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Aerodynamic Modification Kit: Eurofighter wird wendiger und besser bewaffnet

Die Eurofighter-Partner haben Anfang Februar 2026 ein 170-Millionen-Euro-Paket für aerodynamische Verbesserungen an dem Kampfjet beschlossen.
/ Andreas Donath
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Eurofighter AMK (Bild: Eurofighter Jagdflugzeug GmbH)
Eurofighter AMK Bild: Eurofighter Jagdflugzeug GmbH

Die Partner des Eurofighter-Programms haben Anfang Februar 2026 einen Vertrag über das sogenannte Aerodynamic Modification Kit(öffnet im neuen Fenster) unterzeichnet. Das Abkommen mit der NATO Eurofighter and Tornado Management Agency (NETMA)(öffnet im neuen Fenster) umfasst aerodynamische Verbesserungen am europäischen Kampfjet. Der Bundestag hatte Ende vergangenen Jahres bereits 25 Millionen Euro für das Vorhaben bewilligt(öffnet im neuen Fenster) , wobei die erste Projektphase insgesamt rund 170 Millionen Euro kosten soll.

Hauptziel der Modifikationen ist die Integration neuer Waffensysteme. Dazu gehören laut Herstellerangaben vor allem Flugkörper zur Bekämpfung gegnerischer Radaranlagen. Darüber hinaus sind neue Luft-Boden-Waffen und Luft-Luft-Lenkwaffen für die Kernkundennationen vorgesehen. Das Upgrade soll die Manövrierfähigkeit um bis zu 45 Prozent steigern und neue Waffensysteme integrieren.

Das Paket aerodynamischer Änderungen(öffnet im neuen Fenster) besteht aus drei wesentlichen Komponenten: Die Tragflächenvorderkante wird am Übergang zum Rumpf verlängert, was die Strömungsverhältnisse bei hohen Anstellwinkeln verbessern soll. Die Leitflächen (Strakes) oberhalb der Lufteinläufe erhalten statt der bisherigen rechteckigen eine dreieckige Form. Zudem werden die Flügelklappen (Flaperons) vergrößert und modifiziert.

Die Änderungen sollen den maximal möglichen Auftrieb der Tragfläche erhöhen, Flugsteuerung (FCS) und Avionik werden entsprechend angepasst. Die Entwicklung und Produktion übernehmen die Partner Airbus, BAE Systems und Leonardo.

Vorteile im Luftkampf

Nach Angaben des Herstellers erleichtert das Upgrade die Zielerfassung durch schnellere Richtungswechsel bei niedrigen Geschwindigkeiten. Die Manövrierfähigkeit im Nahkampf soll ebenfalls steigen. Die Modifikationen bieten nach Aussage von Jorge Tamarit-Degenhardt(öffnet im neuen Fenster) , seit Mai 2025 Chef von Eurofighter, mehr Flexibilität beim Waffentransport.

Die aerodynamischen Verbesserungen wurden bereits vor mehr als zehn Jahren getestet: Ein Eurofighter in Manching absolvierte 2015 insgesamt 36 Testflüge. Die damaligen Versuche(öffnet im neuen Fenster) zeigten eine Steigerung des maximalen Auftriebs um etwa 25 Prozent.

Testpilot Raffaele Beltrame berichtete von deutlich größeren Anstellwinkeln(öffnet im neuen Fenster) – etwa 45 Prozent mehr als beim Standardmodell. Die Rollraten lagen bis zu 100 Prozent höher. Auch die Unterschall-Kurvenrate verbesserte sich um 15 Prozent, während das maximale Startgewicht um mehrere hundert Kilogramm gesteigert werden konnte. Trotz der positiven Ergebnisse gab es damals keine Bestellung für eine Nachrüstung.

Eine Million Flugstunden für den Eurofighter

Die Eurofighter-Flotte überschritt im Dezember 2025 die Marke von einer Million Flugstunden(öffnet im neuen Fenster) , wie das Unternehmen Ende Januar mitteilte. Die Stunden verteilen sich auf die vier Partnernationen Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien sowie fünf weitere Betreiberländer.

Konkrete Angaben zum Zeitplan für die Umsetzung des AMK-Vertrags machte das Unternehmen noch nicht. Mit den nun beschlossenen Verbesserungen soll der europäische Kampfjet bis mindestens 2060 im Einsatz bleiben können. Die aerodynamischen Modifikationen stellen damit einen Baustein für die langfristige Nutzung der Plattform dar.


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