Abo
  • Services:

ADAC: Drohnen können Rettungshubschrauber gefährden

Kleine Drohnen stellen nach Meinung des ADAC eine Gefahr für Rettungshubschrauber dar, wenn sie ohne Bedacht geflogen werden. Der Automobilclub fordert strengere Regeln für die unbemannten Fluggeräte für den Hausgebrauch, die immer mehr Verbreitung finden.

Artikel veröffentlicht am , Michael Linden
ADAC-Luftrettung
ADAC-Luftrettung (Bild: Golem.de)

Drohnen und Rettungshubschrauber, die in dicht besiedelten Gebieten fliegen, sind ein Horrorszenario für den ADAC, der durch potentiell kollidierende Fluggeräte die Sicherheit gefährdet sieht. Für unerfahrene Drohnenflieger ist es nicht leicht, ihre kleinen Multikopter stets in sicherer Entfernung zu Gefahrenquellen zu halten.

Stellenmarkt
  1. Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Nürnberg
  2. Computacenter AG & Co. oHG, verschiedene Standorte

Die Drohnen sollen, auch wenn sie nicht viel wiegen, einen Hubschrauber gefährden können. Dabei spielt vor allem ihre schlechte Erkennbarkeit aus der Ferne eine große Rolle. Sind sie auch noch dezent gefärbt, kann der Hubschrauberpilot sie nur schlecht erkennen und ihnen nicht rechtzeitig ausweichen. In vielen Fällen dürfte das auch in der Landephase fast unmöglich sein, weil dann nur ein geringer Spielraum vorhanden ist.

Drohnen müssten nach Ansicht des ADAC deshalb anderes reglementiert werden. Konkrete Vorschläge dazu macht der Automobilclub zwar nicht, empfiehlt aber, Positionslichter und eine auffällige Farbgebung zu verwenden, um die Erkennbarkeit der kleinen Flugkörper zu erhöhen. Zudem hat der Club die gesetzlichen Bestimmungen aufgeführt, die für Hobbyflieger gelten. Nur Modelle unter 5 kg Gewicht dürfen ohne vorherige Erlaubnis gestartet werden. Wer eine Drohne mit einem Gesamtgewicht zwischen 5 und 25 kg fliegen will, braucht eine Erlaubnis der Luftfahrtlandesbehörde. Auch eine gesonderte Halterhaftpflichtversicherung ist wichtig. Letzteres hilft natürlich nicht gegen Kollisionen, soll aber bei Schäden verhindern, dass der Hobbypilot in den wirtschaftlichen Ruin durch Schadens- oder Schmerzensgeldforderungen getrieben wird.

Wichtigste Regel ist aber der Sichtflug. Nur wer sieht, wo die Drohne entlangfliegt, kann auch Steuerbefehle zum Ausweichen oder Landen geben.

Ob es in Deutschland schon zu echten Luftzwischenfällen zwischen Rettungshubschraubern und Drohnen gekommen ist, teilte der ADAC nicht mit. Die Flugsicherheitsbehörde FAA der USA führt detailliert Buch über die ihr gemeldeten Zwischenfälle, die sich mit privat gesteuerten Drohnen und dem regulären Flugverkehr ereignen. Seit Mitte 2014 sind 175 Zwischenfälle gemeldet worden, bei denen Drohnen in gesperrte Lufträume zum Beispiel an Flughäfen eindrangen. Mehrmals sei es zu Beinahekollisionen mit Flugzeugen oder Hubschraubern gekommen, berichtet die New York Times, die mit anderen Medien zusammen Einblick in die Liste forderte.

Amazon Prime Air musste kürzlich in den USA eine herbe Zulassungsbeschränkung für sein Lieferdrohnen-Testprogramm hinnehmen. Wichtigstes Element: Auch diese Drohnen dürfen nur im Sichtflug vom Boden aus gesteuert werden. Die Flugerlaubnis schränkt den Betrieb jedoch recht stark ein. Die Drohnen müssen jederzeit unter der Marke von 400 Fuß (120 Meter) bleiben und dürfen nur während der Tagesstunden betrieben werden, wenn sie vom Boden aus angesichts der meteorologischen Situation auch gesehen werden können. Der Pilot am Boden muss mindestens eine Privatpilotenlizenz und ein flugärztliches Attest besitzen. Beobachter und Pilot müssen dauerhaft eine Sichtverbindung zur Drohne haben. Damit lassen sich zwar Versuche durchführen, ein kommerzieller Betrieb erscheint jedoch aufgrund der Entfernungseinschränkung sinnlos.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie (Release 05.10.)
  2. 33,99€
  3. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie
  4. 45,99€ (Release 19.10.)

Schnarchnase 10. Apr 2015

Äh ja, der ADAC ist mit 30 Stationen ja nur der größte Betreiber in Deutschland.

TroyTrumm 09. Apr 2015

Ab mal davon stellen Vögel sehr wohl eine Gefahr dar. Und diese wird auch nicht...

Prinzeumel 08. Apr 2015

Das nun wieder wäre sache der politik den abverkauf nur dann zu erlauben wenn...

Peter Brülls 08. Apr 2015

Schon klar.

bbk 08. Apr 2015

Vielleicht sollten wir einfach auch alle Modellflieger mit FLARM ausrüsten, dann würde es...


Folgen Sie uns
       


Battlefield 5 Open Beta - Golem.de live

Ein Squad voller Golems philosophiert über Raytracing, PC-Konfigurationen und alles, was noch nicht so funktioniert, im Livestream zur Battlefield 5 Open Beta.

Battlefield 5 Open Beta - Golem.de live Video aufrufen
Lenovo Thinkpad T480s im Test: Das trotzdem beste Business-Notebook
Lenovo Thinkpad T480s im Test
Das trotzdem beste Business-Notebook

Mit dem Thinkpad T480s verkauft Lenovo ein exzellentes 14-Zoll-Business-Notebook. Anschlüsse und Eingabegeräte überzeugen uns - leider ist aber die CPU konservativ eingestellt und ein gutes Display kostet extra.
Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Thinkpad E480/E485 im Test AMD gegen Intel in Lenovos 14-Zoll-Notebook
  2. Lenovo Das Thinkpad P1 ist das X1 Carbon als Workstation
  3. Thinkpad Ultra Docking Station im Test Das USB-Typ-C-Dock mit robuster Mechanik

Gesetzesentwurf: So will die Regierung den Abmahnmissbrauch eindämmen
Gesetzesentwurf
So will die Regierung den Abmahnmissbrauch eindämmen

Obwohl nach Inkrafttreten der DSGVO eine Abmahnwelle ausgeblieben ist, will Justizministerin Barley nun gesetzlich gegen missbräuchliche Abmahnungen vorgehen. Damit soll auch der "fliegende Gerichtsstand" im Wettbewerbsrecht abgeschafft werden.
Von Friedhelm Greis


    Zukunft der Arbeit: Was Automatisierung mit dem Grundeinkommen zu tun hat
    Zukunft der Arbeit
    Was Automatisierung mit dem Grundeinkommen zu tun hat

    Millionen verlieren ihren Job, aber die Gesellschaft gewinnt dabei trotzdem: So stellen sich die Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens die Zukunft vor. Wie soll das gehen?
    Eine Analyse von Daniel Hautmann

    1. Verbraucherschutzminister Kritik an eingeschränktem Widerspruchsrecht im Online-Handel
    2. Bundesfinanzminister Scholz warnt vor Schnellschüssen bei Digitalsteuer
    3. Sommerzeit EU-Kommission will die Zeitumstellung abschaffen

      •  /