Abo
  • Services:
Anzeige
Adblock-Plus-Betreiber Eyeo hat Besuch von der Staatsanwaltschaft bekommen.
Adblock-Plus-Betreiber Eyeo hat Besuch von der Staatsanwaltschaft bekommen. (Bild: Adblockplus.org)

Adblock Plus: Staatsanwaltschaft durchsucht Werbeblocker-Anbieter Eyeo

Adblock-Plus-Betreiber Eyeo hat Besuch von der Staatsanwaltschaft bekommen.
Adblock-Plus-Betreiber Eyeo hat Besuch von der Staatsanwaltschaft bekommen. (Bild: Adblockplus.org)

Der Kölner Adblocker-Anbieter Eyeo hat nun auch Ärger mit der Justiz. Hintergrund ist der Streit über die Frage, wer für die Erstellung von Filterregeln in der Easylist verantwortlich ist. Eyeo sieht einen Einschüchterungsversuch durch den Axel-Springer-Verlag.

Der Kölner Adblock-Plus-Hersteller Eyeo hat Ärger mit der Staatsanwaltschaft. Das Unternehmen bestätigte am Freitag auf Anfrage von Golem.de, dass es Durchsuchungen gegeben habe. Zuvor hatte Heise berichtet, dass neben Geschäftsräumen in Köln und Berlin auch drei Privatwohnungen durchsucht worden seien. Der Vorwurf laute auf gewerbsmäßige Urheberrechtsverletzung. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit zwei Strafanzeigen des Axel-Springer-Verlags, in denen Eyeo vorgeworfen wird, vor Gericht falsche Angaben gemacht und zur Falschaussage verleitet zu haben.

Anzeige

Offenbar sieht die Kölner Staatsanwaltschaft einen begründeten Anfangsverdacht für eine Straftat, so dass die Geschäfts- und Privaträume zur Sicherstellung möglicher Beweise durchsucht wurden. Einer Eyeo-Mitarbeiterin zufolge beschlagnahmten die Ermittler bei der Durchsuchung unter anderem technische Geräte wie Laptops, Tablets und Smartphones. Zudem wurden Mitarbeiter aufgefordert, interne Kommunikation aus einem bestimmten Zeitraum vom Server zu kopieren. Eyeo-Geschäftsführer Till Faida sagte auf Anfrage von Golem.de:"Das war der Versuch eines Großkonzerns, unser Start-Up einzuschüchtern. Wir sind aber äußerst zuversichtlich, dass das Verfahren bald eingestellt wird."

Streit über Werbeblocker-Blockade

Bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft geht es laut Eyeo weder um die Zulässigkeit von Adblock Plus noch um das Geschäftsmodell des Acceptable-Ads-Programms. Hintergrund sei vielmehr der Streit über eine Umgehung des im Oktober 2015 gestarteten Werbeblocker-Blockers auf Bild.de. Damals war in einem Adblock-Plus-Forum der Code zur Umgehung der Blockade aufgetaucht. Dies war anschließend vom Landgericht Hamburg untersagt worden. Nun will Springer dieses Posting offenbar als gewerbsmäßige Urheberrechtsverletzung verfolgt lassen.

In dem Streit ging es zudem um die Frage, in welcher Weise Eyeo selbst Einfluss auf die sogenannte Easylist nimmt, in der die Filterregeln für verschiedene Adblocker-Programme enthalten sind. Eyeo stritt in dem Verfahren jegliche Verantwortung für die Erstellung der Filterregeln und für die Veröffentlichungen im Adblock-Plus-Forum ab. Die Moderatoren und Autoren arbeiteten nicht weisungsgebunden. Allerdings musste Eyeo einräumen, dass einer der Easy-List-Autoren und "Filter list maintainer" inzwischen in dem Unternehmen arbeitete und sich auch während der Arbeitszeit um die Liste kümmerte.

Wer steht hinter der Easylist?

Die Eyeo-Geschäftsführung erklärte dazu laut Gericht: "Soweit er Foren- und Filterlisteneinträge während seiner Arbeitszeit, die lediglich 3 Tage die Woche betrage, vorgenommen habe, stehe dies einer privaten Tätigkeit nicht entgegen, da er seine Arbeitszeiten flexibel gestalten könne und die Antragsgegnerin keine Einwände habe, wenn er sich an Arbeitstagen zwischendurch um private Angelegenheiten kümmere (...). Der hierfür erforderliche Aufwand sei überschaubar, er betrage durchschnittlich weniger als 5 Minuten je Arbeitstag."

Das Gericht hatte diese Äußerungen damals als "bloße Schutzbehauptung" und mehrere eidesstattliche Versicherungen von Geschäftsführer Faida als "nicht glaubhaft" gewertet. Diese Einschätzung des Gerichts will Springer nun strafrechtlich verfolgen lassen. Allerdings ließ sich das Hamburger Landgericht damals von den Springer-Anwälten nicht überzeugen, dass die Easylist "insgesamt" das Produkt von Eyeo und "nicht einer freien Community ist". Die Attraktivität und Aktualität von Adblock Plus hänge jedoch "maßgeblich von der Aktualität der Easylist ab". Die Parteien hatten sich vor Gericht auch darum gestritten, ob ein besonders aktiver Forenmoderator ebenfalls ein Angestellter von Eyeo ist.

Easylist auch für andere Adblocker wichtig

Zudem hatte Eyeo in zivilrechtlichen Verfahren behauptet, nicht maßgeblich hinter der Easylist zu stecken. So wird die Firma in einer Urteilsbegründung des Oberlandesgerichts Köln mit der Aussage zitiert, die "Easylist und die Easylist Germany seien öffentliche, von jedermann abonnierbare und nicht von den Beklagten erstellte oder unterhaltene Listen". Sollten die Ermittler bei den Durchsuchungen nun Hinweise gefunden haben, die auf eine intensive Arbeit von Eyeo an den Blockadelisten deuteten, hätte das Unternehmen in der Tat falsche Angaben vor Gericht gemacht.

Der Springer-Verlag will in seiner Klage gegen Eyeo nicht nur Adblock Plus, sondern gleichzeitig auch die Blockadelisten verbieten lassen. Ein erfolgreicher Angriff auf die Easylist würde sich aber nicht nur auf die Nutzer von Adblock Plus auswirken. Denn auch andere Adblocker wie Ublock nutzen die Liste. Im Katz-und-Maus-Spiel zwischen Werbewirtschaft und Adblocker-Community wären die Anzeigen dann vorübergehend wohl ein bisschen schneller.

Nachtrag vom 28. Januar 2017, 10:59 Uhr

Wir haben Details zur Durchsuchung im zweiten Absatz ergänzt.


eye home zur Startseite
bombinho 11. Mär 2017

Die Adblocker sind ja nur Programme, die das bequemer machen. Das Blocken (oder...

SchreibenderLeser 04. Feb 2017

Das ist Utopie.

Dalewn 30. Jan 2017

That is an interesting view. Unfortunately in a time where AngularJS, Single Page designs...

ohinrichs 30. Jan 2017

Das habe ich ja auch festgestellt und in einem anderen Thread hier angesprochen: mit...

gaym0r 30. Jan 2017

Die kriegt aber ihre Riesengage nicht dadurch dass Sie eine besonders hohe...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Software AG, Saarbrücken, Darmstadt, Düsseldorf, Stuttgart, München
  2. TÜV Rheinland i-sec GmbH, Hallbergmoos bei München, Köln
  3. DEKRA SE, Stuttgart
  4. PlusServer GmbH, Köln


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 23,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  2. 16,99€ (ohne Prime bzw. unter 29€ Einkauf zzgl. 3€ Versand)
  3. 65,00€

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Globale SAP-Anwendungsunterstützung durch Outsourcing


  1. Cloud Native Con

    Kubernetes 1.6 versteckt Container-Dienste

  2. Blizzard

    Heroes of the Storm 2.0 bekommt Besuch aus Diablo

  3. APT29

    Staatshacker nutzen Tors Domain-Fronting

  4. Stellenanzeige

    Netflix führt ausgefeilten Kampf gegen illegale Kopien

  5. Xbox One

    Neue Firmware mit Beam und Erfolgsmonitoring

  6. Samsung

    Neue Gear 360 kann in 4K filmen

  7. DeX im Hands On

    Samsung bringt eigene Desktop-Umgebung für Smartphones

  8. Galaxy S8 und S8+ im Kurztest

    Samsung setzt auf langgezogenes Display und Bixby

  9. Erazer-Serie

    Medion bringt mehrere Komplett-PCs mit AMDs Ryzen heraus

  10. DJI

    Drohnen sollen ihre Position und ihre ID funken



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Vikings im Kurztest: Tiefgekühlt kämpfen
Vikings im Kurztest
Tiefgekühlt kämpfen
  1. Nier Automata im Test Stilvolle Action mit Überraschungen
  2. Torment im Test Spiel mit dem Text vom Tod
  3. Nioh im Test Brutal schwierige Samurai-Action

WLAN-Störerhaftung: Wie gefährlich sind die Netzsperrenpläne der Regierung?
WLAN-Störerhaftung
Wie gefährlich sind die Netzsperrenpläne der Regierung?
  1. Telia Schwedischer ISP muss Nutzerdaten herausgeben
  2. Die Woche im Video Dumme Handys, kernige Prozessoren und Zeldaaaaaaaaaa!
  3. Störerhaftung Regierung will Netzsperren statt Abmahnkosten

In eigener Sache: Golem.de sucht Marketing Manager (w/m)
In eigener Sache
Golem.de sucht Marketing Manager (w/m)
  1. In eigener Sache Golem.de geht auf Jobmessen
  2. In eigener Sache Golem.de kommt jetzt sicher ins Haus - per HTTPS
  3. In eigener Sache Unterstützung für die Schlussredaktion gesucht!

  1. Re: Scheint so als würde denen das Geld langsam...

    ZuWortMelder | 06:45

  2. Re: Wie "sicher" wird der Fingerabdruck gespeichert?

    nf1n1ty | 06:39

  3. Re: Und nach 1,5 Jahren auch wieder Schrott wegen...

    GangnamStyle | 06:35

  4. Re: Was wurde eigentlich aus dem HDMI-In?

    Siliciumknight | 06:25

  5. Re: Bitte ein anderes Ende...

    My2Cents | 06:13


  1. 18:40

  2. 18:19

  3. 18:01

  4. 17:43

  5. 17:25

  6. 17:00

  7. 17:00

  8. 17:00


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel