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Beim Adblocker Humancredit sollen die Bedürfnisse der Nutzer im Mittelpunkt stehen.
Beim Adblocker Humancredit sollen die Bedürfnisse der Nutzer im Mittelpunkt stehen. (Bild: www.humancredit.cc)

Testphase soll bis zu 100.000 Nutzer bringen

Das Konzept mag überzeugend klingen - dennoch dürfte es nicht so leicht sein, die komplexe Werbewirtschaft, zu der Verlage, Vermarkter, Agenturen und Anzeigenkunden gehören, zu einem Testlauf für Humancredit zu bewegen. Musev plant eine neunmonatige Testphase, in der er 50.000 bis 100.000 Menschen finden will, die bei Humancredit mitmachen. Zudem hofft er auf neues Startkapital, um die personalisierbare Version des Plugins mit dazugehöriger Datenbank programmieren zu können. Bislang arbeiten die acht Mitarbeiter fast alle ehrenamtlich, lediglich ein Programmierer wird bezahlt. Eine halbfertige Betaversion will Musev den Nutzern jedoch nicht anbieten.

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Seine eigentlichen Vorteile dürfte das Konzept in der Tat erst dann ausspielen, wenn ein personalisiertes Plugin vorliegt. Denn auf diese Weise soll es beispielsweise möglich sein, ein Feedback auf die Werbung abzugeben. Zudem könnten die Nutzer in anonymisierter Form ihre Werbepräferenzen angeben, um nur solche Werbung zu sehen, die sie tatsächlich interessiert. Das ermöglicht präzisere Kampagnen und könnte letztlich sogar dazu führen, dass die Sammelwut der Datenkraken wie Google, Facebook und Amazon überflüssig wird, weil der Nutzer selbst und kein Algorithmus seine Präferenzen bestimmt. Schließlich leidet die klassische Bannerwerbung bislang unter sehr hohen Streuverlusten, was Anbieter wie Facebook aufgrund der persönlichen Nutzerdaten zu einem attraktiveren Werbeumfeld macht.

Alternative zu Ad Defendern

Ein Projekt wie Humancredit dürfte außerdem eine Alternative zu sogenannten Ad Defendern darstellen, mit deren Hilfe Adblocker auf technische Weise umgangen werden sollen. Diese Dienste, wie Addefend von Bemitho, Veeseo von Ligatus oder Produkte von Tisoomi, liefern Werbeanzeigen an den Adblockern vorbei aus. Dies wird dadurch realisiert, dass die Werbung nicht von externen Adservern kommt, sondern vom selben Server, der auch die Bilder für die Website liefert. Noch weiter will das Unternehmen Sourcepoint gehen und mit einem Tool verhindern, dass Adblock-Nutzern redaktionelle Inhalte angezeigt werden.

Wie aus Diskussionen auf dem Easy-List-Forum hervorgeht, liefern sich die Adblocker-Community und die Ad Defender seit März 2015 ein Katz-und-Maus-Spiel, um sich gegenseitig auszutricksen.

Nach Ansicht Musevs muss sich die Werbeindustrie von einer solchen Bevormundung der Nutzer verabschieden. Auch bei den Prozessen gegen Adblock Plus hätten sich die Vermarkter "eine rote Karte zeigen lassen" müssen. So verloren das Handelsblatt und Zeit Online im April 2015 ihren Prozess vor dem Landgericht Hamburg, im Mai griffen die Fernsehsender ProSieben und RTL erfolglos vor dem Landgericht München die Acceptable-Ads-Initiative an.

Crowdinvesting-Kampagne möglich

Sollte Humancredit tatsächlich eine kritische Masse an Menschen von sich überzeugen können, hofft Musev in vier bis fünf Jahren auf Einnahmen von rund 20 Euro pro Nutzer im Jahr. Selbst Einnahmen von bis zu 150 Euro hält er für möglich. Je nachdem, wie viele Nutzer sich beteiligen, könnte Humancredit damit Erlöse in Millionenhöhe für gemeinnützige Projekte generieren. Es wäre ein klitzekleines Stück vom Online-Werbekuchen, der in diesem Jahr in Deutschland bei mehr als fünf Milliarden Euro in Deutschland liegen soll.

Entscheidend dürfte für Humancredit nun sein, das Kapital für die Testphase und die Programmierung der personalisierten Version hereinzubekommen. "Humancredit sollte im Idealfall den Nutzern gehören", sagt Musev, der auch eine Crowdinvesting-Kampagne für möglich hält. Die Idee, dass sich die Nutzer ihre Humancredits selbst auszahlen lassen wollen, hält er hingegen für wenig sinnvoll und erfolgversprechend. "Befragungen haben gezeigt, dass die Nutzer das Geld lieber spenden wollen", sagt Musev. Mit dem Start von Humancredit könnte sich zeigen, ob das "Friedensangebot" angenommen wird oder Werbewirtschaft und Nutzer weiter den Adblocker-Krieg führen wollen. Aber vielleicht sind doch so viele gute Menschen im Internet unterwegs, wie der Architekt das glaubt.

 Adblocker Humancredit: Faire Werbung für gute Menschen

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crazypsycho 01. Jul 2015

Naja, man bekommt ein Forum aus den 90er Jahren in denen man nicht mal gescheit zitieren...

crazypsycho 01. Jul 2015

Du sprichst hier nicht von "uns Adblockern" sondern nur von dir. Mir geht es nur darum...

dernutzer 27. Jun 2015

Danke für den Hinweis! Unser Bestreben ist, dem Nutzer einen bestmöglichen Schutz vor...

raskani 27. Jun 2015

Da muss ich dem TE-Starter mal recht geben. Nach dem die Masche mit "vertretbarer...

jdf 26. Jun 2015

Werbung _ist_ Scheiße - jep, genau das sage ich. Ausnahmslos. Nicht in dieser Realität...



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