Activision Blizzard: Insiderhandel und Aktionärswiderstand gegen MS-Übernahme

Prominente Anleger sollen Millionen mit Insiderinfos verdient haben: Der Kauf von Activision Blizzard durch Microsoft sorgt für Probleme.

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Stand von Activision auf der Spielemesse E3 2012
Stand von Activision auf der Spielemesse E3 2012 (Bild: Kevork Djansezian/Getty Images)

Im Januar 2022 hat Microsoft bekanntgegeben, den Spielehersteller Activision Blizzard für rund 70 Milliarden US-Dollar kaufen zu wollen. Nun gibt es immer mehr rechtliche und politische Probleme.

Einige könnten sogar dafür sorgen, dass der Deal platzt. Anfang April 2022 haben bekannte Senatoren - darunter die ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders, Elizabeth Warren und Cory Booker - in einem öffentlichen Brief an die Federal Trade Commission (FED) ihre Bedenken geäußert, dass durch die Übernahme die Konzentration in der IT-Branche weiter zunehmen würde.

Dazu kommen Bedenken wegen Bobby Kotick, dem Konzernchef von Activision Blizzard. Der habe nicht verhindert, dass es in der Belegschaft zu Problemen mit Mobbing, sexuellen Übergriffen und Diskriminierung gekommen sei. Ob Kotick langfristig im Amt bleibt, ist momentan nicht absehbar.

Nun hat sich auch eine einflussreiche Investorenvereinigung namens SOC Investment Group öffentlich geäußert und die Anteilseigener aufgefordert, bei einer entscheidenden Versammlung am 28. April 2022 gegen die Übernahme zu stimmen.

SOC ist unter anderem der Auffassung, dass der Preis für Activision Blizzard höher liegen müsse als die rund 70 Milliarden US-Dollar von Microsoft. Nur könne man den eigentlichen Firmenwert derzeit gar nicht richtig einschätzen, weil es mit den Problemen innerhalb der Belegschaft und des "inkompetenten Umgangs der Firmenleitung" einen zu großen Sonderfaktor gebe.

Insiderinfos für Kumpels von Kotick?

Dazu kommt ein weiterer Rechtsstreit: Es gibt Vorwürfe, dass Bobby Kotick einigen seiner Freunde kurz vor Bekanntgabe der Übernahmepläne einen entsprechenden Tipp gab - und diese sich rechtzeitig mit Anteilsscheinen für mehrere Millionen US-Dollar eindeckten, bevor der Aktienkurs in die Höhe schoss.

Konkret geht es um den nordamerikanischen Geschäftsmann Prinz Alexander von Fürstenberg, dessen Stiefvater Barry Diller und um David Geffen. Die Letztgenannten sind bekannte ehemalige Manager der Filmindustrie, von Fürstenberg ist Sohn einer prominenten Modedesignerin.

Mehrere Behörden inklusive der Börsenaufsicht Security Exchange Commission (SEC) untersuchen die Vorgänge, wie Activision Blizzard nun in einer offiziellen Mitteilung bekanntgegeben hat.

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