Abzocke: Firmen brechen neues Gesetz zu Warteschleifen

Trotz eines neuen Gesetzes gegen Abzocke in Warteschleifen werden Verbrauchern hochgerechnet rund 25 Millionen Euro zuviel berechnet. Die Bundesnetzagentur kontrolliert nicht ausreichend.

Artikel veröffentlicht am ,
Bärbel Höhn
Bärbel Höhn (Bild: Marcel Mettelsiefen/Getty Images)

Viele Unternehmen halten sich nicht an das Gesetz gegen Abzocke in telefonischen Warteschleifen. Das hat eine neue Untersuchung der Grünen ergeben, die Golem.de vorliegt. Bei insgesamt 18 der 45 getesteten Hotlines kam es zu Abrechnungsfehlern. Das entspricht 40 Prozent. Dem Anrufer wurden höhere Kosten in Rechnung gestellt als das Gesetz erlaubt, so die Studie, die das Büro der Abgeordneten Bärbel Höhn vorgelegt hat.

Insbesondere bei den 0900-Nummern gab es Probleme. Hier hätten rund 50 Prozent der Anbieter falsch abgerechnet und die Nutzer Warteschleifen oder reine Bandansagen bezahlen lassen, obwohl dies seit dem 1. Juni 2013 verboten ist.

Hohe Beträge wurden dabei von den einzelnen Anrufern nicht eingenommen. Durchschnittlich werden ihnen pro Gespräch rund 1,50 Euro zu viel in Rechnung gestellt. Der taiwanische Computerhersteller Acer hat laut der Studie weniger abgerechnet als durch das Gesetz möglich wäre. Doch wenn die Abrechnungsfehler bei den Hotlines auf alle Hotlines mit einer Fehlerquote hochgerechnet werden, entsteht den Verbrauchern in Deutschland ein Schaden von rund 25 Millionen Euro.

Insgesamt sind die Zeiten in der Warteschleife seit dem ersten Test im Januar 2009 jedoch deutlich zurückgegangen. Doch Firmen, die in vorangegangenen Untersuchungen beanstandet wurden, fanden sich wieder unter denen, die falsch abrechnen: Es fielen wieder besonders Billigflieger und esoterische Hotlines auf.

Spitzenreiter war diesmal eine esoterische Hotline, bei der die Tester nach fünf Minuten in der Warteschleife aufgelegt haben. Abgerechnet wurden 7,30 Euro, obwohl gesetzlich nur rund 6,40 Euro erlaubt seien.

Höhn: "Die Firmen hatten über ein Jahr Zeit, um sich auf die neuen Regeln einzustellen. Da ist es verwunderlich, dass immer noch so viel falsch abgerechnet wird. Es gibt ein Vollzugsdefizit bei der zuständigen Bundesnetzagentur, wenn es um Verbraucherbelange geht. Da werden in der Regel nur freundliche Briefe geschrieben." Die zuständige Behörde müsse jetzt endlich durchgreifen und Bußgelder verhängen.

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Zuiken 02. Sep 2013

Schlimmer noch ist ja das viele Firmen ihre Produkte bewusst komplizierter oder...

tonictrinker 01. Sep 2013

Ist doch richtig. Von den Anrufern wurde Geld eingenommen. Also von diesen...

developer 01. Sep 2013

was haben die denn... die ziehen ihr konzept konsequent vom Anfang bis zu Ende durch...

Hotohori 31. Aug 2013

Ja, so sieht es eben aus und darum werd ich wohl sicher nie reich sein, dafür bin ich...



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