Abzockevorwurf: Computer Bild bleibt bei Bericht zu Ab-in-den-Urlaub.de
Das Magazin Computer Bild nimmt trotz Abmahnung die Vorwürfe gegen das Internetunternehmen Unister nicht zurück. "Der Aufforderung von Unister, eine Unterlassungsverpflichtungserklärung bezogen auf einige Teile des Artikels abzugeben, kommt die Redaktion nicht nach" , heißt es in einer Erklärung(öffnet im neuen Fenster) vom 4. Juli 2012.
Die dpa-Tochter Ots hat dagegen die Vorabmeldung(öffnet im neuen Fenster) der Computer Bild zum Thema von ihrem Server genommen.
Zu Unister gehören Flugbuchungsseiten wie Fluege.de und Billigfluege.de, die Online-Reisebüros Ab-in-den-Urlaub.de und Reisen.de, das Serviceportal Preisvergleich.de oder die Datingseite Partnersuche.de. Unister ist zudem an Flug24.de über die Travel24 AG beteiligt und übernimmt für Billigfluege.de das Service-Fulfillment.
Computer Bild behauptete(öffnet im neuen Fenster) unter anderem: "Unister kassiert oder kassierte mit frei erfundenen Preisreduzierungen, heimlich aufgeschlagenen Servicegeldern, Klickfallen bei Urlaubsbuchungen und weiteren Schwindeleien." Durchgestrichene Altpreise würden Sonderangebote vorgaukeln, die frei erfunden seien. Bei Fluege.de sei laut Computer Bild der Umbuchungsservice Flexifly für 5 bis 15 Euro voreingestellt. Bei der Reiseschutzversicherung müsse der Kunde zum Verzicht ein Häkchen setzen. Wer dies nicht tue, erhalte ein Reiseschutzabo, das sich im Folgejahr automatisch zu deutlich höheren Kosten verlängere.
Die Zeitschrift Hottelling berichtete, die Informanten der Computer Bild könnten drei ehemalige Unister-Manager sein, mit Motiven im persönlichen Bereich. "Die drei hätten bei mehreren Medien immer wieder angeklopft, um ihr Insiderwissen – möglicherweise auch gegen Bares – an den Mann zu bringen." Die Computer-Bild-Redaktion hätte "über Xing oder Facebook direkt Unister-Mitarbeiter zum Verrat von Betriebsinterna aufgefordert" .
Unister fordere Computer Bild mit 17 Abmahnungen und einer 22 Punkte umfassenden Unterlassungserklärung auf, viele Vorwürfe nicht mehr zu verbreiten.
Dahinter stehe laut Computer Bild wohl "Unister selbst und ein freier Journalist und PR-Berater" . Bei den Recherchen sei niemals Geld für Informationen bezahlt worden, erklärte die Redaktion. Redakteure von Computer Bild hätten auch nie zum Verrat von Betriebsgeheimnissen aufgefordert.
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