Abo
  • Services:

Address Sanitizer: Tor-Browser mit besserem Schutz vor Sicherheitslücken

Die Tor-Entwickler wollen bald eine gehärtete Version ihres Browser-Bundles für Linux veröffentlichen. Dabei kommt Address Sanitizer zum Einsatz. Dieses Feature verhindert zahlreiche Sicherheitslücken, allerdings um den Preis erheblicher Performanceeinbußen.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Den Tor-Browser gibt's bald auch in einer gehärteten Version.
Den Tor-Browser gibt's bald auch in einer gehärteten Version. (Bild: Tor/CC-BY 3.0)

Das Tor-Browser-Bundle für 64-Bit-Linux-Systeme soll es bald in einer gehärteten Version geben. Das kündigte Tor-Entwickler Georg Koppen in einer Mail an. Eine erste Nightly-Version dieses gehärteten Tor-Browsers kann man bereits herunterladen.

Tor-Browser mit Address Sanitizer

Stellenmarkt
  1. Dürr AG, Bietigheim-Bissingen
  2. über duerenhoff GmbH, Raum Mannheim, deutschlandweit

Das Tor-Browser-Bundle ist ein speziell angepasster Firefox-Browser, der zusammen mit der Zugangssoftware zum Tor-Netzwerk ausgeliefert wird. In der gehärteten Variante wird die Software mit Address Sanitizer oder kurz ASAN kompiliert. Bei Address Sanitizer handelt es sich um ein Compilerfeature, es ist sowohl in GCC als auch in LLVM verfügbar. Die Tor-Netzwerksoftware selbst wird zusätzlich mit dem Undefined Behavior Sanitizer kompiliert.

Address Sanitizer ist ein Schutzmechanismus, der zahlreiche ungültige Speicherzugriffe entdeckt und die Programmausführung beendet, wenn ein solcher Speicherzugriff erkannt wird. Typische Fehler, die Address Sanitizer findet, sind etwa Use-After-Free-Fehler oder Buffer Overflows. Address Sanitizer nutzt dafür einen sogenannten Shadow-Memory, in dem aufgezeichnet wird, welche Speicherbereiche gültig sind. Auch wird das Speicherlayout angepasst, so dass sich zwischen gültigen Speicherbereichen - etwa Arrays - sogenannte poisoned zones befinden. Speicherzugriffe auf die poisoned zones sind immer ungültig. Die genauen Hintergründe haben die Entwickler von Address Sanitizer vor einigen Jahren in einem Paper für eine Usenix-Konferenz erläutert.

Address Sanitizer bietet damit einen ganz erheblichen Schutz gegen zahlreiche gängige Sicherheitslücken. Dieser Schutz hat allerdings einen Preis: Programme, die mit dem Feature kompiliert wurden, sind deutlich langsamer. Wir haben mit dem gehärteten Tor-Browser einige Tests durchgeführt. Im Vergleich zum normalen Tor-Browser lief der Peacekeeper-Benchmark, der diverse HTML-Features testet, 55 Prozent langsamer. Weniger drastisch waren die Performanceeinbußen beim Kraken-Benchmark von Mozilla, der vor allem Javascript testet. Hier lief der Test im gehärteten Browser 20 Prozent langsamer.

Address Sanitizer bisher vor allem Test-Tool

Der Tor-Browser ist das erste große Projekt, das versucht, Address Sanitizer für die normale Nutzung einer Software einzusetzen. Bisher wurde Address Sanitizer fast ausschließlich zum Testen von Software genutzt. Oftmals reicht es bereits, Programme mit Address Sanitizer zu kompilieren und zu starten, um Bugs zu finden. Gerne wird Address Sanitizer auch zusammen mit Fuzzing-Tools genutzt, um Fehler in Programmen zu finden. Chris Evans, der inzwischen für Tesla arbeitet, hat im vergangenen Jahr in einem Blogbeitrag ausführlich erläutert, welchen Schutz Address Sanitizer im Produktivbetrieb bietet.

Für die Tor-Software selbst, die dafür verantwortlich ist, die Verbindung zum Tor-Netzwerk aufzubauen, nutzt das gehärtete Browser-Bundle zusätzlich den Undefined Behavior Sanitizer (kurz UBSAN). Als undefined behavior oder undefiniertes Verhalten werden Codeteile bezeichnet, bei denen der Programmierer laut dem C-Standard kein bestimmtes Verhalten erwarten kann. Ein Compiler kann sich beispielsweise entscheiden, Codepfade wegzuoptimieren, die undefiniertes Verhalten aufweisen. Typische Beispiele für undefiniertes Verhalten sind Overflows von Integern mit Vorzeichen und diverse ungültige Shift-Operationen.

Wer selbst Code mit Address Sanitizer oder Undefined Behavior Sanitizer testen möchte, kann dies durch Hinzufügen entsprechender Compiler-Flags tun. Üblicherweise geschieht dies über die Variable CFLAGS für C-Code und CXXFLAGS für C++-Code, diese kann etwa einem Configure-Script übergeben werden. Die entsprechenden Parameter lauten -fsanitize=address und -fsanitize=undefined.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 5€ inkl. FSK-18-Versand
  2. 5€ inkl. FSK-18-Versand
  3. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)

Nocta 26. Okt 2015

Sorry, irgendwie verstehe ich nichts, von dem, was du schreibst. Im ersten Abschnitt...


Folgen Sie uns
       


Touch-Projektoren von Bosch angesehen (CES 2019)

Die Projektoren von Bosch erlauben es, das projizierte Bild als Touch-Oberfläche zu verwenden. Das ergibt einige interessante Anwendungsmöglichkeiten.

Touch-Projektoren von Bosch angesehen (CES 2019) Video aufrufen
Alienware m15 vs Asus ROG Zephyrus M: Gut gekühlt ist halb gewonnen
Alienware m15 vs Asus ROG Zephyrus M
Gut gekühlt ist halb gewonnen

Wer auf LAN-Partys geht, möchte nicht immer einen Tower schleppen. Ein Gaming-Notebook wie das Alienware m15 und das Asus ROG Zephyrus M tut es auch, oder? Golem.de hat beide ähnlich ausgestatteten Notebooks gegeneinander antreten lassen und festgestellt: Die Kühlung macht den Unterschied.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Alienware m17 Dell packt RTX-Grafikeinheit in sein 17-Zoll-Gaming-Notebook
  2. Interview Alienware "Keiner baut dir einen besseren Gaming-PC als du selbst!"
  3. Dell Alienware M15 wird schlanker und läuft 17 Stunden

Chromebook Spin 13 im Alltagstest: Tolles Notebook mit Software-Bremse
Chromebook Spin 13 im Alltagstest
Tolles Notebook mit Software-Bremse

Bei Chromebooks denken viele an billige, knarzende Laptops - das Spin 13 von Acer ist anders. Wir haben es einen Monat lang verwendet - und uns am Ende gefragt, ob der veranschlagte Preis für ein Notebook mit Chrome OS wirklich gerechtfertigt ist.
Ein Test von Tobias Költzsch


    Elektromobilität: Der Umweltbonus ist gescheitert
    Elektromobilität
    Der Umweltbonus ist gescheitert

    Trotz eines spürbaren Anstiegs zum Jahresbeginn kann man den Umweltbonus als gescheitert bezeichnen. Bislang wurden weniger als 100.000 Elektroautos gefördert. Wenn der Bonus Ende Juni ausläuft, sind noch immer einige Millionen Euro vorhanden. Die Fraktion der Grünen will stattdessen Anreize über die Kfz-Steuer schaffen.
    Eine Analyse von Dirk Kunde

    1. Elektromobilität Nikola Motors kündigt E-Lkw ohne Brennstoffzelle an
    2. SPNV Ceské dráhy will akkubetriebene Elektrotriebzüge testen
    3. Volkswagen Electrify America nutzt Tesla-Powerpacks zur Deckung von Spitzen

      •  /