Abstractism: Valve entfernt Spiel mit zwei dreisten Betrugsmaschen

Abzocker auf Steam werden offenbar immer kreativer: Nach Protesten durch Nutzer ist jetzt ein Spiel entdeckt und dann auch entfernt worden, das gleich mit zwei unterschiedlichen Betrugsmaschen versucht hat, Geld zu verdienen.

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Logo von Steam
Logo von Steam (Bild: Valve Corporation)

Erst nach relativ massiven Protesten durch Nutzer hat Valve auf Steam ein grundsätzlich kostenloses Spiel namens Abstractism entfernt. Das stammt von einem ansonsten unbekannten Entwicklerstudio namens Okalo Union und hat versucht, für seine Schöpfer gleich mit zwei dreisten Tricks so viel Geld wie möglich einzubringen. Beides hat letztlich ein Youtuber mit dem Pseudonym Sid Alpha herausgefunden und darüber in seinem Kanal berichtet.

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Zum einen wurden Gegenstände aus Abstractism im Marktplatz von Steam angeboten, die virtuellen Objekten aus beliebten echten Games zum Verwechseln ähnlich sahen. Sie hatten den gleichen Namen, das gleiche Bild und die gleiche Beschreibung. Wer nicht ganz genau hinschaute und das relativ abstrakte Wort "Abstractism" überlas, der fand dann nach dem Bezahlen etwa statt einer Waffe für Team Fortress 2 nur sinnlosen Datenmüll in seinem Nutzerkonto.

Zum anderen verfügte Abstractism neben einem billig gemachten Spiel über eine zweite Funktion, mit der die Personen hinter Okalo Union Geld verdienen wollten: Der Client wurde für das Schürfen einer Kryptowährung verwendet. Besonders dreist: Nachdem ein Nutzer sich darüber im Forum beschwert hatte, antworteten die Entwickler von Abstractism, dass man keineswegs Bitcoin schürfe - die seien veraltet. Stattdessen "verwenden wir Abstractism nur, um Monero-Münzen zu schürfen"; Monero ist eine durchaus etablierte, stärker als Bitcoin auf Privatsphäre und Dezentralisierung ausgerichtete Währung.

Wenig später nach dem Hinweis auf Monero überarbeitete Okalo Union allerdings seinen Beitrag und bestritt dann, überhaupt irgendeine Kryptowährung zu schürfen. Allerdings war dies eine Behauptung, die Nutzer dann schon widerlegt hatten, weil sie unter anderem eine sehr hohe Auslastung ihrer CPU und GPU festgestellt hatten, wie sie typisch für Mining ist.

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Valve hat das Programm inzwischen aus Steam gelöscht. Unklar ist, ob Nutzer für die wegen der Verwechslungen im Marktplatz gekauften Gegenstände irgendeine Entschädigung erhalten. Abstractism ist bei Weitem nicht das einzige Spiel, das mit Tricks versucht, Geld zu verdienen - die Kombination mehrerer Methoden ist allerdings bislang einzigartig - soweit bekannt. Bei Steam gibt es so gut wie keine Kontrolle der eingestellten Spiele durch Valve. Das Unternehmen setzt darauf, dass Spieler sich beschweren, und wird erst dann aktiv. Im Fall von Abstractism bestätigte es die Löschung und die Gründe dafür im Dialog mit Polygon.com mit einer für Valve typischen, weil sehr kurz angebundenen Erklärung.

Nachtrag vom 1. August 2018, 16:25 Uhr

Wohl auch als Reaktion auf die Probleme mit Abstractism hat Valve kurzfristig eine Reihe zusätzlicher Sicherheitsfunktionen auf Steam aktiviert. Nutzer bekommen nun eine Warnung, wenn sie Gegenstände von Spielen, die sie gar nicht besitzen, kaufen wollen. Außerdem können Entwickler ihre Spiele nicht mehr umbenennen, ohne dass Valve den neuen Namen freigibt. Weitere Änderungen seien in der Entwicklung, schreibt Valve auf Reddit.

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