Ada & Zangemann: Das IT-Märchen, das wir brauchen

Das frisch erschienene Märchenbuch Ada & Zangemann erklärt, was Software-Freiheit ist. Eine schöne Grundlage, um Kinder - aber auch Erwachsene - an IT-Probleme und das Basteln heranzuführen.

Eine Rezension von veröffentlicht am
Ada & Zangemann ist ein modernes Märchen im digitalen Zeitalter.
Ada & Zangemann ist ein modernes Märchen im digitalen Zeitalter. (Bild: Illustration: Sandra Brandstätter/CC-BY-SA 3.0)

Eine kindgerechte Heranführung an Themen wie IT-Industrie, Hardware und Software ist ungemein schwierig, da eine fundierte Erklärung dieser komplexen Sachverhalte selbst für Erwachsene oft nicht einfach ist. Mit dem Buch Ada & Zangemann versucht der Präsident der Free Software Foundation Europe (FSFE), Matthias Kirschner, zusammen mit Illustratorin Sandra Brandstätter diese große Aufgabe zu lösen.

Inhalt:
  1. Ada & Zangemann: Das IT-Märchen, das wir brauchen
  2. Eine Software-Utopie im Kinderbuch-Format

Erklärt wird dabei zwar hauptsächlich freie Software - und zwar so, dass das Konzept nicht nur Kinder verstehen, sondern auch Erwachsene, die von IT keine Ahnung haben. Das Buch bietet aber auch viel Stoff für Kinder und Eltern, um sich grundsätzlich darüber zu unterhalten, in was für einer digitalen Welt wir eigentlich leben wollen.

Ein smartes Märchen

Die liebevoll gestalteten Hauptcharaktere des Buches, das von dem Autor selbst als Märchen bezeichnet wird, sind die namensgebende Schülerin Ada sowie der grummelige alte Erfinder Zangemann. Während die meisten der Mitschüler von Ada mit der alles beherrschenden Technik von Zangemann leben und diese Technik ständig verfügbar ist, wohnt Ada mit ihrer Mutter und ihrem jüngeren Bruder auf dem Schrottplatz. Perfekte Gegenspieler also, wie es sich für ein gutes Märchen gehört.

Auf dem Schrottplatz bastelt die kleine Tüftlerin Ada oft an den alten Geräten und findet sogar ein Telefon, dessen kaputtes Display sie selbst reparieren kann. Etwas, was eigentlich selbstverständlich sein sollte, aber bei vielen Herstellern bis heute nicht ist. Diese Art subversiver Seitenhiebe auf die IT-Industrie finden sich zahlreich in dem Buch und sind ein gelungener Einstieg zu Fragen der Ethik rund um Hardware und Software, die auch Erwachsene interessieren sollten. Immerhin sind diese hochaktuell.

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In der Welt von Ada & Zangemann gibt es analog zu unserer echten Welt zahlreiche smarte Geräte wie Skateboards, Eismaschinen, Staubsauger, Bügelbretter und vieles mehr. Diese stammen von dem Monopolisten Zangemann, der die Geräte alle mit einem großen Programm von seinem eigenen Computer aus steuern kann. Und weil die Geräte so gut funktionieren und so praktisch sind, haben auch fast alle Zangemann-Geräte, außer Ada eben, die sich diese nicht leisten kann.

Auch das ist wieder einer dieser Seitenhiebe, in dem Fall auf das Internet-of-Things und deren Cloud-Abhängigkeit. Unangenehm moralisierend wird die Geschichte dabei nie, sondern fokussiert sich auf eine positive Gegenerzählung, die nicht nur Kinder zum Mitfiebern einlädt.

Ada und Zangemann: Ein Märchen über Software, Skateboards und Himbeereis

Böser Cloud-Riese gegen kleine freie Denkerin

Im Laufe der schnellen Geschichte entscheidet Zangemann, dass seine Geräte nur noch das machen können, was er erlaubt, so dass die Skateboards etwa nicht mehr auf Gehwegen fahren können oder Krawatten nicht mehr gebügelt werden können, weil Zangemann Krawatten hasst. Ada bekommt von all dem aber so gut wie nichts mit und bastelt stattdessen weiter an den Geräten vom Schrottplatz.

Aus den vielen Büchern in der Bibliothek lernt Ada schließlich, was Software ist, bringt sich so das Programmieren bei und baut sich in den Sommerferien ein eigenes smartes Skateboard. Und weil das selbstgebaut ist, kann das dann im Gegensatz zu den Zangemann-Skateboards auch auf dem Gehweg fahren. Der schon im Charakterdesign erstellte Kampf von Gut gegen Böse, Klein gegen Groß, Arm gegen Reich nimmt damit eine spannende Fahrt auf.

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Eine Software-Utopie im Kinderbuch-Format 
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