ACAD/Medre: AutoCAD-Wurm schickt Dateien nach China

Der Antivirenhersteller Eset hat einen Wurm entdeckt, der gezielt Dateien der Konstruktionssoftware AutoCAD angreift und vom Anwender erstellte Dateien verschickt. Diese landen in Mailaccounts bei chinesischen Providern. Eset hat sich dazu in Zusammenarbeit mit chinesischen Behörden Zugang verschafft und konnte über 100.000 Mails entdecken, die von dem Wurm verschickt wurden. Dabei handelte es sich vor allem um in AutoCAD erstellte Konstruktionszeichnungen.
Verbreitet wurde der Wurm einem Blogeintrag von Eset(öffnet im neuen Fenster) zufolge zunächst über eine Vorlage für AutoCAD, die auf einer peruanischen Webseite zum Download angeboten wurde. Daher infizierte der Wurm vor allem Rechner in Peru und auch in anderen spanischsprachigen Ländern. Auf den befallenen Systemen verbreitete sich der Schädling mit dem Namen ACAD/Medre.A ebenfalls per Mail weiter.
AutoLISP-Skript verschickt Dateien
Eine Besonderheit des Wurms ist die Tatsache, dass er AutoCAD gezielt über dessen Skriptsprache AutoLISP angreift. Auch bei der vermeintlichen Vorlage handelt es sich um eine Skriptdatei. Zusammen mit Visual-Basic-Scripts sorgt Medre für das Durchsuchen und den Versand der Dateien. Laut Eset funktioniert das mit den AutoCAD-Versionen 14.0 bis 19.2. Auch für kommende Versionen des Programms ist der Wurm vorbereitet. Autodesk warnt(öffnet im neuen Fenster) auf seinen Webseiten vor dem Schädling und betont, dass die Mac-Version der Software nicht betroffen ist.
Eigene Maßnahmen gegen den Wurm will Autodesk nicht ergreifen, da die Malware inzwischen von allen namhaften Virenscannern entdeckt und zuverlässig entfernt werden kann. Der Softwarehersteller weist zudem darauf hin, dass auch im Umgang mit Autodesk-Dateien die üblichen Sicherheitsregeln gelten sollen. Diese umfassen unter anderem, dass Anwender Dateien aus unbekannter Quelle nicht direkt öffnen sollten.



