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Adblocker-Umgehung: Katz-und-Maus-Spiel zwischen Facebook und Adblock Plus

Es war kaum anders zu erwarten: Facebook und die Community liefern sich einen technischen Wettlauf um die Umgehung von Adblockern in dem sozialen Netzwerk.
/ Friedhelm Greis
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Adblock Plus will weiterhin Werbung auf Facebook blockieren. (Bild: Adblock Plus)
Adblock Plus will weiterhin Werbung auf Facebook blockieren. Bild: Adblock Plus

Im Moment steht es offenbar 2:1 für Facebook. Nachdem das weltgrößte soziale Netzwerk am Dienstag angekündigt hatte, Adblocker künftig umgehen zu wollen , ließ die Antwort der Community nicht lange auf sich warten. Der Betreiber von Adblock Plus, die Kölner Eyeo GmbH, kündigte am Donnerstag freudig an(öffnet im neuen Fenster) , einen Workaround zu Facebooks Anti-Adblocker-Strategie gefunden zu haben. Doch nur kurze Zeit später teilte das soziale Netzwerk laut Techcrunch (öffnet im neuen Fenster) mit, einen Code auszurollen, um den Filter wieder auszuhebeln.

Zudem behauptete Facebook in einem Statement, dass der Anti-Adblock-Filter auch Beiträge von Freunden ausblende. "Wir sind enttäuscht, dass Adblock-Unternehmen Nutzer auf Facebook bestrafen" , teilte das Netzwerk mit. Adblocker seien ein "stumpfes Werkzeug" , deshalb habe man sich auf die Entwicklung von Tools wie die Einstellungen für Werbeanzeigen konzentriert.

Easylist aktualisiert

Eyeo hatte zunächst den Code für die Umgehung veröffentlicht, damit Nutzer ihn manuell in die Browsererweiterung einbauen können. Inzwischen wurde der Code in die entsprechenden Filterlisten (öffnet im neuen Fenster) eingepflegt, die die meisten Nutzer abonniert haben dürften. Tests von Golem.de haben ergeben, dass die Anzeigen auf Facebook weiterhin blockiert werden.

Auch Eyeo teilte auf Anfrage mit, den neuen Workaround noch nicht reproduzieren zu können. Möglicherweise steht es daher immer noch 1:1 im "Krieg zwischen Facebooks Elite-Programmierern und der Freiwilligenarmee von Adblocking-Hackern" , wie Techcrunch es bezeichnete.

Facebook: Es gibt schlechte Online-Werbung

Facebook-Manager Andrew Bosworth hatte in einem Blog-Beitrag(öffnet im neuen Fenster) eingeräumt, dass es derzeit viel schlechte Onlinewerbung gebe: "Werbeanzeigen, die Inhalte, die wir lesen möchten, verdecken, Werbeanzeigen, die die Ladezeiten verlängern, oder Werbeanzeigen, die uns Dinge verkaufen wollen, die uns nicht interessieren." Facebook wolle hier Abhilfe schaffen.

Anwender bekämen erweiterte Werbeanzeigeneinstellungen zur Verfügung gestellt. Wenn Nutzer sich beispielsweise nicht für Katzen interessierten, sollen sie künftig keine Werbung für Katzenfutter mehr erhalten. Das Umgehen der Werbeblocker betrifft die Nutzung von Facebook auf einem Desktop-Rechner oder Laptop. In den mobilen Apps von Facebook spielen Werbeblocker derzeit keine Rolle.

Eyeo hatte die Entscheidung von Facebook kritisiert(öffnet im neuen Fenster) . "Dies ist ein bedauernswerter Schritt, da hier gegen die Entscheidung der Nutzer gehandelt wird. Trotzdem ist die Neuerung kein großes Problem, und die Konsequenzen bleiben vorerst abzuwarten" , hatte das Unternehmen mitgeteilt.


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