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ADAC-Vergleich: Elektroautos in der Mittelklasse günstiger als Verbrenner

Vor allem elektrische Kleinwagen können kostenmäßig noch nicht mit Verbrennern konkurrieren. Dies hängt vor allem vom Strompreis ab.
/ Friedhelm Greis
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Nicht alle Elektroautos sind günstiger als vergleichbare Verbrenner. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)
Nicht alle Elektroautos sind günstiger als vergleichbare Verbrenner. Bild: Friedhelm Greis/Golem.de

Beim Vergleich sämtlicher Ausgaben schneiden elektrische Mittelklasseautos häufig besser ab als ihre Verbrennerpendants. Das geht es einer Autokostenrechnung des Automobilclubs hervor, die am 10. Mai 2023 veröffentlicht wurde(öffnet im neuen Fenster) . "Elektrofahrzeuge der Kleinst- und Kleinwagenklasse sind kostenmäßig nicht immer konkurrenzfähig, in den anderen Klassen kann ein Stromer ein Verbrennerfahrzeug jedoch zum Teil weit unterbieten" , schreibt der Autoclub.

In die Berechnung fließen laut ADAC nicht nur Anschaffungspreis und Betriebskosten, sondern auch Wertverlust und Wartungskosten der Fahrzeuge ein, was als Total Cost of Ownership (TCO) bezeichnet wird.

Elektrische Kleinwagen sehr teuer

Laut ADAC sind elektrische Kleinwagen in der Anschaffung teilweise doppelt so teuer wie der vergleichbare Verbrenner. Das gelte beispielsweise für den Opel Corsa und den Fiat 500. Selbst bei einem Dieselpreis von zwei Euro je Liter seien die Gesamtkosten eines Elektroautos höher. Auch ein günstiger Strompreis von weniger als 40 Cent pro Kilowattstunde (kWh) könne den Wertverlust langfristig nicht kompensieren.

Bei diesem Vergleich berücksichtigt der ADAC jedoch nicht, dass der Corsa-e im Vergleich zum günstigsten Verbrenner doppelt so stark motorisiert und besser ausgestattet ist. Dem ausführlichen Kostenvergleich (PDF)(öffnet im neuen Fenster) zufolge liegen die TCO-Kosten beim Corsa-e GS und Corsa 1.2 DI Turbo GS Line Automatik sehr dicht beieinander.

Mittelklasse mit Preisvorteilen

Besser schnitten die E-Autos hingegen in der Mittelklasse ab. "Vergleicht man den Golf 1.5 eTSI Life DSG (110 kW) mit seinem elektrischen Pendant ID.3 Pro (58 kWh/150 kW), dann ist der ID.3 mit rund 33.000 Euro (nach Abzug der Fördersumme von 6.750 Euro) knapp 2.000 Euro günstiger in der Anschaffung als der Golf (34.970 Euro). Auch in der Vollkostenrechnung kommt die E-Version auf nur 56,0 Cent pro Kilometer, der Benziner auf 59,2 Cent" , heißt es. Bei einem angenommenen Kaufrabatt von zehn Prozent sei der Golf jedoch wieder günstiger.

In der Mittelklasse bleibe der Kostenvorteil der Elektroautos selbst bei einem starken Anstieg des Strompreises noch erhalten. So hätten das Tesla Model 3 oder der Toyota bZ4X bei einem Strompreis bis 80 Cent pro kWh immer noch Kostenvorteile, selbst bei einem Benzinpreis von 1,50 Euro.

In der oberen Mittelklasse, beispielsweise bei einem Mercedes-Benz EQE oder Tesla Model S, schlage ein Elektroauto einen entsprechenden Benziner nur noch, wenn der Strompreis unter 70 Cent pro kWh und der Benzinpreis bei 1,50 Euro liege. Im Vergleich mit einem Diesel aber bestehe ein durchschnittlicher Stromer in dieser Klasse nie.

Unrealistische Verbrauchsangaben

In der Praxis zeigen die Berechnungen des ADAC: Die Wirtschaftlichkeit eines Elektroautos hängt vor allem davon ab, ob der Halter auf öffentliche Ladesäulen angewiesen ist. Wer sein Auto zu Hause oder am Arbeitsplatz laden kann, dürfte in der Regel mit Preisen von 30 bis 40 Cent pro kWh rechnen können. Noch günstiger wird der Vergleich, wenn das Auto mit eigenem Solarstrom aufgeladen werden kann.

In seinem Vergleich geht der ADAC von durchschnittlichen Stromkosten in Höhe von 44 Cent pro kWh aus. Nicht realistisch dürften jedoch die Annahmen zum Stromverbrauch der Elektroautos sein. Diese basieren auf den Prüfzyklen NEFZ beziehungsweise WLTP und sind meist nicht sehr realitätsnah.


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