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Adreno: Aktuelle Qualcomm-GPUs bekommen freien Treiber

Für die 500er-Reihe von Qualcomms Adreno-GPUs stehen erste Patches für einen freien Linux -Treiber bereit. Der Code umfasst Kernel- und Userspace und stammt teilweise von Qualcomm selbst. Android-Updates könnten damit künftig wesentlich einfacher werden.
/ Sebastian Grüner
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Ein Entwickler-Sample von Qualcomm mit Snapdragon 821. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
Ein Entwickler-Sample von Qualcomm mit Snapdragon 821. Bild: Marc Sauter/Golem.de

Der Entwickler Jordan Crouse hat Patches für den Linux-Kernel veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) , welche die Grafikunterstützung für die 500er-Reihe von Qualcomms Adreno-GPUs implementieren. Die GPUs dieser Adreno-Generation werden von Qualcomm in den aktuellen Snapdragon SoCs verbaut. Dazu gehören unter anderem die derzeit verfügbaren Topmodelle Snapdragon 820 und 821, die etwa in Googles Pixel-Smartphones oder auch im Oneplus 3T zum Einsatz kommen.

Crouse arbeitet seit einigen Jahren an den Kernelkomponenten des Grafiktreibers der Qualcomm-SoCs und schreibt in der Ankündigung, dass die GPU-Unterstützung selbst nur wenig interessant sei, sofern sich damit nicht einmal ein Dreieck zeichnen lasse. Der Red-Hat-Entwickler Rob Clark, der auch der Begründer des freien Adreno-Treibers Freedreno ist, hat deshalb parallel zu den Arbeiten von Crouse die Userspace-Komponenten umgesetzt.

Clark wiederum schreibt(öffnet im neuen Fenster) , dass er die wichtigsten Grundlagen für die 3D-Grafikbibliothek Mesa bereits umgesetzt und auf einem Entwicklerboard mit Snapdragon 820 getestet habe. Clark hatte vor zwei Jahren erstmals einen Freedreno-Treiber präsentiert , der mehr Funktionen bietet, als sein proprietäres Pendant. Ungefähr zur gleichen Zeit haben Qualcomm-Angestellte damit begonnen, aktiv zu dem MSM genannten Kernel-Treiber beizutragen, dessen Entwicklung Clark ebenfalls initiiert hatte.

Proprietäre Treiber verhindern Android-Upgrades

Der wohl wichtigste Grund dafür, dass Android-Smartphones vergleichsweise selten Updates und Versionsupgrades erhalten, sind die proprietären Treiber der Hardware-Hersteller. Diese verhindern schlicht einfache Updates des Linux-Kernels und damit auch der Android-Versionen. Das betrifft selbst die Pixel-Smartphones von Google , die deshalb nur zwei Jahre lang Upgrades erhalten sollen.

Mit den von der Kernel-Community gepflegten freien Treibern gibt es dieses Problem nicht. Bisher beteiligt sich aber keiner der wichtigen Hersteller von ARM-SoCs in Android-Geräten aktiv an der Entwicklung des Linux-Kernels. Die einzige Ausnahme ist Nvidia, das den SoC für das Pixel-C-Tablet geliefert hat und einen proprietären Userspace-Treiber benutzt.

Auch das auf Android aufbauende IoT-Betriebssystem Brillo von Google soll ausschließlich auf freie Treiber setzen , um langfristig die Sicherheit der Geräte zu gewährleisten. Für sein ChromeOS zwingt Google seine Hardware-Partner ebenso zu freien Treibern.


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