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Adtran: Amerikanisch-deutscher Telco-Ausrüster macht mehr Verlust

Adtran macht durch die Übernahme des deutschen Ausrüsters ADVA einen höheren Verlust. Zugleich wird deutlich, wie abgeschlagen Adtran/ADVA im Vergleich zu Huawei , Nokia und Ericsson ist.
/ Achim Sawall
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Adtran liefert 60-GHz-mm-Wave-Mesh-Technik für rurale US-Gebiete. (Bild: Adtran)
Adtran liefert 60-GHz-mm-Wave-Mesh-Technik für rurale US-Gebiete. Bild: Adtran

Adtran hat im dritten Quartal 2022 höhere Verluste erwirtschaftet. Das gab der US-Telekommunikationsausrüster am 8. November 2022 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Der Verlust stieg wegen der Übernahme von ADVA um mehr als das Vierfache von 10,4 auf 44,9 Millionen US-Dollar.

Der Umsatz wuchs dagegen von 120,7 Millionen US-Dollar auf 304,9 Millionen US-Dollar. Verglichen mit den führenden Ausrüstern Huawei, Ericsson und Nokia ist Adtran damit auf dem Weltmarkt praktisch bedeutungslos. Der Umsatz von Huawei stieg im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent auf 144,2 Milliarden Yuan oder rund 20 Milliarden Euro. Ericsson meldete einen Anstieg des Umsatzes auf 68 Milliarden Kronen (6,26 Milliarden Euro) nach 56,3 Milliarden Kronen im Vorjahr und Nokia konnte im dritten Quartal den Umsatz um 16 Prozent auf 6,24 Milliarden Euro steigern.

US-Konzern hält rund zwei Drittel der Anteile an ADVA

Adtran hatte den Kauf des deutschen Glasfaserexperten ADVA im Juli 2022 im Aktientausch abgeschlossen und war darum zuerst im deutschen SDax und dann im MDax gelistet. Der US-Konzern hält rund zwei Drittel der Anteile an ADVA, das bei der Übernahme mit 759 Millionen Euro bewertet wurde.

Tom Stanton, Chief Executive Officer von Adtran, erklärte: "Unser drittes Quartal markierte eine neue Ära in unserer Geschichte, indem wir den Zusammenschluss mit ADVA Optical Networking abgeschlossen haben. Das breitere Portfolio des kombinierten Unternehmens, gepaart mit einem größeren, diversifizierteren und regional ausgewogenen Kundenstamm, versetzt uns in die Lage, von dem globalen Wandel zur Glasfaser zu profitieren."

Der Hauptsitz von Adtran liegt in Huntsville, Alabama, USA. Gegründet im Jahr 1985, hatte Adtran im Dezember 2011 das Geschäft mit Ausrüstung für Festnetz-Breitband von Nokia Siemens Networks gekauft, das zuvor zu Siemens gehörte. Im Rahmen der Transaktion wechselten 400 Beschäftigte von Nokia Siemens zu Adtran. Deutsche Standorte liegen in München, Greifswald und Berlin.


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