ADAC-Test: Nur jede zweite Autobahn-Raststätte mit HPC-Lader
Die Ladeinfrastruktur an deutschen Autobahnen lässt weiterhin zu wünschen übrig. Nach Angaben des Automobilclubs ADAC(öffnet im neuen Fenster) stehen an rund 370 Rastanlagen zwar inzwischen 1.440 Schnellladepunkte zur Verfügung. Doch verfügt nach Angaben des Betreibers Tank & Rast nur die Hälfte der Ladepunkte über eine Ladeleistung von mindestens 150 kW (High-Power-Charging/HPC).
Die übrigen Ladepunkte stammen demnach noch aus den Anfangszeiten der Elektromobilität, als 43 oder 50 kW noch als Schnelllader zählten. Inzwischen ermöglichen neuere Elektroautos aber schon Ladeleistungen von deutlich mehr als 200 kW, was die Ladezeiten erheblich verkürzen kann. Ein weiteres Problem: Manche Schnelllader splitten laut ADAC ihre Leistung auf, so dass bei zwei gleichzeitig angeschlossenen Fahrzeugen nur die Hälfte zur Verfügung stehen könnte.
Die Zahlen von Tank & Rast werden durch einen konkreten ADAC-Test bestätigt. Von 40 getesteten Anlagen hatten demnach zwei überhaupt keine Lademöglichkeiten. Weitere 18 Anlagen waren nur mit den leistungsschwachen Ladern ausgestattet. Was in dem ADAC-Test nicht erwähnt wird: Gerade bei den älteren Säulen kann es häufiger Probleme geben, diese zum Starten zu bringen. Daher ist es generell empfehlenswert, nur neuere Säulen anzufahren. Diese gibt es inzwischen auch auf zahlreichen Autohöfen entlang der Autobahnen, die jedoch vom ADAC nicht abgefragt wurden.
E-Autos stehen im Regen
Nicht sehr zufrieden zeigte sich der Autoclub auch mit dem Ladekomfort an den Raststätten. Nur zwei der 40 Ladestationen verfügten demnach über eine Überdachung. "Zudem waren auf einem Viertel der Standorte zum Testzeitpunkt Ladesäulen durch falsch parkende beziehungsweise nicht ladende Fahrzeuge blockiert" , heißt es weiter. Immerhin habe bei 33 der 40 Anlagen ein Schild die bereitstehende Ladeinfrastruktur angekündigt. Die Ausschilderung innerhalb der Raststätte, die früher oft nicht existierte, wurde vom ADAC offenbar nicht getestet.
Der Verband forderte von den Rastanlagen, sich der Ladeinfrastruktur stärker zu widmen, da das Laden "so einfach und selbstverständlich wie Tanken sein sollte" . Die Raststätte sollten daher nicht nur die Zahl der HPC-Lader erhöhen, sondern die Ladesäulen auch so anordnen, dass auch E-Autos mit Anhänger laden können, ohne diesen abkuppeln zu müssen. Ebenfalls sollten ein Wetterschutz mit Überdachung und ausreichende Beleuchtung standardmäßig vorgehalten werden. Zu guter Letzt sollten die Betreiber die Ladeplätze eindeutig beschildern und gegebenenfalls Standflächen farblich markieren, um fremd- oder falschparkende Autos zu vermeiden.
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