Adtran: 1&1 Versatel erweitert sein Netz auf 800 GBit/s
1&1 Versatel kauft Ausrüstung von dem US-Konzern Adtran, um sein Glasfasernetzwerk zu modernisieren. Wie der Netzbetreiber für Unternehmenskunden bekannt gab(öffnet im neuen Fenster), will man so Übertragungsraten von bis zu 800 GBit/s erreichen. Angaben zum finanziellen Volumen des Vertrags wurden nicht gemacht.
Frank Rosenberger, Chief Executive Officer von 1&1 Versatel, sprach laut Adtran(öffnet im neuen Fenster) von einer "beträchtlichen Investition von mehreren Millionen Euro. Allein in diesem Jahr planen wir, diese Technologie an über 135 Standorten in unserem Weitverkehrsnetz einzuführen und damit rund 250 einzelne Glasfaserverbindungen auf 75 wichtigen Verkehrswegen abzudecken." Der Bedarf der Unternehmenskunden steige wegen Cloud-Anbindung und KI-Nutzung.
Mithilfe der optischen Übertragungstechnik FSP 3000 von Adtran beleuchtet 1&1 Versatel die Glasfasern auf Weitverkehrsstrecken und koppelt sie mit Rechenzentren. Die Flexgrid-Technologie ermögliche die parallele Datenübertragung auf verschiedenen Wellenlängen mit einer Bandbreite von jeweils bis zu 800 GBit/s auf einer Glasfaserstrecke. Zusätzlich setzt 1&1 Versatel auf ALM-Fiber-Monitoring von Adtran für eine automatisierte Faserüberwachung.
Adtran, ein ziemlich deutscher Ausrüster aus Huntsville, Alabama
In einem ersten Schritt wird die Ausrüstung im Backbone des Glasfasernetzes eingesetzt. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die FSP 3000-System auch in den regionalen Glasfasernetzen zum Einsatz kommen. Insgesamt werd die Kapazitätserweiterung laut 1&1 Versatel mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Die Technik wird von dem Adtran Partner-Unternehmen Dacoso, einem deutschen IT-Dienstleister aus Langen implementiert.
Versatel entstand aus einem Zusammenschluss von 21 Stadtnetzbetreibern und betreibt mit circa 65.000 Kilometern Glasfaser-Strecke Netze in rund 350 Städten.
Der Hauptsitz von Adtran liegt in Huntsville, Alabama, USA. Gegründet im Jahr 1985, hatte Adtran im Dezember 2011 das Geschäft mit Ausrüstung für Festnetz-Breitband von Nokia Siemens Networks gekauft, das zuvor zu Siemens gehörte. Im Rahmen der Transaktion wechselten 400 Beschäftigte von Nokia Siemens zu Adtran. Deutsche Standorte liegen in München und Berlin. Der Standort Greifswald wurde zum 30. September 2024 geschlossen(öffnet im neuen Fenster). 120 Beschäftigte verloren ihren Arbeitsplatz.
Adtran hatte im Juli 2022 zudem den Kauf des deutschen Glasfaserexperten ADVA im Aktientausch abgeschlossen. Der US-Konzern hält rund zwei Drittel der Anteile an ADVA, das bei der Übernahme mit 759 Millionen Euro bewertet wurde. Die hier an 1&1 Versatel verkaufte Technik stammt von ADVA.
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