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(Bild: ÖAMTC)

ADAC: Keyless-Go bietet Autofahrern keine Sicherheit

Der ADAC und der ÖAMTC haben Keyless-Go-Systeme zahlreicher Autohersteller getestet und sind zu einem ernüchternden Ergebnis gekommen. Nur vier Modelle haben sich nicht knacken lassen.

Viele mit einem Keyless-Go-System ausgestattete Autos haben laut einem Test des ADAC und des ÖAMTC ein Sicherheitsproblem. "Mittlerweile wurden 273 Autos mit 'Keyless-Go' getestet und nur vier Modelle ließen sich nicht knacken. Die meisten Hersteller wollen oder können diese Sicherheitslücke scheinbar nicht schließen", kritisiert ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

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Ein mit Keyless-Go ausgestattetes Auto kann per Funksignal erkennen, ob der Nutzer den passenden Schlüssel dabeihat und öffnet sich, wenn dieser sich dem Auto nähert oder am Türgriff zieht. Das Starten per Knopf ist dann oft auch ohne eingesteckten Schlüssel möglich. Die Funksignale können jedoch aufgefangen und abspielt werden - dann ist ein Einbruch in das Auto gewaltlos möglich. Der ADAC und der ÖAMTC demonstrierten schon 2017, wie leicht das geht. 2019 ist es dem aktuellen Test zufolge nicht besser geworden.

Geknackt werden die Autos mit einem sogenannten Reichweitenverlängerer. Mit diesem kann das Signal vom Schlüssel 100 Meter oder mehr übertragen werden, auch durch Türen und Mauern hindurch. Auch das Fahren ist bei Autos mit Startknopf oft möglich, allerdings endet die Fahrt, wenn der Motor abgestellt wird, denn kopieren können die Reichweitenverlängerer das Signal nicht.

"Aktuell sind Autos mit 'Keyless-Go'-System deutlich leichter zu stehlen als andere Fahrzeuge. Einzig vier Modelle von Jaguar beziehungsweise Land Rover waren in unseren Tests nicht zu knacken. Es ist also möglich - die anderen Hersteller müssen hier rasch nachziehen", fordert Kerbl.

Eine Methode, sich als Autobesitzer zu schützen, sind spezielle Schlüsseletuis, die Funkwellen blockieren. Das bedeutet aber auch, dass der Besitzer den Schlüssel vor Gebrauch jedes Mal auspacken und dann wieder im Etui verstauen muss.

Die Liste der getesteten Fahrzeuge und die jeweiligen Ergebnisse können als PDF heruntergeladen werden.