Adtran: Das geheimnisvoll langwierige Projekt Access 4.0 der Telekom

Die Telekom will mit Access 4.0 ein Software-defined Operator werden. Doch das geht schon sehr lange.

Artikel veröffentlicht am ,
Das Logo des Projekts Access 4.0 im Jahr 2018
Das Logo des Projekts Access 4.0 im Jahr 2018 (Bild: Deutsche Telekom)

Die Deutsche Telekom arbeitet mit dem US-Ausrüster Adtran, um ihr Projekt Access 4.0 weiterzubringen. Dabei geht es um preiswerte Hardware, die von der Software entkoppelt ist. Adtran hatte die neue Zusammenarbeit schon Ende April bekanntgegeben. Telekom-Sprecher Philipp Kornstaedt hatte dies zwar bestätigt, sagte aber Golem.de, dass es "aktuell keine Ankündigungen im Zusammenhang mit dem Projekt Access 4.0" gebe.

Laut Kornstaedt wird Access 4.0 FTTB (Fiber to the Building) technisch unterstützen, erklärte er auf Nachfrage zu der Topologie: "Ein begrenzter Feldversuch läuft bereits. Wir sammeln viele Erfahrungen - auch auf dem physikalischen Layer. Für die Telekom ist FTTH die Zielarchitektur. Wo FTTB als quasi Brückentechnik zum Einsatz kommt und in welcher Menge, hängt ganz stark mit den Gegebenheiten vor Ort im jeweiligen Ausbaugebiet ab." Doch über einen Feldversuch sprach die Telekom bereits im Oktober 2017. Der Verzicht auf proprietäre Ausrüstung von Herstellern wie Nokia, Huawei oder ZTE erweist sich als nicht so einfach und sehr langwierig.

Das gibt Kornstaedt auch indirekt zu. Disaggregation der Software von der Hardware "bietet enorme Vorteile, aber auch Herausforderungen. Neben nachweisbarer Kostenersparnis und neuen potenziellen Lieferanten erfordert dieser Weg auch intern eine kulturelle Veränderung", sagte Kornstaedt. Die Trennung von Hardware und Software sei nur ein erster Schritt hin zum Software-defined Operator. Die Telekom sehe dies als sehr vielversprechend.

Access 4.0 soll über am Netzrand aufgestellte Mini-Rechenzentren Gigabit-Internetanschlüsse ermöglichen, wobei quelloffene Software in günstiger handelsüblicher Hardware im Sinne des Software-Defined Networking (SDN) zum Einsatz kommt.

Access 4.0: Disaggregation der Software von der Hardware

Access 4.0 integriere SDN (Software Defined Networking), disaggregierte Hardwarekomponenten und NFV-Technologien (Network Functions Virtualization) in ein offenes Ökosystem, erklärte Adtran. Gegründet im Jahr 1985 hatte Adtran im Dezember 2011 das Geschäft mit Ausrüstung für Festnetz-Breitband von Nokia Siemens Networks gekauft, das zuvor zu Siemens gehörte. Im Rahmen der Transaktion wechselten 400 Beschäftigte von Nokia Siemens zu Adtran. Die deutschen Standorte liegen daher in München, Greifswald und Berlin.

Zuletzt hatte die Telekom auf dem Mobile World Congress 2019 in Barcelona zu Access 4.0 erklärt, mit Reply als Co-Entwicklungspartner an Open Source Backhaul-Technik zu arbeiten. Die Telekom wollte zudem mit Broadcom und Rtbrick ein Broadband Network Gateway (BNG) auf Basis von Netzwerk-Chips für den Massenmarkt entwickeln.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Grüner Wasserstoff
Neues Verfahren erzeugt Wasserstoff aus Salzwasser

Wo es Sonne gibt, um Wasserstoff zu erzeugen, fehlt es oft an Süßwasser. Ein neu entwickelter Elektrolyseur kann das im Überfluss vorhandene Meerwasser verarbeiten.

Grüner Wasserstoff: Neues Verfahren erzeugt Wasserstoff aus Salzwasser
Artikel
  1. Ukrainekrieg: Palantir für die militärische Zielauswahl verantwortlich
    Ukrainekrieg
    Palantir für die militärische Zielauswahl verantwortlich

    Das US-Unternehmen Palantir ist mit Software am Kriegsgeschehen in der Ukraine beteiligt. Auch die hiesige Polizei setzt Software des Unternehmens ein.

  2. Streaming: Netflix streicht Funktion aus drei Abomodellen
    Streaming
    Netflix streicht Funktion aus drei Abomodellen

    Künftig gibt es 3D-Raumklang alias Spatial Audio nur noch im teuersten Netflix-Abo. Wirbel entfacht eine Filmveröffentlichung in Japan.

  3. Software: Wie Entwickler Fehler aufspüren - oder gleich vermeiden
    Software
    Wie Entwickler Fehler aufspüren - oder gleich vermeiden

    Es gibt zahlreiche Arten von Softwarefehlern. Wir erklären, welche Testverfahren sie am zuverlässigsten finden und welche Methoden es gibt, um ihnen vorzubeugen.
    Von Michael Bröde

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Samsung G5 Curved 27" WQHD 260,53€ • Graka-Preisrutsch bei Mindfactory • Samsung Galaxy S23 jetzt vorbestellbar • Philips Hue 3x E27 + Hue Bridge -57% • PCGH Cyber Week • Dead Space PS5 -16% • PNY RTX 4080 1.269€ • Bis 77% Rabatt auf Fernseher • Roccat Kone Pro -56% [Werbung]
    •  /