AEM-Elektolyse: Wasserstoffproduktion ohne teure Edelmetalle startet in Antwerpen
Das US-amerikanische Unternehmen Power to Hydrogen(öffnet im neuen Fenster) hat in Belgien eine Elektroylseanlage für Wasserstoff im Hafen von Antwerpen eröffnet. Das System besteht aus zwei AEM-Elektrolyseuren, die mit einer Anionen-Austausch-Membram arbeiten.
Der Vorteil dieses Prinzips ist, dass auf teure Edelmetalle verzichtet werden kann, wodurch Herstellungs- und Wartungskosten niedriger ausfallen. Bisher waren die Anlagen aber in ihrer Leistungsfähigkeit begrenzt, konnten nur schwer reguliert werden und zeigten einen höheren Verschleiß als andere Elektrolyseanlagen.
Bei dem System in Antwerpen sollen diese Nachteile nicht mehr bestehen. Es gilt als Pilotanlage, die zunächst den lokalen Gasversorger Holthausen mit Wasserstoff versorgen soll, dessen Preis nicht höher ist als bei der Wasserstoffgewinnung aus Erdgas.
Zehnfache Leistung, fünffache Lebensdauer
Die Anlage mit 500 kW Leistung kann 70 Tonnen Wasserstoff pro Jahr produzieren. Es handelt sich dabei um zwei Elektolyseure mit je 250 kW, das ist das Zehn- bis Hundertfache der typischen Leistung solcher Systeme.
Laut Power to Hydrogen kann das System im Bereich zwischen 10 und 100 Prozent seiner Leistung variabel betrieben werden, um nur dann mit voller Auslastung Wasserstoff zu produzieren, wenn der Strompreis in Belgien besonders niedrig ist. Angestrebt wird mit der Pilotanlage ein Preis von unter 4 Euro pro kg H2, was umgerechnet 12 Cent je Kilowattstunde entspricht, mit den typischen Verlusten knapp 20 Cent.
Erreicht wird dies auch dank der langen Lebensdauer des Elektolyseurs, die in einem Pilotversuch(öffnet im neuen Fenster) mit dem spanischen Erdölkonzern Repsol über 1.250 Stunden hinweg gezeigt wurde. Ausgehend davon könnte das Herzstück der Anlage, die Membran, fast 6 Jahre unter Dauerlast genutzt werden.
Nach Angaben des Hersteller entspricht dies dem Fünffachen der unter anderem von der EU geforderten Haltbarkeit. Unabhängige Tests dazu fehlen allerdings noch.
Der Preis für den Wasserstoff soll weiter sinken, wenn die Anlage wächst. In Versuchen wie zum Beispiel beim deutschen Forschungsprojekt H2Giga(öffnet im neuen Fenster) werden mehrere Hundert Elektrolyseure miteinander verschaltet. Bei einem solchen System wäre eine Halbierung der derzeit angesetzten Kosten realistisch.
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