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Absturz von 737 Max: Boeing geht Deal in Betrugsprozess ein

Boeing entgeht wegen zweier Abstürze der 737 Max erneut einem Urteil. Jetzt kommt der Flugzeugbauer unter Aufsicht, die Strafe wird verdoppelt.
/ Johannes Hiltscher
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Die 737 Max sorgt bei Boeing immer wieder für Probleme. (Bild: Steve Lynes)
Die 737 Max sorgt bei Boeing immer wieder für Probleme. Bild: Steve Lynes / CC-BY 2.0

Zwei mehr als fünf Jahre alte Fälle beschäftigen noch immer die US-Justiz: Im Jahr 2018 und 2019 stürzten in Äthiopien und Indonesien zwei 737 Max des Flugzeugbauers Boeing ab. Dafür stand das Unternehmen bereits einmal vor Gericht und ging 2021 einen Vergleich mit dem US-Justizministerium ein . Da der Konzern dessen Auflagen nicht einhielt, stand er erneut vor Gericht; der Vorwurf: Betrug.

Aus den Gerichtsunterlagen(öffnet im neuen Fenster) geht hervor, dass Boeing sich nicht an einen Teil der Vereinbarung von 2021 ( Deferred Prosecution Agreement(öffnet im neuen Fenster) , DPA) hielt. So erhielt Boeing die Auflage, Compliance- und Ethikprogramme zu entwickeln, die weitere betrügerische Handlungen verhindern sollten. Das war einer der Vorwürfe im ersten Prozess: Das Unternehmen habe gegenüber der Flugaufsichtsbehörde Federal Aviation Administration (FAA) falsche Angaben gemacht.

Den Auflagen kam Boeing nach Ansicht des Justizministeriums nicht nach. Der Fall landete ein weiteres Mal vor Gericht, da die Angehörigen der Absturzopfer sowie zwei Fluggesellschaften ihre Rechte durch den ersten Vergleich verletzt sahen.

Bewährung und strenge Auflagen

Bereits der erste Vergleich 2021 erlegte Boeing eine Strafzahlung von 243,6 Millionen US-Dollar auf. Diese wird durch den neuen Vergleich verdoppelt. Zudem legt die Einigung fest, dass das Unternehmen mindestens 455 Millionen US-Dollar in seine Compliance-, Qualitätssicherungs- und Sicherheitsprogramme investieren muss.

Das seien, so der Text der Vereinbarung (PDF)(öffnet im neuen Fenster) , "etwa 75 Prozent mehr als zuvor für das Fiskaljahr 2024 geplant." Zudem wird ein unabhängiger Aufseher für das Compliance-Programm bestellt und Boeing wird zudem für drei Jahre unter Bewährung gestellt. Ein weiterer Punkt dürfte für die Führung besonders unangenehm sein: Das Board of Directors muss innerhalb von vier Monaten ein Treffen mit den Hinterbliebenen der Absturzopfer organisieren.

Die zeigten sich mit dem Vergleich bereits unzufrieden(öffnet im neuen Fenster) , auch das verhandelnde Gericht muss diesem noch zustimmen.


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