wenn die Erlaubnis erteilt wird. Angetrieben von einem 4-Zylinder-Verbrennungsmotor mit Turbolader und einer Leistung von 300 PS hebt das Aeromobil ab. Die Reisegeschwindigkeit liegt bei 260 Kilometern in der Stunde, die Höchstgeschwindigkeit bei 360 Kilometern in der Stunde. Das maximale Startgewicht beträgt 960 Kilogramm, die Flugreichweite etwa 750 Kilometer.

Praktisch wäre es, direkt von der Straße aus zu starten, etwa um über einen Stau hinwegzufliegen. Das ist aber nicht erlaubt. "Nach der aktuellen Gesetzgebung dürfen wir nur von einem Flugplatz aus starten", sagt Bendrey. Davon gebe es aber genug: Allein in der Umgebung von Frankfurt sind es 40, den Internationalen Flughafen nicht eingerechnet. "Statt sich in die Schlange auf einem großen Flughafen einzureihen, kann man zu einen kleinen Flughafen oder einer Graspiste fahren und von dort aus losfliegen."

Das Flugauto entspricht geltendem Recht

Die Idee von Aeromobil sei gewesen, eine neue Möglichkeiten für den Transport der Zukunft zu schaffen, und das mit einem Vehikel, das die aktuell geltenden Vorschriften erfülle. "Wir brauchen keine neuen Regeln", sagt Bendrey. "Es entspricht den derzeit geltenden Verkehrs- und Luftfahrtregeln." Um das Aeromobil zu nutzen, reicht der Pkw-Führerschein und eine Privatpilotenlizenz.

Geflogen ist Version 4.0 des Flugautos noch nicht - anders als der Prototyp Aeromobil 3.0. Mit dem wollte das Unternehmen demonstrieren, dass das Konzept eines Hybrids aus Auto und Flugzeug machbar ist. Das hat auch funktioniert, allerdings nicht immer überzeugend: 2015 stürzte der Prototyp ab, der Pilot konnte sich mit dem Fallschirm retten.

Der Erstflug des Aeromobil 4.0 ist in Kürze geplant. Anschließend muss das Flugauto von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (European Aviation Safety Agency, Easa) sowie von den Verkehrsbehörden zertifiziert werden. Das wird laut Bendrey etwa zwei Jahre dauern. Das Unternehmen scheint sich aber sicher zu sein, dass die Behörden das Aeromobil abnehmen. Denn es kann bereits vorbestellt werden. Ganz günstig ist es nicht: Es soll 1,2 Millionen Euro kosten und in einer Kleinserie von 500 Stück gebaut werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
In eigener Sache
Wie geht es IT-Fachleuten nach über einem Jahr Corona?

Selten hat ein Ereignis die Arbeit so verändert wie Corona. Golem.de möchte von dir wissen, was das für dich bedeutet. Bitte nimm an der Umfrage teil - es dauert nicht lange!

In eigener Sache: Wie geht es IT-Fachleuten nach über einem Jahr Corona?
Artikel
  1. Börse: Gamestop nimmt 1,1 Milliarden US-Dollar mit neuen Aktien ein
    Börse
    Gamestop nimmt 1,1 Milliarden US-Dollar mit neuen Aktien ein

    Wie geplant hat der Videospielehändler Gamestop die Ausgabe neuer Aktien erfolgreich abgeschlossen und profitiert so vom eigenen Hype.

  2. CDU-Wahlprogramm: Digitalministerium für Gesichtserkennung und Hackbacks
    CDU-Wahlprogramm
    Digitalministerium für Gesichtserkennung und Hackbacks

    Die CDU will nach 16 Jahren an der Regierung wenig ändern. Das gilt leider auch für umstrittene Themen wie Staatstrojaner und Vorratsdatenspeicherung.
    Ein Bericht von Friedhelm Greis

  3. iOS-Kalender missbraucht: Apple reagiert auf iPhone-Kalender-Spam
    iOS-Kalender missbraucht
    Apple reagiert auf iPhone-Kalender-Spam

    Mit Kalender-Spam haben derzeit vermehrt iPhone-Nutzer zu kämpfen. Sie fallen auf Kalenderabos herein. Apple klärt nun auf.

mziegler 15. Sep 2017

Das passt doch nicht zusammen.

Thunderbird1400 15. Sep 2017

Die 3 Wochen stehen nicht im Artikel, das sagt der Entwicklungsleiter in dem verlinkten...

achtundvier 15. Sep 2017

Ja eine Frechheit. ... was "diese" Handwerker sich mittlerweile leisten dürfen. Und dann...

daarkside 15. Sep 2017

Die nächste Videoempfehlung ist auch nett. 4 Real Flying Cars That Actually Fly https...

tingelchen 14. Sep 2017

Tatsächlich gibt es Kleinflugzeuge gebraucht für weniger als 60.000¤. Da gibt es Seiten...


Folgen Sie uns
       


Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • MSI Optix MAG272CQR Curved WQHD 165Hz 309€ • be quiet Dark Base 700 Tower 124,90€ • HTC Vive Cosmos inkl. 2 Controller 599,90€ • Game of Thrones TV Box Set 4K 149,97€ • 6 Blu-rays für 30€ • Landwirtschafts-Simulator 22 39,99€ • Dualsense Black + R&C Rift Apart 99,99€ [Werbung]
    •  /