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Activision Blizzard: Konzernverkauf zur Vermeidung von Verantwortung

Neue Vorwürfe gegen Bobby Kotick: Der Chef von Activision Blizzard habe den Kauf durch Microsoft wegen seines Fehlverhaltens organisiert.
/ Peter Steinlechner
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Activision-Blizzard-Chef Bobby Kotick im Juli 2019 bei einer Tagung in Sun Valley. (Bild: Drew Angerer/Getty Images)
Activision-Blizzard-Chef Bobby Kotick im Juli 2019 bei einer Tagung in Sun Valley. Bild: Drew Angerer/Getty Images

Seit Mitte 2021 gibt es mehrere Klagen gegen Activision Blizzard wegen Mobbing, Diskriminierung und sexuellen Übergriffen innerhalb der Belegschaft. Nun hat laut dem Magazin Axios(öffnet im neuen Fenster) auch ein Pensionsfonds aus New York zu Rechtsmitteln gegriffen – und erhebt schwere Vorwürfe gegen Firmenchef Bobby Kotick.

Einer davon: Der Manager soll die Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft eingefädelt haben, um nicht wegen der Probleme innerhalb seiner Firma zur Verantwortung gezogen zu werden.

Weil Kotick und sein Team es damit eilig gehabt hätten, hätten sie möglicherweise einem zu niedrigen Angebot von Microsoft zugestimmt – und damit den Anteilseignern inklusive dem nun klagenden Pensionsfond geschadet.

Microsoft gab Mitte Januar 2022 bekannt, Activision Blizzard für rund 68,7 Milliarden US-Dollar kaufen zu wollen. Konkret gab es ein Gebot von 95 US-Dollar pro Aktie, was beim damaligen Kurs von rund 65 US-Dollar einen deutlichen Zuschlag bedeutete. Dies spricht eher gegen die Argumente des New Yorker Pensionsfonds.

Mit der Klage soll nun erreicht werden, dass Activision Blizzard eine Reihe von Firmendokumenten und Aufzeichnungen aus dem Aufsichtsrat übergibt, damit die Vorwürfe überprüft werden können. Welche Auswirkungen das möglicherweise auf die Übernahme durch Microsoft hat, ist nicht absehbar.

Kartellbehörden müssen der Übernahme zustimmen

Gerade erst haben bei einer Versammlung mehr als 98 Prozent der Aktionäre von Activision Blizzard der Übernahme zugestimmt. Nun fehlt noch die Zustimmung der Kartellbehörden. In den USA ist die Federal Trade Commission (FTC) für den Deal zuständig, deren Leiterin Lina Khan als Gegnerin übergroßer Konzerne gilt.

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Falls die FTC dem Kauf von Activision Blizzard durch Microsoft die Freigabe erteilt, soll das Geschäft bis spätestens Juni 2023 abgeschlossen sein. Es handelt sich um die bislang mit Abstand größte Firmenübernahme durch Microsoft.


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