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Activision: Call of Duty verschärft Anti-Cheat auf Kosten älterer PCs

Ab Call of Duty – Black Ops 7 sind TPM 2.0 und Secure Boot zwingend erforderlich – ältere Systeme könnten damit ein Problem haben.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von Call of Duty - Black Ops 6: Season 5 (Bild: Activision)
Artwork von Call of Duty - Black Ops 6: Season 5 Bild: Activision

Activision hat neue Anti-Cheat-Maßnahmen für die PC-Versionen von Call of Duty angekündigt. Seit der gerade gestarteten Season 5 setzt der Publisher auf zwei zusätzliche Voraussetzungen: TPM 2.0 (Trusted Platform Module) und Secure Boot.

Beide Funktionen sind derzeit noch optional, sollen aber mit dem für Herbst 2025 erwarteten Start von Call of Duty – Black Ops 7 zur Pflicht werden.

Die Maßnahmen dienen dem Schutz des Anti-Cheat-Systems Ricochet und sollen laut Activision eine "vertrauenswürdige Ausgangsbasis" schaffen, bevor das eigentliche Spiel geladen wird.

Konkret prüft das System damit bereits beim Hochfahren des Rechners, ob der PC manipuliert wurde oder in einer unsicheren Umgebung läuft.

TPM 2.0 ist ein Sicherheitschip oder ein entsprechendes Softwaremodul, das etwa bei der Verschlüsselung von Daten und der Integritätsprüfung des Systems hilft. Secure Boot ist dafür zuständig, dass nur vertrauenswürdige Software beim Start geladen wird – typischerweise das Betriebssystem.

Beide Funktionen sind in aktuellen Windows-11-PCs meist standardmäßig aktiviert. Bei Windows-10-Systemen muss man sie oft manuell im Bios oder Uefi einschalten.

Pflicht erst ab Call of Duty – Black Ops 7

Technisch setzt Activision bei Intel-Prozessoren mindestens die 8. Generation (Core i5 8400 oder neuer) mit aktivierter Intel PTT voraus. AMD-Nutzer benötigen einen Ryzen 2000 oder neuer mit aktivem fTPM.

Außerdem muss das Laufwerk im GPT-Format partitioniert sein und der sogenannte Uefi-Modus muss aktiviert sein – ältere Systeme, die noch im Legacy-Boot-Modus laufen oder MBR-Partitionen verwenden, erfüllen diese Anforderungen nicht. Ein FAQ im Firmenblog von Activision(öffnet im neuen Fenster) geht recht ausführlich auf die technischen Details ein.

Spieler, deren Rechner die Voraussetzungen nicht erfüllen, erhalten aktuell beim Start von Season 5 eine In-Game-Benachrichtigung. Zwang besteht aber noch nicht.

"In Season 5 werden wir die neuen Sicherheitsanforderungen nicht durchsetzen" , schreibt Activision. "Mit dem Start von Black Ops 7 später in diesem Jahr werden TPM 2.0 und Secure Boot jedoch verpflichtend sein."

Diese Entscheidung dürfte vor allem Besitzer älterer PCs betreffen. Viele Systeme unterstützen die Funktionen schlicht nicht oder nur mit komplizierten Firmware-Updates.

Für einen Titel wie Call of Duty, der traditionell eine breite PC-Spielerschaft anspricht, ist das ein bemerkenswerter Schritt – mehr Schutz vor Cheatern auf Kosten der Abwärtskompatibilität.


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