ADAC: Tesla bei Fahrzeugbedienung auf dem letzten Platz

Navigationssystem, Radio, Klimatisierung und viele andere Autofunktionen lassen sich während der Fahrt anpassen, doch wie gut gelingt das? Schließlich sind Ablenkungen beim Autofahren gefährlich. Je länger die Nutzer benötigen, eine Aktion durchzuführen, desto riskanter wird es.
Der ADAC hat die Bedienungselemente von sechs Fahrzeugen der Kompakt- und Mittelklasse in einem aufwendigen Test miteinander verglichen. Drei der Fahrzeuge sind mit Touchscreen, drei mit einem controllerbasierten System ausgerüstet.
Im Test wurden Fahrten von 24 Probanden ausgewertet, die mit je zwei ihnen fremden Testfahrzeugen durch einen Parcours bei einer konstanten Geschwindigkeit zwischen 40 und 50 km/h fuhren. Dabei mussten sie alltägliche, häufig gebrauchte oder sicherheitsrelevante Bedienungsaufgaben lösen, beispielsweise die Klimaanlage einstellen oder das Radio.
Getestet wurde mit Blickerfassung
Das Projekt wurde vom User Experience Lab (UX-Lab) der Hochschule Augsburg(öffnet im neuen Fenster) mit Eyetracking-Hard- sowie Software begleitet. Die Ablenkung wurde über eine Videobeobachtung mit Blickerfassung aufgezeichnet und anschließend ausgewertet.
Bei ihrem Vergleich bewerteten die ADAC-Experten unterschiedliche Kategorien: Die stärkste Gewichtung hatte im Test die Bedienung der sicherheitsrelevanten Fahrzeugfunktionen, etwa das Einschalten des Fahrlichts. Außerdem wurden bewertet: Die Bedienung der Klimatisierung und die des Infotainmentsystems.
Die ersten beiden Plätze mit jeweils der Note gut belegen der Mazda 3 sowie der BMW 1er, die beide über ein controllerbasiertes Bedienungssystem verfügen. Beim Steuern des Infotainmentsystems ist das ein Nachteil, weil die Eingabe länger dauert. Das gute Gesamtergebnis kommt zustande, weil bei beiden Fahrzeugen die Bedienung der sicherheitsrelevanten Fahrfunktionen intuitiv erfolgt und mit Sehr gut abschneidet. Beide haben außerdem eine separate Klima-Bedienungseinheit.
Auch separate Bedienungselemente helfen nicht unbedingt
Der VW Golf und der Dacia Duster landen im Mittelfeld – beides Modelle, bei denen das Infotainmentsystem per Touchscreen und die sicherheitsrelevanten Funktionen klassisch über separate Bedienungselemente gesteuert werden. Allerdings wird beim Golf die Klimaanlage weitgehend über Touchscreen bedient, was umständlich ist.

Die Mercedes A-Klasse kommt auf den fünften Platz, weil das Infotainmentsystem mit einem Touchpad ausgestattet ist, das sich recht schwer bedienen lässt.
Beim Tesla Model 3 lassen sich fast alle Fahrzeugfunktionen über den Touchscreen bedienen. Das führt zu den mit Abstand längsten Bedienungs- und Ablenkungszeiten und stellt nach Meinung des ADAC ein großes Sicherheitsrisiko dar. Beim Bedienen des Infotainmentsystems schneidet der Tesla am besten ab. Das Infotainment fließt allerdings nur zu 20 Prozent in die Bewertung ein, sicherheitsrelevante Funktionen mit 50 Prozent.
Der ADAC testete(öffnet im neuen Fenster) schon 2013 mit Hilfe mehrerer Kameras zur Blickverfolgung, wie stark die Technik im Auto Fahrer ablenkt. Die Versuchspersonen mussten bei sechs Mittelklassefahrzeugen eine Radiofrequenz suchen und speichern sowie mittels Bordrechner Daten prüfen. Besonders lang dauerte die Suche nach einer Radiofrequenz, gefolgt von der Überprüfung des Bordrechners auf zwei Parameter.