Abo
  • IT-Karriere:

Nach Bild.de: Weitere große Seiten wollen Adblocker aussperren

Die Werbeblockersperre von Bild.de findet offenbar Nachahmer. So soll auch Stern.de demnächst Nutzer von Adblockern aussperren. Spiegel Online prüfe ähnliche Schritte. Auf Geo.de ist die Blockade schon aktiv.

Artikel veröffentlicht am ,
Auch die Website Stern.de könnte demnächst eine Werbeblockersperre aktivieren.
Auch die Website Stern.de könnte demnächst eine Werbeblockersperre aktivieren. (Bild: Stern.de/Screenshot: Golem.de)

Der Adblocker-Krieg im deutschen Internet droht sich auszuweiten. Wie das Fachmagazin Horizont berichtet, wollen mehrere deutsche Verlage ähnlich wie Bild.de den Nutzern von Adblockern den Zugang zu ihren Inhalten verwehren. Konkret wolle der Verlag Gruner + Jahr in den kommenden Tagen eine solche Sperre auf einer kleineren Seite testen und den Nutzern eine werbefreie Bezahlversion anbieten. Nach diesem Testlauf solle das Modell auf alle weiteren G+J-Portale ausgeweitet werden, auch auf Stern.de, berichtete Horizont. Inzwischen hat der Verlag auf den Artikeln von Geo.de eine Sperre eingerichtet.

Stellenmarkt
  1. Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG, Neckarsulm
  2. ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH, Fürstenfeldbruck

Andere Verlage begrüßten dem Bericht zufolge das Vorgehen von Bild.de mehr oder weniger deutlich. Die Zeitung hatte in der vergangenen Woche die Nutzer von Werbeblockern aus ihrem Onlineangebot ausgesperrt. Allerdings kursierten bereits kurze Zeit später Filterbefehle im Netz, um die Sperre zu umgehen. Der Axel-Springer-Verlag mahnte aus diesem Grund bereits einen Youtuber ab, der eine entsprechende Anleitung ins Netz gestellt hatte. Zudem drohte der Verlag, rechtlich gegen alle vorzugehen, "die diese Initiative unlauter umgehen".

Verlage beobachten Nutzerreaktionen

Nach Darstellung von Horizont hoffen mehrere andere Verlage, "als Zuschauer von der Seitenlinie ohne eigenen Schaden und ohne den Spott der gratis-ideologischen Netzgemeinde für sich neue Erkenntnisse zu gewinnen". So sagte Stefan Plöchinger, Chefredakteur von Sueddeutsche.de, dem Blatt: "Es ist immer gut, durch Experimente herauszufinden, wie weit Nutzer gehen." Spiegel Online prüfe nun ähnliche Schritte und sei bereits mit möglichen Technologiepartnern im Gespräch.

Daneben prüften mehrere Regionalzeitungen eine Adblocker-Sperre für ihre kostenlosen Webangebote. Dazu zählten die Rheinische Post aus Düsseldorf sowie der Kölner DuMont-Verlag, der unter anderem die Berliner Zeitung und den Kölner Stadt-Anzeiger herausgibt. Allerdings haben vor allem die Regionalzeitungen eine Adblocker-Quote, von denen IT-Portale wie Golem.de nur träumen können. So liege die Blockierquote beim DuMont-Verlag bei 15 Prozent (Mobil: 5 Prozent). Bei reichweitenstarken Newsportalen wie Sueddeutsche.de (bis zu 30 Prozent) oder Spiegel Online dürfte sie schon höher liegen. Bei Techportalen liegt die Quote meist bei über 50 Prozent.

Werbefreie Abos statt Adblocker-Sperre

Das Spieleportal Gamestar.de war im vergangenen Jahr mit einer Adblocker-Sperre gescheitert und bietet nun ein werbefreies Abo an. Leser von Golem.de können seit August 2014 ein werbefreies Abo abschließen. Das war unter anderem das Resultat einer Kampagne, in der mehrere Websites ihre Leser gebeten hatten, die Adblocker auszuschalten.

Noch ist unklar, ob das jüngste Vorgehen von Bild.de auch Auswirkungen auf die verschiedenen Klagen gegen die Kölner Eyeo GmbH hat, die hinter dem populärsten Adblocker Adblock Plus steht. Bislang wurden alle Klagen von Verlagen und Werbewirtschaft gegen Eyeo abgewiesen. Nun argumentiert der Springer-Verlag aber, mit den Anleitungen werde gegen das Urheberrecht verstoßen, weil technische Schutzmaßnahmen umgangen würden.

Allerdings stammen die entsprechenden Filterbefehle von unabhängigen Nutzern. Auch auf die Easy List, die solche Filterbefehle für die verschiedenen Adblocker sammelt, nimmt Eyeo nach eigenen Angaben keinen Einfluss. Die Liste sei ein unabhängiges Projekt. Es läge nahe, dass der Springer-Verlag gegen die Autoren der Easy List vorginge, wenn diese die Filterbefehle zum Umgehen der Abblocker-Blockade aufnehmen würde. Inwieweit die anonymen Autoren der Liste juristisch angreifbar sind, ist eine andere Frage. Die Daten selbst werden jedoch auf einem Server von Adblock Plus gespeichert.

Nachtrag vom 22. Oktober 2015, 14:55 Uhr

Inzwischen hat Gruner + Jahr seine Adblockersperre auf den Seiten von Geo.de aktiviert. Allerdings wird nicht direkt der Zugang zur Startseite geblockt. Wird ein Artikel geöffnet, erscheint nach dem Laden der Seite ein Layer, der zum Deaktivieren des Adblockers auffordert. Als Alternative bietet Geo.de einen werbefreien Tageszugang für 99 Cent oder einen Wochenzugang für 4,99 Euro an. Zur Begründung heißt es: "Das Angebot von Geo.de wird mit Werbung finanziert. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass unsere Artikel bei aktiviertem Adblocker nicht kostenfrei zugänglich sind." Die Adblockersperre lässt sich auf einfache Weise umgehen.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 339,00€ (Bestpreis!)
  2. 299,00€ (zzgl. Versand)
  3. (u. a. Civilization VI für 27,99€, Xcom 2 für 11,99€, Tropico 6 El Prez Edition für 36,99€)
  4. (u. a. Deapool 2, Vikings, X-Men Dark Phoenix, Terminator u.v.m.)

stuempel 04. Nov 2015

Die Einschätzung teile ich, da ich nicht davon ausgehe, dass deren durchschnittliche...

motzerator 04. Nov 2015

Lange Texte sind dir zu kompliziert?

motzerator 04. Nov 2015

Der Kampf gegen die Adblocker ist damit noch nicht entschieden sondern nur in die nächste...

Clown 29. Okt 2015

Und dann hast Du plötzlich kein Problem damit, dass man dein Konsumverhalten genaustens...

SelfEsteem 25. Okt 2015

Najaaa ... "reich" ist ja nun doch ein sehr grosses Wort. Sagen wir lieber "fuer jene...


Folgen Sie uns
       


Acer Predator Helios 700 - Hands on (Ifa 2019)

Was für ein skurriles Gerät: Golem.de schaut sich das Gaming-Notebook Predator Triton 700 von Acer an und probiert die Schiebetastatur aus.

Acer Predator Helios 700 - Hands on (Ifa 2019) Video aufrufen
Recruiting: Wenn das eigene Wachstum zur Herausforderung wird
Recruiting
Wenn das eigene Wachstum zur Herausforderung wird

Gerade im IT-Bereich können Unternehmen sehr schnell wachsen. Dabei können der Fachkräftemangel und das schnelle Onboarding von neuen Mitarbeitern zum Problem werden. Wir haben uns bei kleinen Startups und Großkonzernen umgehört, wie sie in so einer Situation mit den Herausforderungen umgehen.
Von Robert Meyer

  1. Recruiting Alle Einstellungsprozesse sind fehlerhaft
  2. LoL Was ein E-Sport-Trainer können muss
  3. IT-Arbeit Was fürs Auge

Galaxy Fold im Hands on: Samsung hat sein faltbares Smartphone gerettet
Galaxy Fold im Hands on
Samsung hat sein faltbares Smartphone gerettet

Ifa 2019 Samsungs Überarbeitungen beim Galaxy Fold haben sich gelohnt: Das Gelenk wirkt stabil und dicht, die Schutzfolie ist gut in den Rahmen eingearbeitet. Im ersten Test von Golem.de haben wir trotz aller guten Eindrücke Bedenken hinsichtlich der Kratzempfindlichkeit des Displays.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Orbi AX6000 Netgears Wi-Fi-6-Mesh-System ist teuer
  2. Motorola Tech 3 Bluetooth-Hörstöpsel sind auch mit Kabel nutzbar
  3. Wegen US-Sanktionen Huawei bringt Mate 30 ohne Play Store und Google Maps

5G-Antenne in Berlin ausprobiert: Zu schnell, um nützlich zu sein
5G-Antenne in Berlin ausprobiert
Zu schnell, um nützlich zu sein

Neben einem unwirtlichen Parkplatz in Berlin-Adlershof befindet sich ein Knotenpunkt für den frühen 5G-Ausbau von Vodafone und Telekom. Wir sind hingefahren, um 5G selbst auszuprobieren, und kamen dabei ins Schwitzen.
Von Achim Sawall und Martin Wolf

  1. Tausende neue Nutzer Vodafone schafft Zuschlag für 5G ab
  2. Vodafone Callya Digital Prepaid-Tarif mit 10 GByte Datenvolumen kostet 20 Euro
  3. Kabelnetz Vodafone bekommt Netzüberlastung nicht in den Griff

    •  /