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ADAC: OBD-Dongles helfen nicht beim Spritsparen

Ein kleiner Stecker verspricht 15 Prozent weniger Spritverbrauch, doch laut einer Untersuchung des ADAC ist das Gerät ein Scam.
/ Andreas Donath
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Kraftstoffe sind deutlich teurer geworden. (Bild: Friedhelm Greis / Golem)
Kraftstoffe sind deutlich teurer geworden. Bild: Friedhelm Greis / Golem

Wer etwas älter ist, kennt die Anzeigen in Autozeitungen vielleicht noch: Pillen für den Tank, Magnete an der Kraftstoffleitung, Ölzusätze – keines der Produkte, die der ADAC im Laufe der Jahre unter die Lupe genommen hat, hat bislang gehalten, was es versprach. Nun hat der Automobilclub gemeinsam mit der c't einen aktuellen Vertreter dieser Gattung untersucht(öffnet im neuen Fenster) : den EcoOBD2-Dongle der Firma Ecomac, erhältlich in Blau für Dieselfahrzeuge und Grün für Benziner, zum Preis zwischen 8,99 und 39,99 Euro.

Was steckt drin? – Ein Blinker, kein Kraftstoffoptimierer

Das Gerät wird einfach in die OBD-Diagnosebuchse im Fußraum gesteckt. Laut Produktbeschreibung soll es dort mit dem Motorsteuergerät kommunizieren und den Verbrauch spürbar senken. Die Experten konnten jedoch keinerlei Kommunikation über die Diagnosebuchse feststellen. Der Dongle enthält lediglich einen Spannungswandler, drei Leuchtdioden sowie die dafür notwendigen Widerstände, Kondensatoren und Transistoren. Eine elektrische Verbindung zum CAN-Bus des Fahrzeugs besteht schlicht nicht – zwei dafür notwendige Kontakte sind im Stecker gar nicht angelötet.

Das Gerät blinkt also, tut aber technisch gesehen gar nichts. Markus Sippl vom ADAC Technik Zentrum ordnet das Ergebnis knapp ein: Würde ein solches Produkt tatsächlich funktionieren, hätten Automobilhersteller es längst serienmäßig verbaut. Denn ein echter Verbrauchsvorteil von 15 Prozent wäre ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsfaktor.

Placebo trifft auf Pseudozertifikate

Besonders ärgerlich ist das Muster, das hinter dem Vertrieb solcher Mittel steckt. Die Anbieter präsentieren vermeintliche Erfahrungsberichte zufriedener Fahrer sowie Zertifikate von unbekannten Institutionen. Diese Prüfsiegel bestätigen laut ADAC jedoch meist nur, dass das Gerät im Fahrzeug mitgeführt werden darf, sofern es ordentlich befestigt ist. Mehr sagen sie der Meinung des Automobilclubs nach nicht aus.

Dazu kommt ein psychologischer Effekt: Wer glaubt, ein Sparsystem zu nutzen, fährt häufig unbewusst verhaltener – und spart dadurch tatsächlich ein wenig Sprit. Nicht das Produkt wirkt, sondern die veränderte Fahrweise. Diesen Zusammenhang nutzen die Anbieter, ohne ihn offen zu kommunizieren.

Was hilft wirklich? – Fahrstil schlägt jeden Dongle

Wer ernsthaft Kraftstoff sparen möchte, kommt um die Anpassung des eigenen Fahrstils nicht herum . Laut ADAC lassen sich durch vorausschauendes Fahren und einen ruhigen Gasfuß bis zu 20 Prozent Reduzierung erzielen.

Auch regelmäßige Wartung zahlt sich aus: korrekter Reifenluftdruck, frische Filter und der vom Hersteller empfohlene Motorölwechsel halten den Verbrauch niedrig.


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