Adobe Flash: Steuerbehörde zögert Flash-Ende mit eigenem Browser heraus

Die Steuerbehörde in Südafrika hat es nicht geschafft, ihre Formulare von Flash zu migrieren. Jetzt bringt sie einen eigenen Browser heraus.

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Adobes Flash Player ist am Ende.
Adobes Flash Player ist am Ende. (Bild: Geralt/Pixabay/Montage: Golem.de)

Mehrere Formulare für eine Steuererklärung in Südafrika wurden noch nicht von Flash auf HTML5 migriert. Damit nach dem Ende von Flash weiterhin Steuererklärungen abgegeben werden können, hat die Steuerbehörde South African Revenue Service (SARS) kurzerhand einen eigenen Browser herausgebracht, der weiterhin Flash unterstützt.

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"Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass nun eine SARS-Browserlösung verfügbar ist, nachdem es Probleme mit der Abkündigung des Adobe Flash Players gab", schrieb die Behörde am Montag auf Twitter. Mit dem SARS-Browser könne ausschließlich die Webseite für die Steuererklärung aufgerufen werden, ein normales Surfen im Web sei nicht möglich, erklärt die Behörde. Zudem funktioniere der Browser ausschließlich unter Windows.

Nutzer von anderen Betriebssystemen wie Linux oder MacOS können je nach benutzten Formularen derzeit keine Steuererklärung in Südafrika abgeben. Zuvor hatte die Behörde den Nutzern eine Anleitung zur Verfügung gestellt, mit welcher die Nutzer Flash in Googles Chrome und Microsoft Edge weiterhin verwenden können sollen.

Flash wurde zum 12. Januar 2021 eingestellt

Dabei hatte der Flash-Hersteller Adobe bereits im Juli 2017 angekündigt, Flash einstellen zu wollen. Auch die Browserhersteller Mozilla, Google und Apple hatten in den vergangenen Jahren Flash abgekündigt. Spätestens seit Juni 2020 war jedoch klar, dass Flash im Jahr 2021 nicht mehr funktionieren wird. Adobe forderte nicht nur zur Deinstallation der Software auf, sondern kündigte sogar einen Selbstzerstörungsmechanismus an. Seit dem 12. Januar ist endgültig Schluss - außer es werden noch alte Flash-Versionen eingesetzt, die weiterhin Flash-Inhalte ausführen können - und wahrscheinlich etliche Sicherheitslücken enthalten.

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Umso erstaunlicher sind die Probleme in Südafrika und China. In Nordostchina legte die Flash-Abschaltung sogar Züge lahm, weil das System für die Zugplanung auf Flash basierte. In Sicherheitskreisen war der Flash Player schon vor Jahren als Sicherheitslückenschleuder in Verruf geraten, entsprechend dürfte das Ende von Flash von einigen Sicherheitsforschern und -experten wohlwollend aufgenommen werden.

Nachtrag vom 26. Januar 2021, 12:45 Uhr

Wir haben den SARS-Browser heruntergeladen. Nach einer Kurzanalyse der Binary scheint es sich um einen Chromium-Fork, der Open-Source-Basis von Googles Chrome-Browser, zu handeln. Obendrein dürfte der SARS-Browser die Open-Source-Lizenz GPL verletzen, die eine Veröffentlichung des Quellcodes vorschreibt.

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