Abo
  • IT-Karriere:

Adblocker in Chrome: Adblock Plus bereitet sich auf den "Worst Case" vor

Die Änderung der Schnittstellen in Chrome wird auch die Erweiterung Adblock Plus treffen. Das Unternehmen hofft noch auf eine Einigung mit dem Geschäftspartner Google - verlässt sich aber nicht drauf.

Artikel veröffentlicht am ,
Adblock Plus und Chrome
Adblock Plus und Chrome (Bild: geralt/bearbeitet von Golem.de)

Google hat angekündigt, eine von vielen Werbe- und Trackingblockern genutzte Schnittstelle in Chrome zu deaktivieren. Die Änderungen treffen auch die Erweiterung Adblock Plus von Eyeo. Dort hofft man auf eine Einigung mit Google, bereitet sich aber auch für den schlimmsten Fall vor. Man stehe im engen Austausch mit Google, sagte die Sprecherin Laura Dornheim zu Golem.de. Die Zusammenarbeit der beiden Geschäftspartner wird jedoch auch kritisiert.

Stellenmarkt
  1. SEG Automotive Germany GmbH, Stuttgart-Weilimdorf
  2. Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), Düsseldorf, Münster, Hagen

Erst kürzlich hatte Google seine Absicht bekräftigt, die Blockierfunktion der webRequest API abschaffen zu wollen und stattdessen die Alternative declarativeNetRequest API einzuführen. Der Entwickler des Werbeblockers Ublock Origin Raymond Hill (auch bekannt als Gorhill) kritisiert, dass die Technik der neuen Schnittstelle dem Filtersystem von Adblock Plus ähnele und komplexere Filtermechanismen, wie sie von seinen Erweiterungen verwendet würden, nicht mehr zulasse.

Google und Eyeo sind zudem Geschäftspartner über das Acceptable-Ads-Programm. Über dieses lässt Adblock Plus die Einblendung von unaufdringlicher Werbung gegen eine Gebühr weiterhin zu. Dies sei nicht nur die Haupteinnahmequelle von Eyeo, sondern auch eine gute Möglichkeit für Google, dem Geschäftsrisiko Werbeblocker zu begegnen, schreibt Hill auf Github. Im Jahresbericht an die US-Börsenaufsicht hatte Googles Mutterkonzern Alphabet Werbeblocker als direkte Bedrohung genannt.

Keine Bevorzugung von Adblock Plus

"Die geplanten Änderungen betreffen uns genau wie alle anderen Werbeblocker", sagt Dornheim. "Dass es hier irgendeine Bevorzugung gebe, ist schlichtweg falsch." Gemeinsam mit Malwarebytes AdGuard, Ghostery, aber auch aktiven Filterlist-Autoren habe Eyeo bereits im Februar in einem Dokument Bedenken an Googles-Entscheidung geäußert und Lösungsansätze illustriert.

Unter anderem kritisieren die Firmen die Begrenzung der neuen declarativeNetRequest API. Diese soll auf 30.000 bis 40.000 Elemente beschränkt werden. Doch bereits die weit verbreitete Easylist enthält mehr Elemente. In dem Dokument schlagen die beteiligten Firmen eine Erhöhung auf 300.000 Elemente vor. Mit diesen würden die Kapazitäten der meisten Adblocker in den nächsten Jahren gedeckt, zudem würde den Usern die parallele Nutzung mehrerer Listen ermöglicht.

Die Erweiterungen würden zudem einen extra Updatemechanismus für die Filterlisten benötigen, die zum Teil täglich oder stündlich aktualisiert würden. Dafür könne nicht jedes Mal die komplette Erweiterung aktualisiert werden, heißt es in dem Dokument. "Es ist wichtig, eine detaillierte Analyse der blockierten Tracker und Werbeanzeigen ausgeben zu können." Dies würde jedoch komplett verhindert, wenn Chrome den Erweiterungen die entsprechenden Informationen vorenthalte.

"Sollten die aktuellen Pläne so umgesetzt werden, würde das erheblichen Aufwand auf unserer Seite erfordern, um Adblock Plus auch für Chrome-Nutzerinnen und -Nutzer in gewohnter Qualität weiter zur Verfügung zu stellen", sagt Dornheim. Ihr erklärtes Ziel sei jedoch, gemeinsam mit dem Chrome-Team zu einer guten Lösung zu kommen. Man bereite sich jedoch auch auf den "Worst Case" vor. Details dazu wolle man aber derzeit nicht veröffentlichen.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 2,99€
  2. (-72%) 16,99€
  3. 4,99€

Eased 15. Jun 2019 / Themenstart

Bin nach dieser Meldung auch wieder auf Firefox umgestiegen und musste entsetzt fest...

crazypsycho 10. Jun 2019 / Themenstart

Im Router kann man nur IPs blocken, nicht aber einzelne HTML-Elemente. Ist also ein gro...

crazypsycho 10. Jun 2019 / Themenstart

Ich hab das Recht darauf, nur die Urls aufzurufen welche ich aufrufen möchte. Die Urls...

punkt12 10. Jun 2019 / Themenstart

Habe auf meinem Pi PI-Hole installiert. Hier sind dann über 100.000 URLs bereits auf DNS...

randya99 10. Jun 2019 / Themenstart

Schwachsinn. PiHole kann auch mit DoH noch filtern. Es ist ja der DNS Server.

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


OnePlus 7 Pro - Test

Das Oneplus 7 Pro hat uns im Test mit seiner guten Dreifachkamera, dem großen Display und einer gelungenen Mischung aus hochwertiger Hardware und gut laufender Software überzeugt.

OnePlus 7 Pro - Test Video aufrufen
Bandlaufwerke als Backupmedium: Wie ein bisschen Tetris spielen
Bandlaufwerke als Backupmedium
"Wie ein bisschen Tetris spielen"

Hinter all den modernen Computern rasseln im Keller heutzutage noch immer Bandlaufwerke vor sich hin - eine der ältesten digitalen Speichertechniken. Golem.de wollte wissen, wie das im modernen Rechenzentrum aussieht und hat das GFZ Potsdam besucht, das Tape für Backups nutzt.
Von Oliver Nickel


    Webbrowser: Das Tracking ist tot, es lebe das Tracking
    Webbrowser
    Das Tracking ist tot, es lebe das Tracking

    Die großen Browserhersteller Apple, Google und Mozilla versprechen ihren Nutzern Techniken, die das Tracking im Netz erschweren sollen. Doch das stärkt Werbemonopole im Netz und die Methoden verhindern das Tracking nicht.
    Eine Analyse von Sebastian Grüner

    1. Europawahlen Bundeszentrale will Wahl-O-Mat nachbessern
    2. Werbenetzwerke Weitere DSGVO-Untersuchung gegen Google gestartet
    3. WLAN-Tracking Ab Juli 2019 will Londons U-Bahn Smartphones verfolgen

    IT-Forensikerin: Beweise sichern im Faradayschen Käfig
    IT-Forensikerin
    Beweise sichern im Faradayschen Käfig

    IT-Forensiker bei der Bundeswehr sichern Beweise, wenn Soldaten Dienstvergehen oder gar Straftaten begehen, und sie jagen Viren auf Militärcomputern. Golem.de war zu Gast im Zentrum für Cybersicherheit, das ebenso wie die IT-Wirtschaft um guten Nachwuchs buhlt.
    Eine Reportage von Maja Hoock

    1. Homeoffice Wenn der Arbeitsplatz so anonym ist wie das Internet selbst
    2. Bundesagentur für Arbeit Informatikjobs bleiben 132 Tage unbesetzt
    3. IT-Headhunter ReactJS- und PHP-Experten verzweifelt gesucht

      •  /