Abo
  • Services:

Adblocker Humancredit: Faire Werbung für gute Menschen

Das Projekt Humancredit will den Krieg zwischen Werbewirtschaft und Adblockern befrieden. Wer Werbung durchlässt, soll gemeinnützigen Projekten helfen und die Anzeigen besser machen. Ein Vorteil für alle Beteiligten?

Artikel von veröffentlicht am
Beim Adblocker Humancredit sollen die Bedürfnisse der Nutzer im Mittelpunkt stehen.
Beim Adblocker Humancredit sollen die Bedürfnisse der Nutzer im Mittelpunkt stehen. (Bild: www.humancredit.cc)

Onlinewerbung kann nervig sein. Sie blinkt, springt vor den Text oder spielt ungefragt hektische Filmchen ab. Viele Nutzer blocken daher Werbung und und verweigern damit die Gegenleistung, die sich kommerzielle Anbieter für ihre kostenlosen Angebote erwünschen. Die Werbewirtschaft wiederum bekämpft Adblocker-Plugins erbittert auf juristischer und technischer Ebene. Aus diesem Dauerclinch will das Projekt Humancredit einen Ausweg bieten, der allen Beteiligten hilft: einen Adblocker, der nur erwünschte Werbung durchlässt und dessen Gewinne für einen guten Zweck gespendet werden. Kann das funktionieren?

Inhalt:
  1. Adblocker Humancredit: Faire Werbung für gute Menschen
  2. Testphase soll bis zu 100.000 Nutzer bringen

Hinter dem Berliner Startup steht der Architekt Georgi Musev. Der gebürtige Bulgare hat seinen Job als Chef des Berliner Architekturbüros Raumhoch vor anderthalb Jahren aufgegeben und will mit Humancredit ein neues Konzept für Onlinewerbung etablieren. "Wir müssen den Dialog zwischen Menschen und Firmen im Internet anders interpretieren, so dass der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht zugeballert wird von außen", sagt der 45-Jährige im Interview mit Golem.de. Der Nutzer soll dabei mit Hilfe des Adblockers die Kontrolle über die von ihm gewünschte Werbung behalten.

Strenge Kriterien für Firmen und Anzeigen

Nur solche Firmen können werben, die eine Reihe von Bedingungen erfüllen: Sie müssen sich zum einen verpflichten, die zehn Prinzipien für ein verantwortungsvolles Wirtschaften gemäß der UN-Kampagne Global Compact einzuhalten, zum anderen muss deren Vermarkter ein sogenanntes OBA-Zertifikat für nutzungsbasierte Onlinewerbung (Online Behavioural Advertising) besitzen. Die Anzeigen selbst sollen die Kriterien für akzeptable Werbung erfüllen, die Adblock Plus mitformuliert hat. Erkennbar ist die Werbung dann am kleinen blauen Humancredit-Punkt in der Ecke.

Wer das entsprechende Plugin installiert hat, kann sich entscheiden, ob er die von Humancredit akzeptierte Werbung sehen möchte. Ihm steht jedoch weiterhin frei, sämtliche Anzeigen komplett zu blocken. Wer das Plugin deaktiviert oder gar keinen Adblocker installiert hat, sieht natürlich sämtliche Werbeanzeigen auf der Seite. Das Humancredit-Plugin basiert auf dem Tool UBlock und ist bereits für den Chrome-Browser verfügbar. "In einer späteren Version soll das Plugin personalisiert werden können und die Möglichkeit bieten, einzelne Werbeanzeigen zu bewerten", erläutert Musev. Doch warum sollten Nutzer, die bereits einen Adblocker verwenden, auf Humancredit umsteigen? Und warum sollten Anzeigenkunden möglicherweise mehr Geld für den Kontakt mit dieser kritischen Zielgruppe ausgeben?

Kreditpunkt für soziale Zwecke

Stellenmarkt
  1. abilex GmbH, Stuttgart, Hechingen
  2. MediaNet GmbH Netzwerk- und Applikations-Service, Freiburg im Breisgau

Musev nennt dafür eine ganze Reihe von Gründen. Ein Köder für die Nutzer sind dabei die gemeinnützigen Projekte, die Humancredit unterstützen will. Für jede Anzeige, die durchgelassen wird, gibt es "Human Credits", menschliche Kreditpunkte, die in der Summe Projekten zugutekommen, die die Nutzer in einer späteren Phase selbst vorschlagen können. "Zudem können sich die Nutzer sicher sein, dass sie nur 'faire' Werbung von Unternehmen sehen, die sich zu einer ethischen Verantwortung verpflichtet haben", sagt Musev. Später soll es die Möglichkeit geben, mit den gesammelten Punkten auch in sozialen Netzwerken zu renommieren. Zu guter Letzt trägt Humancredit dazu bei, dass sich die besuchten Internetseiten besser finanzieren können. Was sicher auch im Interesse der Nutzer liegt.

Den Werbekunden verspricht Musev über das Plugin den Zugang zu einer Zielgruppe, die sie sonst nicht erreichen können: vor allem technisch versierte Nutzer und die "Generation Y". "Wir öffnen verlorenes Inventar und machen eine Reichweite flüssig, die sonst nicht genutzt werden kann", sagt Musev. Besonders attraktiv sei diese Zielgruppe, weil sie sich bewusst dafür entscheide, die Humancredit-Werbung sehen zu wollen. Außerdem mache das werbende Unternehmen auf diese Weise explizit deutlich, dass es bestimmte ethische Regeln einhalten wolle.

Testphase soll bis zu 100.000 Nutzer bringen 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 75,62€ (Vergleichspreis 82,89€)
  2. 46,69€ (Vergleichspreis ca. 75€)
  3. 36,12€ (Vergleichspreis 42,90€)
  4. (u. a. Xbox Live Gold 12 Monate für 38,49€ und Monster Hunter World Deluxe Edition für 48,49€)

crazypsycho 01. Jul 2015

Naja, man bekommt ein Forum aus den 90er Jahren in denen man nicht mal gescheit zitieren...

crazypsycho 01. Jul 2015

Du sprichst hier nicht von "uns Adblockern" sondern nur von dir. Mir geht es nur darum...

dernutzer 27. Jun 2015

Danke für den Hinweis! Unser Bestreben ist, dem Nutzer einen bestmöglichen Schutz vor...

raskani 27. Jun 2015

Da muss ich dem TE-Starter mal recht geben. Nach dem die Masche mit "vertretbarer...

jdf 26. Jun 2015

Werbung _ist_ Scheiße - jep, genau das sage ich. Ausnahmslos. Nicht in dieser Realität...


Folgen Sie uns
       


Google Home Max im Test

Der Home Max ist Googles teuerster smarter Lautsprecher. Mit einem Preis von 400 Euro gehört er zu den teuersten smarten Lautsprechern am Markt. Der Home Max kann wahlweise im Hoch- oder Querformat verwendet werden und liefert einen guten Klang, schafft es aber nicht, sich den Rang der Klangreferenz zu erkämpfen. Dafür liegt der Home Max bei der Mikrofonleistung ganz vorne und gehört damit zu den besten Google-Assistant-Lautsprechern am Markt.

Google Home Max im Test Video aufrufen
Energietechnik: Die Verlockung der Lithium-Luft-Akkus
Energietechnik
Die Verlockung der Lithium-Luft-Akkus

Ein Akku mit der Energiekapazität eines Benzintanks würde viele Probleme lösen. In der Theorie ist das möglich. In der Praxis ist noch viel Arbeit nötig.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Elektroautos CDU will Bau von Akkuzellenfabriken subventionieren
  2. Brine4Power EWE will Strom unter der Erde speichern
  3. Forschung Akku für Elektroautos macht es sich im Winter warm

Oldtimer-Rakete: Ein Satellit noch - dann ist Schluss
Oldtimer-Rakete
Ein Satellit noch - dann ist Schluss

Ursprünglich sollte sie Atombomben auf Moskau schießen, dann kam sie in die Raumfahrt. Die Delta-II-Rakete hat am Samstag ihren letzten Flug.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Stratolaunch Riesenflugzeug bekommt eigene Raketen
  2. Chang'e 4 China stellt neuen Mondrover vor
  3. Raumfahrt Cubesats sollen unhackbar werden

Zukunft der Arbeit: Was Automatisierung mit dem Grundeinkommen zu tun hat
Zukunft der Arbeit
Was Automatisierung mit dem Grundeinkommen zu tun hat

Millionen verlieren ihren Job, aber die Gesellschaft gewinnt dabei trotzdem: So stellen sich die Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens die Zukunft vor. Wie soll das gehen?
Eine Analyse von Daniel Hautmann

  1. Verbraucherschutzminister Kritik an eingeschränktem Widerspruchsrecht im Online-Handel
  2. Bundesfinanzminister Scholz warnt vor Schnellschüssen bei Digitalsteuer
  3. Sommerzeit EU-Kommission will die Zeitumstellung abschaffen

    •  /