Abschreckungskampagne mit geringen Erfolgsaussichten

Der Chefredakteur von Bild.de, Julian Reichelt, verteidigte zuletzt die Werbeblockersperre. "Die ersten Ergebnisse sind ausgesprochen motivierend. Wir müssen die langfristigen Effekte natürlich noch analysieren, bislang konnten wir aber nur leichte Schwankungen bei den Visits erkennen und wir sehen, dass viele User die Adblocker bereits ausschalten", sagte er Meedia.de. Mit Blick auf die Eyeo GmbH, die von einzelnen Portalen hohe Gebühren für die Aufnahme in ihre Whitelist verlangt, sagte Reichelt: "Wir sind gerne dazu bereit, eine Alternative zur Werbefinanzierung anzubieten. Wir lassen sie uns nur nicht von Schutzgelderpressern kaputtschießen."

Nachtrag vom 20. Oktober 2015, 18:26 Uhr

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Nach Ansicht des Leipziger IT-Rechtsexperten Peter Hense von der Kanzlei Spirit Legal handelt es sich bei dem Vorgehen um eine Abschreckungsmaßnahme. "Ich denke, dass Springer hier gezielt auf einen Abschreckungseffekt und eine mediale Berichterstattung setzt, um das Projekt nicht zu gefährden", sagte Hense auf Anfrage von Golem.de. Juristisch sei der Verweis auf das Urheberrecht allerdings fragwürdig. "Die Abmahnung spielt mit der unklaren Gesetzeslage. Die Gesetzgebung im Urheberrecht ist häufig ein Produkt des Lobbyismus, nicht von staatsrechtlichem Sachverstand." Bestimmte Normen eröffneten unschöne Interpretationsspielräume, die es Angreifern wie Verteidigern schwermachten, die Rechtslage korrekt einzuschätzen.

Er wage allerdings zu bezweifeln, ob die Auslegung der Springer-Anwälte vor Gericht Bestand habe. "Aber das ist wohl auch nicht das Ziel, sondern vielmehr das Setzen von 'Zeichen'", sagte Hense, der das Produkt Adblock Plus von Eyeo entschieden ablehnt und die Adblocker-Sperre von Bild.de durchaus begrüßt. Hense weist darauf hin, dass der ins Feld geführte Paragraf 95 zwar das Interesse an kommerzieller Verwertung von Inhalten schütze, "nicht aber zwingend das Umfeld der Präsentation von grundsätzlich kostenfreien Inhalten".

Zudem bezweifelt Hense, ob die Werbeblockersperre als technische Schutzmaßnahme ausreichend wirksam ist. "Hier habe ich Zweifel, denn Adblocker-Blocker arbeiten alles andere als zuverlässig. Nun kann es aber nicht von dem jeweiligen Entwicklungsstand des Blockers abhängen, ob ein Nutzer sich gegebenenfalls rechtswidrig verhält." Henses Fazit: "Der Versuch, durch Abwehrsysteme den werbefreien Genuss von urheberrechtlich geschützten Inhalten zu kriminalisieren, wird jedoch nicht zum Erfolg führen."

Nachtrag vom 20. Oktober 2015, 18:45 Uhr

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Der Axel-Springer-Verlag verteidigte das Vorgehen auf Anfrage von Golem.de. "Es stimmt, dass Bild in einzelnen Fällen Abmahnungen erteilt, wenn Firmen Anleitungen zur Umgehung der Anti-Adblocker-Initiative von Bild.de verbreiten", teilte Verlagssprecher Manuel Adolphsen mit. Die Diskussion der vergangenen Tage zeige, "dass wir hier die richtige Thematik angestoßen haben". Unabhängiger Journalismus finanziere sich über Werbung und Vertriebserlöse. "Daher gehen wir rechtlich gegen alle vor, die diese Initiative unlauter umgehen", sagte Adolphsen.

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 Adblocker-Sperre: Bild droht bei allen Umgehungsversuchen mit Abmahnung
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alfbeck 22. Mär 2016

Geschäftsmodell Unterlassung durch Abmahnung Wie Andreas Lingenfelser von der...

lyrias 29. Okt 2015

Gut falsch Formuliert. Richtig: Damit war gemeint, dass der `Axel Springer Verlag&#180...

Destroyer2442 28. Okt 2015

1292, 1293, 1294, 1295, 1296, ups ^^.

airstryke1337 28. Okt 2015

sollen sie traffic haben.



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