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Adblock Plus & Ublock Origin: Chrome führt umstrittene API ein

Der Manifest V3 genannte API-Wechsel für Erweiterungen könnte vor allem Adblocker einschränken.

Artikel veröffentlicht am ,
Neue Schnittstellen kommen mit Chrome 88.
Neue Schnittstellen kommen mit Chrome 88. (Bild: Gerd Altmann/Pixabay)

Mitte Januar ist es so weit: Google wird das umstrittene Regelwerk Manifest V3 erstmals in einer stabilen Chrome-Version veröffentlichen. Mit ihm werden etliche Schnittstelle geändert, abgeschafft oder neu eingeführt - das hat vor allem Auswirkungen auf Adblocker. Entsprechend wird über die Änderungen seit über einem Jahr gestritten.

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Mit dem Manifest V3 plant Google größere Umbauarbeiten an seinem Browser Chrome sowie der Open-Source-Version Chromium. Besonders umstritten ist die geplante Abschaffung der Blockierfunktion der webRequest API, die von Werbe- und Trackingblockern genutzt wird. Als Alternative soll die declarativeNetRequest API eingeführt werden, bei welcher der Browser selbst die Filterung vornimmt, allerdings in beschränktem Umfang.

Anfangs wurden diese Schnittstellen derart beschränkt, dass Werbe- und Trackingblocker fast unwirksam geworden wären. Raymond Hill (auch bekannt als Gorhill), der Entwickler von Ublock Origin, sah seinen Adblocker bereits abgeschafft; Eyeo, die Firma hinter Adblock Plus, bereitete sich bereits auf den Worse Case vor.

Ublock Origin: Neue Funktionen brauchen flexible APIs

Nun hat Google angekündigt die neuen Schnittstellen mit Chrome 88 zu veröffentlichen. Seit rund einem Jahr ist das Manifest V3 bereits in der Entwicklerversion verfügbar, dennoch ist die Ausgestaltung der Schnittstellen noch nicht final und kann sich noch ändern. Ublock-Origin-Entwickler Hill sagte dem Onlinemagazin The Register, dass er noch keine Zeit gehabt habe, die neu veröffentlichte Dokumentation durchzusehen und ihre Auswirkungen zu berücksichtigen.

Allerdings seien neue Funktionen wie das Blockieren von Trackern, die per CNAME-Eintrag im DNS unter der gleichen Domäne ausgeliefert werden, nur mit einer flexiblen API möglich, betont Hill. Solche Probleme könnten in Zukunft mit einer eingeschränkten API schlicht nicht adressiert werden.

Brendan Eich, CEO des auf Chromium basierenden und privatsphäreorientierten Brave Browsers, betont hingegen, dass Google mit dem Manifest V3 Funktionen entferne oder verschlechtere, "die von den besten Erweiterungen zur Verhinderung von Tracking benötigt werden. Ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt, es sieht so aus, als ob dies Googles Dominanz in der die Privatsphäre verletzenden Internetwerbung vorantreibt."

Das Manifest V3 erkläre vielmehr den Trackern, in welchem Format ihre URLs aufbauen müssten, damit sie von Chrome-Nutzenden nicht mehr blockiert werden können, betont Peter Snyder, der bei Brave zu Privatsphäre forscht. "Dies überträgt die Macht von den Erweiterungen (und damit den Nutzern) auf Google und die Webseiten, und wir erwarten, dass sich datenschutzschädigende Software schnell anpassen wird."

Adblock-Plus-Entwickler Eyeo ist gelassener

"Anfangs haben wir uns wirklich Sorgen gemacht, dass die machen, was sie wollen", sagte Laura Dornheim, Sprecherin von Eyeo, zu Golem.de. Das Google-Team sei jedoch sehr offen für Feedback gewesen und habe versucht, die Interessen der Adblock-Community mit zu berücksichtigen. So seien nicht nur die Anzahl der Elemente auf den Listen angehoben worden, sondern auch neue Schnittstellen geschaffen worden, die beispielsweise reguläre Ausdrücke verarbeiten könnten.

Eyeo habe bereits einen ersten Prototyp von Adblock Plus, der mit dem Manifest V3 kompatibel und von den Funktionen her vergleichbar sei, sagte Dornheim. Da sich die Software noch in der Entwicklung befinde, könne jedoch noch nicht viel dazu gesagt werden, so sei beispielsweise noch unklar, ob die vom Chrome-Team versprochenen Geschwindigkeitszuwächse durch die direkte Filterung im Browser erreicht werden könnten.

Für Adblock Plus funktionieren die von Google eingeführten Lösungen also. Ob sie auch für Ublock Origin oder den Privacy Badger der US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) ausreichen, ist derzeit unklar. "Uns ist eine große Bandbreite von Adblockern wichtig", betonte Dornheim. Wir würden es bedauern, wenn einige Adblocker wirklich nicht mehr mit Chrome funktionieren würden. Die Konzentration beziehungsweise Monopolisierung im Browsermarkt sehe man ohnehin kritisch.

Browserhersteller reagieren

Im vergangen Jahr hat das Entwicklerteam des auf Chromium basierende Browser Brave bereits angekündigt, die webRequest API in ihrem Browser weiterzupflegen. Auch andere Alternativ-Browser dachten offen darüber nach. Firefox setzt derzeit ohnehin auf die Webextension-API, die dem Manifest V2 von Chrome zwar ähnlich, aber nicht damit identisch ist.

Mozilla will sich derzeit noch nicht festlegen welche Schnittstellen und in welcher Form man sie von Chromes Manifest V3 übernimmt. Man sei derzeit mit Entwicklern über Ansätze im Gespräch und werde sich Anfang nächsten Jahres äußern, sagte Mozilla zu The Register.

Derweil führt Google das Manifest V3 mit Chrome 88 ein. Der Übergang solle jedoch schrittweise erfolgen, betont Google. So soll der Chrome Web Store nur noch Erweiterungen aufnehmen, die mit dem Manifest V3 kompatibel sind. Frühestens in einem Jahr solle das Manifest V2 dann abgeschafft werden, erklärte Google. Ein Termin dafür stehe jedoch noch nicht fest. In der Unternehmensversion von Chrome solle das Manifest V2 ohnehin weiter aktiv bleiben.

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Ykandor 27. Dez 2020 / Themenstart

Zum Teil mit dem Geld das ich Golem gerne per Abo zahle.

franzropen 14. Dez 2020 / Themenstart

Gab es zuerst die nervige, blinkende, nicht zu schließende Werbung oder die Ad-Blocke...

chefin 14. Dez 2020 / Themenstart

Lustig, wie sich die selbsternannten ITler meinen mit bissle Proxy sich vor Tracking...

demon driver 13. Dez 2020 / Themenstart

Ok, ich kenne mich damit auch nicht wirklich aus; sehe für mich persönlich weder im...

Schnarchnase 13. Dez 2020 / Themenstart

Ganz einfach, weil es vollkommen legitim ist sie zu blocken. Eine Website ist ein...

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