Abschreckungspolitik: Taiwan will TSMC-Fabriken nicht von USA bombardieren lassen
Wie lässt sich eine chinesische Invasion in Taiwan verhindern? Seth Moulton, demokratischer Kongressabgeordneter aus Massachusetts, ist der Meinung, die US-Regierung sollte TSMCs Fabriken zerstören, falls die Volksrepublik die Insel angreift. Taiwans Verteidigungsminister Chiu Kuo-cheng ist damit laut Taiwan Times(öffnet im neuen Fenster) nicht einverstanden und kündigt an, die Insel gegen alle Angriffe zu verteidigen – auch solche aus den USA. Das sei die Aufgabe der ihm unterstehenden Streitkräfte.
Moulton äußerte die Idee bei einer Diskussion des Milken Institute. Wörtlich sagte er, man müsse "den Chinesen sehr deutlich machen, dass, sollten sie in Taiwan einfallen, wir TSMC sprengen" . Hintergrund seiner Aussage ist, dass Moulton einen für beide Seiten verlustreichen Krieg mit der Volksrepublik vermeiden will. Eine Aufzeichnung der Diskussion mit Moultons Aussage zu TSMC haben wir unten eingebettet.
Bereits auf dem Podium erntete Moulton Kritik von Michèle Flournoy, unter Barack Obama Beraterin im Verteidigungsministerium. Sie hielt seinen Vorschlag für "eine schreckliche Idee" . In China hingegen wird der Vorschlag gern genutzt, um die Intentionen der USA zu kritisieren. Die Zeitung China Daily etwa schreibt(öffnet im neuen Fenster) , Taiwan sei für die USA lediglich ein Werkzeug.
Produktion stoppt auch ohne Bomben
Auch ohne physische Zerstörung hätte China wenig davon, TSMCs Fabriken einzunehmen: Mark Liu, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, wies bereits 2022 darauf hin , dass diese nach einer Invasion unmöglich weiter produzieren könnten.
Der Grund dafür liegt in der globalen Vernetzung der Halbleiterindustrie: Eine Fab zu besitzen ist eine Sache, sie permanent mit den erforderlichen Materialien zu versorgen eine ganz andere. Die benötigten Chemikalien, Materialien, Maschinen und Ersatzteile kommen aus allen großen Industrieländern. Dieses Problem kennt Chinas Halbleiterbranche bereits – lösen wird sie es kaum können .
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