Adreno: Aktuelle Qualcomm-GPUs bekommen freien Treiber
Der Entwickler Jordan Crouse hat Patches für den Linux-Kernel veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster), welche die Grafikunterstützung für die 500er-Reihe von Qualcomms Adreno-GPUs implementieren. Die GPUs dieser Adreno-Generation werden von Qualcomm in den aktuellen Snapdragon SoCs verbaut. Dazu gehören unter anderem die derzeit verfügbaren Topmodelle Snapdragon 820 und 821, die etwa in Googles Pixel-Smartphones oder auch im Oneplus 3T zum Einsatz kommen.
Crouse arbeitet seit einigen Jahren an den Kernelkomponenten des Grafiktreibers der Qualcomm-SoCs und schreibt in der Ankündigung, dass die GPU-Unterstützung selbst nur wenig interessant sei, sofern sich damit nicht einmal ein Dreieck zeichnen lasse. Der Red-Hat-Entwickler Rob Clark, der auch der Begründer des freien Adreno-Treibers Freedreno ist, hat deshalb parallel zu den Arbeiten von Crouse die Userspace-Komponenten umgesetzt.
Clark wiederum schreibt(öffnet im neuen Fenster), dass er die wichtigsten Grundlagen für die 3D-Grafikbibliothek Mesa bereits umgesetzt und auf einem Entwicklerboard mit Snapdragon 820 getestet habe. Clark hatte vor zwei Jahren erstmals einen Freedreno-Treiber präsentiert, der mehr Funktionen bietet, als sein proprietäres Pendant. Ungefähr zur gleichen Zeit haben Qualcomm-Angestellte damit begonnen, aktiv zu dem MSM genannten Kernel-Treiber beizutragen, dessen Entwicklung Clark ebenfalls initiiert hatte.
Proprietäre Treiber verhindern Android-Upgrades
Der wohl wichtigste Grund dafür, dass Android-Smartphones vergleichsweise selten Updates und Versionsupgrades erhalten, sind die proprietären Treiber der Hardware-Hersteller. Diese verhindern schlicht einfache Updates des Linux-Kernels und damit auch der Android-Versionen. Das betrifft selbst die Pixel-Smartphones von Google, die deshalb nur zwei Jahre lang Upgrades erhalten sollen.
Mit den von der Kernel-Community gepflegten freien Treibern gibt es dieses Problem nicht. Bisher beteiligt sich aber keiner der wichtigen Hersteller von ARM-SoCs in Android-Geräten aktiv an der Entwicklung des Linux-Kernels. Die einzige Ausnahme ist Nvidia, das den SoC für das Pixel-C-Tablet geliefert hat und einen proprietären Userspace-Treiber benutzt.
Auch das auf Android aufbauende IoT-Betriebssystem Brillo von Google soll ausschließlich auf freie Treiber setzen, um langfristig die Sicherheit der Geräte zu gewährleisten. Für sein ChromeOS zwingt Google seine Hardware-Partner ebenso zu freien Treibern.
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