Über Add-on von Adobe: Forscher zeigen Whatsapp-Datenklau mit nur einem Klick
Sicherheitsforscher von Guardio haben eine Sicherheitslücke in einer von mehr als 300 Millionen Nutzern installierten Browsererweiterung von Adobe entdeckt. Wie die Forscher in einem Blogbeitrag(öffnet im neuen Fenster) schildern, hätten Angreifer damit unbemerkt Chats und andere Daten aus Whatsapp-Web-Sessions abgreifen können. Eine Zielperson hätte dafür lediglich eine speziell gestaltete Website aufrufen müssen.
Die besagte Sicherheitslücke ist als CVE-2026-48294(öffnet im neuen Fenster) registriert und hat einen hohen Schweregrad (CVSS: 7,4). Betroffen ist die verbreitete Chrome-Erweiterung von Adobe Acrobat, die im Chrome Web Store(öffnet im neuen Fenster) 314 Millionen Nutzer und über 62.000 Bewertungen vorweisen kann.
Laut Schwachstellenbeschreibung können Angreifer CVE-2026-48294 ausnutzen, um über eigene Websites Daten aus den Browser-Sessions der Besucher abzugreifen. Ursache ist ein mögliches Cross-Site-Scripting (XSS) aufgrund einer unsachgemäßen Neutralisierung von Eingabedaten bei der Erzeugung von Webseiten (CWE-79(öffnet im neuen Fenster)).
Ausnutzung mit nur einem Klick
Die Guardio-Forscher demonstrieren den Hermeticreader genannten Angriff in einem kurzen Videoclip auf Youtube(öffnet im neuen Fenster). Den Angaben zufolge muss ein Angriffsopfer lediglich einen Klick auf einen Link ausführen, woraufhin der Angreifer Whatsapp-Chats, Kontaktdaten und andere private Informationen im Klartext auslesen kann. Der Angriff setzt jedoch voraus, dass der anvisierte Nutzer bei Whatsapp Web angemeldet ist.
"Es wird keine Malware installiert, kein Passwort wird durch Phishing ergaunert, kein Sitzungs-Cookie wird manipuliert", schreiben die Forscher. Auch eine Zero-Day-Lücke in Whatsapp liege nicht vor. Zudem benötige der Angreifer weder ein Adobe-Konto noch einen direkten Zugriff auf das System der Zielperson. "Es reicht aus, dass das Opfer eine einfache, vom Angreifer kontrollierte statische Seite besucht", heißt es.
Guardio hat den im Video demonstrierten Exploit für CVE-2026-48294 nach eigenen Angaben mithilfe einer KI entwickelt. Er setzt laut Bericht an einer Engine namens Hermes an, über die die Adobe-Erweiterung mit Whatsapp Web interagieren kann, um darüber empfangene PDF-Dateien zu verarbeiten. Normalerweise ist Hermes wohl inaktiv, kann aber vom Angreifer über ein Feature-Flag aktiviert werden.
Ein Patch ist verfügbar
Wer sich für technische Details zu dem Hermeticreader-Angriff interessiert, findet diese im Blogbeitrag der Guardio-Forscher(öffnet im neuen Fenster). Als anfällig gilt die Adobe-Acrobat-Erweiterung bis einschließlich Version 26.5.2.2. Ein Patch wurde mit Version 26.5.2.3 implementiert. Die Aktualisierung erfolgt in der Regel automatisch. Die neueste Version des Adobe-Add-ons trägt die Versionsnummer 26.7.2.0. Das Tool erhielt also nach dem Patch noch weitere Updates.
Laut Guardio reagierte(öffnet im neuen Fenster) Adobe auf die Meldung der Forscher "phänomenal" und stellte die Korrektur innerhalb eines Wochenendes bereit. Das sei angesichts der großen Nutzerbasis eine außergewöhnliche Reaktionszeit, so die Forscher. "Adobe hat das Problem mit genau der Dringlichkeit behandelt, die die große Installationsbasis verdient hat, und dafür gebührt dem Unternehmen volle Anerkennung", heißt es im Blog.
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