Abspaltung von Chrome verhindern: So will Google die US-Regierung besänftigen
Im Rahmen eines Kartellrechtsstreits hat Google Vorschläge unterbreitet, wie das Unternehmen auf ein Urteil reagieren könnte. Es ist Googles Antwort auf den Vorschlag des US-Justizministeriums, das einen Verkauf von Googles Browser Chrome verlangt . Das will Google verhindern, indem das Unternehmen Partnern künftig vor allem mehr Wahlmöglichkeiten geben möchte, wenn diese Verträge mit dem Suchmaschinenanbieter eingehen.
Im Sommer 2024 entschied ein Gericht, dass Google den Wettbewerb schade , indem exklusive Verträge mit anderen Unternehmen geschlossen werden, die Google als voreingestellte Suchmaschine vorschreibt.
Das US-Justizministerium reichte bereits im November 2024 Maßnahmen ein, um das Urteil umzusetzen; nun folgte Google mit einem Gegenvorschlag(öffnet im neuen Fenster) : Google will weiterhin exklusive Verträge etwa mit Apple oder Mozilla schließen dürfen, will diesen aber erlauben, künftig veränderte Standardeinstellungen rund um die Suchmaschine für verschiedene Plattformen anbieten zu dürfen.
Das will sich Google selbst auferlegen
Zudem sollen Hersteller von Android-Geräten mehr Auswahl erhalten, wenn es um die Standardsuche sowie vorinstallierte Google-Apps geht. Die US-Regierung pocht darauf, dass das Unternehmen generell keine Verträge mehr mit Umsatzbeteiligungen abschließen dürfe. Nach Sicht der US-Regierung sollten mögliche Maßnahmen gegen Google zehn Jahre gelten. Diesen Zeitraum hält Google für zu lang und will diese nur für drei Jahre gelten lassen.
Das Unternehmen argumentiert damit, dass kein längerer Zeitraum nötig sei, weil "das Innovationstempo bei der Suche außerordentlich hoch" sei und eine solche Regulierung in einer sich so schnell verändernden Branche wie der Suche die Innovation bremsen würde.
Nach Auffassung von Google(öffnet im neuen Fenster) verfolge der Vorschlag des US-Justizministerium ein "interventionistisches Programm" , das "weit über das hinausgeht, worum es in der Entscheidung des Gerichts eigentlich geht" .
Google benennt Risiken
Der Plan der US-Regierung könne US-amerikanischen Verbrauchern schaden und die Technologieführerschaft der USA beeinträchtigen. Auf Basis der Vorschläge der Regierung und von Google wird das Gericht eine Entscheidung fällen. Im April 2025 ist eine erneute Anhörung geplant und ein weiteres Urteil wird im August 2025 erwartet, um über die Maßnahmen der Wettbewerbsverstöße zu entscheiden.
Bis zum Urteilsspruch wird Donald Trump amtierender Präsident der USA sein und die US-Regierung könnte bis dahin auch ganz andere Vorschläge unterbreiten. In einem Interview hatte sich Trump während seines Wahlkampfes skeptisch gegenüber einer Zerschlagung von Google gezeigt und argumentiert, dass dies nur China helfen würde. Er strebe stattdessen mehr Fairness bei den Suchergebnissen an.
Googles Vorschlag stößt auf Gegenwehr: "Der Vorschlag von Google versucht, den Status quo beizubehalten und so wenig wie möglich zu ändern" , kritisiert Duckduckgo-Sprecher Kamyl Bazbaz die aktuelle Entwicklung in einer The Verge(öffnet im neuen Fenster) vorliegenden Stellungnahme.
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