Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Abstürzendes Weltraumteleskop: Nasa steht vor neuartiger Rettungsmission

Das Teleskop Swift sinkt viel zu schnell. Nun soll eine ferngesteuerte Mission erstmals den dafür nicht ausgelegten Satelliten wieder anheben.
/ Mario Petzold
3 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Das Konstruktionsteam von Katalyst vor Modellen des Teleskops und des Rettungsroboters (Bild: Katalyst)
Das Konstruktionsteam von Katalyst vor Modellen des Teleskops und des Rettungsroboters Bild: Katalyst

Das zu schnell sinkende Weltraumteleskop Swift, das nach Gammablitzen im Universum sucht, ist komplett ausgeschaltet worden. Damit soll das beschleunigte Absinken in die Atmosphäre, das schließlich den Absturz bedeuten würde, verzögert werden, wie die Nasa(öffnet im neuen Fenster) mitteilte.

Denn im Hintergrund läuft seit September 2025 eine Rettungsmission(öffnet im neuen Fenster) an, die es in dieser Form noch nie gab. Anders als bei Hubble, das schon mehrfach in einen höheren Orbit gezogen wurde, war dies bei Swift nie angedacht.

30 Millionen und 8 Monate

Die starken Sonnenaktivitäten der jüngsten Zeit führten jedoch dazu, dass das Teleskop viel schneller als geplant auf 400 km Höhe absank. Von dort aus dauert es in der Regel kein Jahr mehr, bis es für eine Rettung zu spät ist.

Um das 500 Millionen US-Dollar teure Instrument wieder auf Kurs zu bringen, vergab die Nasa einen Auftrag in Höhe von 30 Millionen US-Dollar (25 Millionen Euro) an Katalyst Space(öffnet im neuen Fenster) .

Komplett neue Herangehensweise gefragt

Ambitioniert dabei ist vor allem der Zeitplan. Im September 2025 wurde die Rettung beschlossen. Im Juni 2026 sollte die Mission bereits abheben. Genutzt wird mutmaßlich die Trägerrakete Pegasus XL(öffnet im neuen Fenster) von Northrop Grumman, die vom Flugzeug aus gestartet wird.

Anschließend muss der Roboter an das Teleskop andocken, ohne es zu beschädigen und gezielt in einen höheren Orbit bringen. Es wäre das erste Mal, dass ein solches Vorhaben gelingt und könnte im Erfolgsfall für weitere orbitale Systeme genutzt werden, um deren Lebensdauer zu verlängern.

Im niedrigen Erdorbit verbleiben Satelliten typischerweise zwischen 10 und 20 Jahre, abhängig von der Höhe ihrer Umlaufbahn. Erst oberhalb von 800 bis 1.000 km kann von einer nahezu unbegrenzten Verweildauer im Orbit ausgegangen werden.


Relevante Themen