Acer: Tricksen, bis die Akkulaufzeit lang wird

Acer verspricht für sein Notebook Swift 3X bis zu 17,5 Stunden Akkulaufzeit. Die Messmethoden sind allerdings mehr als zweifelhaft.

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Das Swift 13X wirbt mit dreisten Übertreibungen bei der Akkulaufzeit.
Das Swift 13X wirbt mit dreisten Übertreibungen bei der Akkulaufzeit. (Bild: Acer)

Wenn es um den Kauf eines neuen Notebooks geht, ist die Akkulaufzeit für viele ein wichtiges Kaufkriterium. Unternehmen wissen das und übertreiben gern. Acer hat im Datenblatt des Swift 3X dabei jedes Maß verloren. Es braucht einheitliche Regeln, um den aus Verbrauchersicht dreisten Angaben Einhalt zu gebieten.

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Acer bewirbt das 13-Zoll-Gerät prominent mit einer Akkulaufzeit von maximal 17,5 Stunden. Das ist sehr viel, dachten sich auch einige Kunden des Gerätes und wurden enttäuscht - wie die Nutzerin Meykota Florage. "Meiner hält vielleicht 5 Stunden, wenn ich nur Browser und Office-Programme nutze.", schreibt sie auf Twitter. In einer Antwort auf den Post stellt Acer klar, dass sich die 17 Stunden nur auf die Leerlaufzeit bezögen.

Doch von dieser Messmethode ist auf der offiziellen Produktseite im Kleingedruckten nichts zu lesen. "Die Akkulaufzeit variiert unter anderem je nach Produktkonfiguration, Leistungseinstellungen und Nutzung", heißt es dort nur. Es bleibt eine Interpretationsfrage auf Seiten der Käuferschaft, wie hier gemessen wurde. Die Aussage, das Notebook halte 17,5 Stunden durch, ist also eine dreiste und vor allem intransparente Verzerrung der Wirklichkeit.

Natürlich ist diese Praxis und Verdrehung der Tatsachen gerade bei Notebooks und Smartphones bei vielen Herstellern Gang und Gäbe und erfahrene Kunden dürften solch übertriebene Angaben durchschauen. Allerdings geht Acer hier besonders weit. Schließlich verspricht der Hersteller mehr als die dreifache Länge der Akkulaufzeit, die in der Praxis erreicht wird.

Medion, Lenovo und Dell sind nicht so dreist

Acer sollte sich ein Beispiel an anderen Herstellern nehmen. Unternehmen wie Medion, Lenovo und Dell strecken sicherlich auch ihre Benchmarkwerte und Laufzeiten. Allerdings wird dort in den meisten Fällen weniger übertrieben. Das Medion Erazer Beast X10 mit 91-Wattstunden-Akku wird etwa mit maximal 5,5 Stunden Laufzeit beworben. Im Kleingedruckten schreibt Medion klar: Der Wert bezieht sich auf Videowiedergabe, bei der die leistungsstarke Grafikeinheit im Notebook kaum beansprucht wird.

Noch etwas transparenter ist Lenovo. Die Akkulaufzeit des Thinkpad X1 Carbon Gen 9 wird mit Angabe des Benchmarks angegeben. Das Unternehmen stellt zudem zusätzlich klar, dass die Laufzeit von Displayhelligkeit, Energieeinstellungen und WLAN-Signalstärke abhängig ist. Die Akkulaufzeiten liegen zudem nah an den von Golem.de gemessenen Werten mit bis zu 16 Stunden (Hersteller) im Vergleich zu 14:56 Stunden (Powermark Productivity bei 200 cd/m² und eingeschaltetem WLAN).

Wirklich transparent sind allerdings nicht viele Hersteller. Dell gehört bei der Akkulaufzeit des XPS 13 (9310) zu den guten Vorbildern. Das Unternehmen gibt die Zusatzinformationen direkt als Infotafel neben dem angegebenen Laufzeitwert an, welcher sich mit 14:10 Stunden mit den von uns gemessenen 14:25 Stunden praktisch deckt.

In der Infotafel wird klargestellt, welches Modell mit welcher Hardware genutzt wurde. Außerdem gibt Dell die Displayhelligkeit - hier relativ geringe 150 cd/m² - die Art des Tests (Netflix-Streaming) und den Zeitpunkt der Messungen an. Eine derart geringe Helligkeit ist in der Praxis zwar noch immer nicht unbedingt realistisch. Allerdings können die Kunden Dells Messmethoden wenigstens nachvollziehen.

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Gutes Beispiel: Nvidia

Die Inkonsistenz, mit der Hersteller ihre Messmethoden offenlegen, zeigt ein generelles Problem: Es gibt dazu keine standardisierten Regelungen. Das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) etwa verbietet derart vage Angaben und eigentlich übertriebene Aussagen nicht.

Dies sollte sich ändern. Schließlich verpflichten sich auch andere Hersteller der Techbranche zu mehr Transparenz. So hat Nvidia beispielsweise durchgesetzt, dass Boardpartner das tatsächliche Leistungsbudget mobiler Ampere-Grafikeinheiten angeben. Die Leistungsunterschiede zwischen Desktop- und Mobil-GPUs sind teilweise enorm hoch, sehr zur Verwunderung der Kundschaft. Es ist daher nur sinnvoll, Missverständnisse von vornherein auszuräumen.

Bis es gesetzliche Regelungen gibt, können wir nur auf den Druck der verärgerten Kunden hoffen, damit die Hersteller ihr Verhalten wenigstens etwas ändern. Acer sollte zunächst damit anfangen, realistischere Akkulaufzeiten in seine Werbung zu schreiben. Die Messmethoden übersichtlicher und konkreter aufzuzeigen, wäre ein nächster Schritt, um das Vertrauen einiger Kunden zurückzugewinnen.

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Grolox 29. Mai 2021 / Themenstart

Das sehe nicht so , denn zwischen Unser Laptop ist sehr schnell und hält nur...

Der_Ingo 27. Mai 2021 / Themenstart

Der aktuelle Microsoft Edge ist dann wohl kein moderner Webbrowser. Der versetzt Tabs...

486dx4-160 27. Mai 2021 / Themenstart

...und von der Stirnfläche. cW-Wert alleine ist komplett sinnfrei.

Blutgruppe10w60 27. Mai 2021 / Themenstart

WLAN Sender ist Luftline ca. 5 Meter entfernt und da ist ne Wand zwischen. Mikrowelle das...

JTR 27. Mai 2021 / Themenstart

Ich würde meinen das beste ist, wenn Hersteller wie Acer dies anhand eine massiver...

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