Acutherm: Mit Wärmebildkamera und Mikrofon das Passwort erraten
Bei einem Tastendruck hinterlassen die Finger immer ein wenig ihrer Wärme, die mit Hilfe einer Wärmebildkamera sichtbar gemacht werden können. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise PIN-Nummern am Geldautomaten kurz nach ihrer Eingabe auslesen oder Passwörter von Tastaturen ablesen. Allerdings ist die Reihenfolge der gedrückten Tasten oft nicht eindeutig. Forscher der University of California präsentierten auf der Sicherheitskonferenz Black Hat Asia(öffnet im neuen Fenster) einen Angriff, der eine Wärmebildkamera und ein Mikrofon kombiniert. Mit dem Mikrofon nehmen sie das Drücken der Tasten auf und können über den individuellen Klang jeder Taste die Reihenfolge und doppelt gedrückte Tasten ermitteln. Zuerst hatte Heise.de berichtet(öffnet im neuen Fenster).
Die meisten Computertastaturen bestehen aus Plastik. Das Material ist jedoch ein schlechter Wärmeleiter, die Wärme der Fingerspitzen verfliegt schnell von den Tasten. Nahmen die Sicherheitsforscher innerhalb von 30 Sekunden nach der Passworteingabe ein Foto der Tastatur mit einer Wärmebildkamera auf, konnten sie in der Regel alle gedrückten Tasten erkennen. Nach 60 Sekunden waren immer noch Teile erkennbar. Die Grundvariante des Angriffs präsentierten die Sicherheitsforscher bereits im vergangenen Jahr(öffnet im neuen Fenster) und nannten ihn Thermanator.
Bessere Ergebnisse durch Kombination
In einer neuen Variante kombinierten die Sicherheitsforscher das Foto der Wärmebildkamera mit einer Audioaufnahme des Tastendrucks. Den Angriff nennen sie Acutherm. Durch die Kombination konnten sie die einfach und mehrfach gedrückten Tasten sowie die Reihenfolge ermitteln. In 20 Prozent konnten die Sicherheitsforscher ein bis fünf Passwörter ermitteln, von denen eines das richtige war. Generieren sie mit der Methode 45 Passwortvarianten, ist fast immer eines davon richtig. Da viele Systeme nur wenige Versuche, das Passwort einzugeben, erlauben, kann das Durchprobieren bei 45 Variationen mehrere Tage benötigen.
Die genauesten Vorhersagen konnten die Sicherheitsforscher auf einer Logitech-Tastatur treffen. Auf den ebenfalls getesteten Azio- und Dell-Tastaturen waren die Ergebnisse weniger aussagekräftig. Warum die Ergebnisse zwischen den Tastaturen variierten, konnten die Sicherheitsforscher nicht erklären.
- Anzeige Hier geht es zu Hacking & Security: Das umfassende Handbuch bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

