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Adform-Skript kompromittiert: Malware über unzählige Webseiten verbreitet

Ein Angreifer hat Malware in ein Skript von Adform eingeschleust. Der Schadcode wurde dadurch an Besucher zahlreicher Webseiten ausgespielt.
/ Marc Stöckel
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Ein manipuliertes Adtech-Skript wird für unzählige Kryptonutzer zur Bedrohung. (Bild: pexels.com / Fernando Arcos)
Ein manipuliertes Adtech-Skript wird für unzählige Kryptonutzer zur Bedrohung. Bild: pexels.com / Fernando Arcos

Bei dem europäischen Adtech-Anbieter Adform ist es zu einem Sicherheitsvorfall gekommen, bei dem es einem Angreifer gelungen ist, Schadcode in ein Skript des Unternehmens einzuschleusen. Der Code zielte darauf ab, Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und Tron (TRX) zu stehlen, und wurde an Besucher zahlreicher Webseiten ausgespielt, bei denen Adform zum Einsatz kommt.

Der Sicherheitsforscher Kevin Beaumont machte bereits am 30. Juli in einem Blogbeitrag(öffnet im neuen Fenster) sowie auf Mastodon(öffnet im neuen Fenster) auf den Vorfall aufmerksam. Nach Angaben des Forschers handelt es sich bei der eingeschleusten Malware um einen Krypto-Stealer, der kopierte Wallet-Adressen automatisch austauscht.

Dafür prüft die Malware alle drei Sekunden den Inhalt der Zwischenablage. Erkennt die Schadsoftware darin eine gültige Wallet-Adresse, so ersetzt sie diese durch eine Adresse des Angreifers. Nutzer, die ihre Kryptowährungen zwischen verschiedenen Wallets oder Plattformen transferieren wollen, schicken ihre Bestände dadurch also unbemerkt an den Angreifer.

Adform hat aufgeräumt

Darüber hinaus sammelt die Malware laut Beaumont auch noch Informationen über die besuchten Webseiten sowie die IP-Adressen der jeweiligen Besucher und kommuniziert mit einem System des Angreifers.

Inzwischen wurde der Schadcode aber aus dem Adtech-Skript entfernt. Adform bestätigte den Vorfall in einer Meldung auf seiner Webseite(öffnet im neuen Fenster). Demnach will das Unternehmen die verdächtigen Aktivitäten schon am 27. Juli bemerkt haben. Die Untersuchungen laufen wohl noch.

"Nach unserem Kenntnisstand war der Code nicht darauf ausgelegt, Software auf dem Gerät eines Nutzers zu installieren oder eine Persistenz aufzubauen. Er war nur aktiv, solange eine betroffene Webseite geöffnet war", betont der Adtech-Anbieter.

Adform versichert zudem, dass der Vorfall eingedämmt wurde und die Dienste des Unternehmens wieder "sicher genutzt werden" können. Seine Kunden sowie die zuständigen Behörden habe der Adtech-Anbieter zudem gesondert informiert.

Die Angriffsfläche scheint groß zu sein

Angaben dazu, wie viele Nutzer die Malware erreichte, machte Adform nicht. Laut Beaumont werden die Dienste des Adtech-Anbieters weltweit von rund 14.000 Unternehmen genutzt. Auf seiner Webseite(öffnet im neuen Fenster) führt Adform zudem zahlreiche namhafte Unternehmen als Partner auf, darunter Spotify, Disney+, NBC, Sky, Eurosport, Paramount+ und CNN. Der Schadcode könnte also durchaus an eine hohe Zahl von Nutzern ausgespielt worden sein.

Adform empfiehlt Anwendern, sicherheitshalber ihren Browsercache zu leeren, damit die kompromittierte Version des Skripts daraus entfernt wird. Nutzer, die Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum oder Tron transferieren wollen, sollten zudem stets genau prüfen, ob kopierte Wallet-Adressen korrekt im Zielformular ankommen.


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