AdID: Google will keine Third-Party-Cookies mehr zulassen

Google entwickelt eine neue Technologie, die Third-Party-Cookies ersetzen könnte. Wie die Tageszeitung USA Today(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf eine informierte Quelle berichtet, soll die AdID anonyme Datensammlungen für werbetreibende Unternehmen erlauben. Ein Google-Sprecher hat dies indirekt bestätigt.
Third-Party-Cookies sind Cookies, die nicht von einer Website selbst platziert werden, sondern von Inhalten Dritter, die in eine Website eingebunden sind. Das gilt typischerweise für Werbung, die von Drittanbietern zugeliefert wird, oder für Social Widgets wie Facebooks Like-Button. Damit lässt sich eine wichtige Einschränkung von Cookies umgehen: Eigentlich kann jeder Server nur seine eigenen Cookies auslesen. Wenn aber ein Dritter Third-Party-Cookies auf mehreren Webseiten platzieren kann, ist es ihm möglich, einen Nutzer auf all diesen Seiten wiederzuerkennen. Das wird als Tracking bezeichnet.
Google, das einen großen Teil des weltweiten Onlinewerbeumsatzes generiert, will AdID für Unternehmen und Werbenetzwerke bereitstellen, die den Bedingungen zuvor zustimmen müssen. Die Privatsphäre der Nutzer soll damit besser geschützt werden. Manche Einkäufe oder Websitebesuche sind sehr privat, doch Cookies werden gesetzt und Nutzer müssen mit verschiedenen Tools wie Abine, Collusion, Betterprivacy oder der Fraunhofer-Tracking-Protection-List ihren Rechner aufräumen, wenn sie nicht wollen, dass aussagekräftige Werbeprofile von ihnen erstellt werden.
Google verhandelt mit Regierungsstellen und Verbraucherorganisationen über den neuen Standard in den kommenden Wochen und Monaten, der bislang noch geheim ist. Nutzer sollen mit AdID in einen privaten Modus schalten können, in dem keine Informationen mehr gesammelt werden.
"Wir und andere haben eine Reihe von Konzepten in diesem Bereich, aber sie sind alle noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase" , sagte Google-Sprecher Rob Shilkin USA Today. Er lehnte es ab, weitere Fragen zu beantworten.
Der Stanford-Doktorand Jonathan Mayer hatte einen Patch für Firefox entwickelt, der dafür sorgt, dass Third-Party-Cookies weitgehend blockiert werden. Allerdings sollen diese nicht gänzlich blockiert werden: Webseiten, die ein Nutzer zuvor besucht hat, dürfen Third-Party-Cookies platzieren, mit denen Nutzer durchs Web hinweg getrackt werden können. Damit passt Mozilla das Verhalten seines Browsers dem von Apples Safari an.
Die E-Privacy-Richtlinie der Europäischen Union sieht vor, dass Werbetreibende Cookies nur dann auf Rechnern ablegen dürfen, wenn die Nutzer ausdrücklich zugestimmt haben. Vor vier Jahren verabschiedet, ist die Richtlinie in Deutschland bis heute nicht umgesetzt worden, weil das Bundeswirtschaftsministerium die Umsetzung blockiert .