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Acceptable Ads: Eyeo nimmt 30 Prozent für Whitelisting

Der Adblock-Plus-Betreiber Eyeo will sein schlechtes Image durch mehr Transparenz verbessern. Nun nannte er erstmals Details zu den Kosten für das Whitelisting großer Anbieter.

Artikel veröffentlicht am ,
Adblock Plus hat die Kriterien für unaufdringliche Werbung aktualisiert.
Adblock Plus hat die Kriterien für unaufdringliche Werbung aktualisiert. (Bild: Adblock Plus)

Der Adblock-Plus-Betreiber Eyeo hat erstmals detaillierte Konditionen für die Aufnahme von Webseiten in das sogenannte Whitelisting genannt. Unternehmen müssten für das Freischalten von Anzeigen zahlen, wenn sie dadurch zehn Millionen zusätzlicher Anzeigenabrufe im Monat generieren könnten, teilte Eyeo am Mittwoch mit. Von dem zusätzlich erzielten Umsatz müssten 30 Prozent an Eyeo abgeführt werden, hieß es weiter. Das Unternehmen begründete die Gebühren damit, dass die Verwaltung der Initiative für akzeptierte Werbung einen großen Aufwand bedeute. Zudem müssten 90 Prozent der etwa 700 aufgenommenen Verlage und Webseiten keine Gebühren zahlen.

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Eyeo wird für das Konzept des Whitelisting von großen Verlagen und der Werbewirtschaft scharf kritisiert. Wie viel Geld das Unternehmen von den etwa 70 großen Firmen erhält, ist aber weiter unklar. Gerüchten zufolge soll alleine Google 25 Millionen US-Dollar gezahlt haben. Werbefirmen bezeichneten das Geschäftsmodell von Eyeo daher als "moderne Wegelagerei" und Behinderung der Vermarkter. Vor Gericht hat Adblock Plus bislang aber noch jeden Prozess gewonnen - zuletzt im September 2015 vor dem Landgericht Köln gegen den Axel-Springer-Verlag. Das Springer-Medium Bild.de hat daher im Oktober 2015 eine Werbeblockersperre eingeführt.

Ein Anteil von 30 Prozent am zusätzlich erzielten Umsatz kann durchaus als hoch bezeichnet werden. Dies entspricht in der Branche ungefähr dem Anteil, den die Werbevermarkter als Beteiligung erhalten. Je nach Traffic einer Webseite können auch für deutsche Verlage dadurch erhebliche Summen zustande kommen. Der Widerstand der großen Verlage und Vermarkter scheint daher nachvollziehbar. Eyeo verwies darauf, dass die zahlenden Verlage dieselben Kriterien für unaufdringliche Werbung wie andere Anbieter einhalten müssten.

Viele große Anbieter auf der Whitelist

Einer Studie der Pennsylvania State University zufolge enthielt die Whitelist zum untersuchten Zeitpunkt im April 2015 rund 6.000 Filter. Diese Liste wird demnach im Schnitt alle anderthalb Tage aktualisiert, wobei durchschnittlich 11,4 Filter hinzugefügt oder modifiziert würden. Von der Whitelist profitierten mehr als 3.500 Verlagsdomains, darunter 33 der 100 am meisten besuchten Seiten laut Alexa-Ranking. Zudem würden durch fünf allgemeine Filtertypen mehr als 2,6 Millionen geparkte Domains profitieren.

Adblock Plus hatte bereits im September 2015 angekündigt, im kommenden Jahr die Kontrolle über die akzeptierte Werbung abzugeben. Die sogenannte Acceptable-Ads-Initiative werde durch ein neues, unabhängiges Gremium geleitet. Dazu würden Vertreter aus der Werbeindustrie, von Verlagshäusern sowie Nutzer als mögliche Mitglieder eingeladen. Das neue Gremium werde die alleinige Kontrolle über die aktualisierten Kriterien bekommen und ebenfalls überprüfen, ob diese auch eingehalten würden. Nicht betroffen davon ist aber das Whitelisting der Anzeigen durch Eyeo.

Kriterien aktualisiert

Im Zusammenhang mit dieser Übergabe stellte Eyeo auch aktualisierte Kriterien für akzeptierte Werbung vor. Die Kriterien legen beispielsweise die genaue Größen und Positionen von Anzeigen fest, die von Adblock Plus durchgelassen werden. Nutzer können jedoch in ihrem Adblocker jederzeit diese Funktion deaktivieren. Zudem gibt es Adblocker, die sich nicht an dieser Initiative beteiligen. Anfang Oktober 2015 war auch der Werbeblocker Adblock dem Programm beigetreten.



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jondo 29. Jan 2016

Ich habe eine TrutzBox und bin begeistert. Sie läuft prima. Nachdem ich mir ein paar...

Tuxianer 20. Dez 2015

Nun ist also "transparent", wessen a) Werbung, b) Spionage und c) Schadsoftware gegen...

User_x 20. Dez 2015

Ja, wenn man sich nicht ständig davon genervt fühlt und das vertraute in gehasste...

FreiGeistler 19. Dez 2015

Müssen sich alle an nationale Datenschutzgesetze halten. Mit denen habe ich Veträge...

Seitan-Sushi-Fan 19. Dez 2015

Ghostery hat ein optionales Feature, bisher unbekannte Tracker zu identifizieren. Dafür...


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